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Solarworld-Insolvenz vorerst abgewendet: Aktionäre stimmen Rettungspaket zu

14.08.201317:25 UhrMedien & Telekommunikation
Bild: Solarworld-Insolvenz vorerst abgewendet: Aktionäre stimmen Rettungspaket zu
EUWID Neue Energien 33/2013 ist am 14. August erschienen
EUWID Neue Energien 33/2013 ist am 14. August erschienen

(openPR) Die drohende Insolvenz des Solarmodulherstellers Solarworld ist vorerst vom Tisch. Nach den Gläubigern verabschiedeten am vergangenen Mittwoch auch die Aktionäre den Rettungsplan von Firmengründer Frank Asbeck. Damit ist der Schuldenschnitt des Unternehmens gelungen. Gläubiger und Anteilseigner verzichten für die vorläufige Rettungsaktion auf mehrere hundert Mio. €. Der Schuldenstand von Solarworld beträgt nunmehr noch 427 Mio. €. Trotz der abgewendeten Pleite befindet sich das Unternehmen weiