(openPR) Im vergangenen Jahr haben 108 Anlagen Biomethan ins Erdgasnetz eingespeist. Die eingespeiste Menge nahm im Vergleich zum Vorjahr um die Hälfte auf 413 Mio. m³ zu. Das geht aus dem Biogas-Monitoringbericht 2013 der Bundesnetzagentur hervor, für den die Behörde Gasnetzbetreiber, Biogasanlagenbetreiber, Biogashändler sowie die Marktgebietsverantwortlichen befragt hat. „Dieses Ergebnis erscheint für die Entwicklung der Biogaseinspeisung in Erdgasnetze auf den ersten Blick sehr positiv“, so die Bundesnetzagentur. Allerdings sei davon auszugehen, dass das in der Gasnetzzugangsverordnung formulierte Ziel, bis 2020 sechs Mrd. m³ Biomethan einzuspeisen, deutlich verfehlt wird. Bezogen auf das entsprechende Ziel seien erst 6,88 Prozent erreicht.
Der Titelbericht der Ausgabe 34/2013 von EUWID Neue Energien widmet sich den Analysen der Bundesnetzagentur in Sachen Biomethaneinspeisung. Die am 21. August erschienene Publikation umfasst 79 Nachrichten und Berichte zur Energiewende auf 28 Seiten. Im Folgenden findet sich eine Kurzcharakteristik der aktuellen Ausgabe (zur kompakten Übersicht gelangen Sie hier: http://www.euwid-energie.de/printausgabe/aktuelle-ausgabe.html):
ÜBERGREIFENDE THEMEN
SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück will im Falle eines Wahlsiegs einen weiteren Anstieg der Strompreise verhindern. Dazu sollen die Energieversorger gezwungen werden, ihre Tarife zu senken. „Wir werden die Anbieter dazu verpflichten, ihre Grundversorgertarife an die Bundesnetzagentur zu melden“, heißt es in dem Zehn-Punkte-Plan, den Steinbrück in der vergangenen Woche gemeinsam mit Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) in Berlin vorgestellt hat. Demnach solle die Bundesnetzagentur regulierend eingreifen, falls Tarife mehr als zehn Prozent über dem niedrigsten Vergleichspreis in der Region liegen. Da 40 Prozent der Verbraucher den Grundversorgertarif nutzten, könnten die Haushalte so erheblich entlastet werden, heißt es in dem Papier, das in EUWID Neue Energien 34/2013 vorgestellt wird.
Die Verteilungsgerechtigkeit mit Blick auf die Lasten der Energiewende gehört zu den zentralen Themen im Vorfeld der Bundestagswahl. Im Fokus stehen dabei insbesondere die Ausnahmen, die Industrieunternehmen mit hohem Stromverbrauch geltend machen können. Nach Berechnungen der Deutschen Umwelthilfe beläuft sich das Volumen der Ausnahmen alleine im Bereich der Ökostromförderung auf fast fünf Mrd. € im laufenden Jahr. Nach Einschätzung der Umwelthilfe könne allein diese Vergünstigung im kommenden Jahr auf mehr als 7 Mrd. € ansteigen, sollte die BAFA sämtliche Anträge auf Strompreisvergünstigungen genehmigen.
Damit ist aber offenbar nicht zu rechnen. Verschiedene Stahlhersteller und -verarbeiter haben in diesem Jahr erstmals eine Ablehnung ihrer Anträge auf Begrenzung der Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) erhalten. Zu den prominenten Beispielen zählten die beiden Outokumpu-Töchter Nirosta und VDM, wie die Wirtschaftsvereinigung Stahl (WVS) berichtet. Es sei zu befürchten, dass noch weitere Anträge nicht genehmigt würden, so eine WVS-Sprecherin zu „Dow Jones Stahl Aktuell“. Laut WVS-Präsident Hans Jürgen Kerkhoff ist die Entscheidung des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), zum Beispiel den Edelstahlproduzenten Outokumpu Nirosta und dessen Schwesterunternehmen VDM mit der EEG-Umlage in voller Höhe zu belasten, „völlig unverständlich“.
EUWID berichtet in Ausgabe 34/2013 auch über den sich zuspitzenden Streit zwischen der Erneuerbaren-Branche und den Industrie- und Handelskammern, über die Auswirkungen der Energiewende auf Seiten von E.ON und RWE und über eine aktuelle Fraunhofer-Studie, die die zunehmende Verdrängung von Gas durch Kohle verdeutlicht. Rohstoffpreise, Stromtarife, Heizölpreise und die Entwicklung des Renixx World zählen zu den weiteren Themen mit Erzeugungsform-übergreifender Bedeutung.
BIOENERGIE
Nicht nur in Deutschland – wie der Biogas-Monitoringbericht 2013 der Bundesnetzagentur zeigt - sondern auch im Ausland nimmt die Einspeisung von Biomethan ins Erdgasnetz zu. Das bestätigt ein Großauftrag, den die MT-Biomethan aus Frankreich erhalten hat. Nachdem die Muttergesellschaft MT-Energie im April 2013 den Zuschlag für den Bau von acht Biogasanlagen vermelden konnte, seien nun auch Verträge für die zugehörigen Gasaufbereitungsprojekte mit der MT-Niederlassung in Frankreich abgeschlossen worden. Der Zubau von Biogasanlagen mit Vor-Ort-Verstromung ist hingegen seit 2012 eingebrochen.
Die Auswirkungen spürt auch die Schnell Motoren AG, ein Hersteller von Biogas-Blockheizkraftwerken mit Sitz in Amtzell. Neben Einschnitten bei Investitionen und Sachausgaben sieht sich das Amtzeller Unternehmen eigenen Angaben zufolge gezwungen, die auf deutlich höhere Umsätze ausgerichtete Belegschaft zu reduzieren.
Seine Geschäftszahlen verbessert hat hingegen die Petrotec AG. In Folge der steigenden Nachfrage nach abfallbasiertem Biodiesel hat das Borkener Unternehmen seine Umsatz- und Ergebniszahlen im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres weiter verbessert. So stiegen die Umsätze in der ersten Jahreshälfte um mehr als ein Viertel auf 96,9 Mio. €. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern vervierfachte sich auf 3,7 Mio. €.
Im Marktbereich der NE-Ausgabe 34/2013 finden sich zudem Biodieselpreise, Verbraucherpreise für Holzpellets und die jüngsten Großhandelspreise für Getreide und Ölsaaten. Unternehmensmeldungen zu German Pellets, dem Biomasse Heizkraftwerk Pfaffenhofen, Statkraft, Brüning-Megawatt und weiteren Marktakteuren sowie Meldungen aus Forschung und Praxis runden die Berichterstattung ab.
SOLARENERGIE
Nachdem die Juli-Preise für Photovoltaikmodule angesichts der anhaltenden Diskussion über Antidumping-Maßnahmen bis zur Monatsmitte noch vereinzelte Schwankungen aufwiesen, sind sie seit Monatsende quasi eingefroren. Das berichtet der PV-Handelsplatz pvXchange. Unterhalb der im Zuge des Kompromisses zwischen EU und China vereinbarten 56-Cent-Marke gebe es kaum noch Ware auf dem Markt. Positiv wertet pvXchange, dass Unsicherheit und Spekulationen, die den Markt lange geprägt haben, nun ein Ende gefunden hätten. Bei chinesischen Herstellern, die der Preis- und Mengenvereinbarung zugestimmt haben, seien die Konditionen fixiert „und bis auf weiteres wohl nicht mehr verhandelbar“.
Nachdem Solarworld jüngst die vorläufige Rettung vermelden konnte, berichtet auch die Konstanzer Sunways, dass es gelungen ist, die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens abzuwenden. Nach einem außergerichtlichen Vergleich mit den antragstellenden Banken hat das Amtsgericht Konstanz das vorläufige Insolvenzverfahren über die Sunways AG, Konstanz, und die hundertprozentige Tochtergesellschaft Sunways Production GmbH, Arnstadt, aufgehoben.
Berichte über aleo solar, Sunselex, Manz und Solutronic ergänzen das Themenfeld Solar der aktuellen Ausgabe von EUWID Neue Energien, die auch über das 1-MW-Eigenverbrauchsprojekt des KIT informiert.
WINDENERGIE
Der Windanlagenhersteller Nordex hat im ersten Halbjahr 2013 ein deutliches Umsatzplus von 57 Prozent auf rund 661 Mio. € eingefahren. Wie das Hamburger Unternehmen bekannt gab, gehe dieser Positivtrend auf das wachsende Europageschäft zurück, wo Nordex 93 Prozent seines Umsatzes erzielt hat. Angesichts der positiven Geschäftsentwicklung hat der Vorstand der Nordex SE den Ausblick für das laufende Geschäftsjahr erhöht. Das Management geht für 2013 jetzt von einem Umsatzvo-lumen sowie einem Auftragseingang in der Höhe von 1,3 bis 1,4 Mrd. € aus.
Auch der Windpark-Entwickler Windreich hat in der zurückliegenden Woche Zahlen veröffentlicht – allerdings fallen diese deutlich negativer aus. Im Jahr 2012 musste das Unternehmen eigenen Angaben zufolge einen Verlust von 10 Mio. € verkraften. Windreich-Chef Willi Balz zeigte sich trotzdem zufrieden, denn der Grund für den Verlust liege nicht im operativen Geschäft – dieses habe einen Gewinn von 27 Mio. € nach 21 Mio. € im Vorjahr abgeworfen. Der Verlust sei vielmehr auf die Abschreibung auf Anteile am Windanlagenhersteller Fuhrländer zurückzuführen.
In der deutschen Ostsee steht der Baubeginn des Offshore-Windparks „Baltic 2“ unmittelbar bevor. Im Seehafen Rostock werde derzeit das Transportschiff „Abis Dundee“ mit Gründungspfählen beladen, teilte der Karlsruher Energieversorger EnBW mit. Sobald die Arbeiten fertig seien und das Wetter mitspiele, könne das Schiff in Richtung Baufeld rund 32 Kilometer nördlich von Rügen ablegen.
In den Firmenmeldungen werden aktuelle Projekte von Enertrag und dem Energiekonzern E.ON thematisiert.
GEOTHERMIE
Die Enex Power Germany GmbH hat im Geothermieprojekt Geretsried im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen einen herben Rückschlag erleiden müssen. Erste Pumptests nach den Mitte Juli abgeschlossenen Bohrungen haben ergeben, dass keine hinreichende Wasserfündigkeit gegeben sei, teilte das Unternehmen mit. Statt 120 Litern würden nur zehn Liter Thermalwasser gefördert. Nach Rücksprache mit den Hydrogeologen, die die Pumpversuche betreuen, sei deshalb beschlossen worden, auf weitere Ertüchtigungsmaßnahmen und Fördertests auf Grund zu geringer Erfolgsaussichten zu verzichten und die Arbeiten zunächst einzustellen. Die Auswertung der Ergebnisse dauere noch an.
EUWID Neue Energien berichtet in Ausgabe 34 zudem über die jüngsten Entwicklungen beim Landauer Geothermiekraftwerk und das geplante Turboden-Kraftwerk in Traunreut.
WASSERKRAFT
Die Steinhoff Energieanlagen GmbH, Weilrod, darf ein 800-kW-Wasserkraftwerk in Bad Ems an der Lahn errichten. Eine Klage des BUND gegen einen Planfeststellungsbescheid der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord vom 11. Oktober 2011 blieb vor dem Verwaltungsgericht Koblenz ohne Erfolg (Urteil vom 2. Juli 2013, 1 K 1158/12.KO). Der Planfeststellungsbescheid, so die Koblenzer Richter, missachte keine Vorschriften, deren Überprüfung eine anerkannte Umweltschutzvereinigung verlangen könnte. Die durchgeführte Umweltverträglichkeitsvorprüfung genüge den gesetzlichen Anforderungen, da die Auswirkungen des Vorhabens auf Umweltbelange ausreichend geprüft worden seien. Ferner seien die notwendigen Maßnahmen zum Schutz der Fischpopulation der Lahn getroffen worden.










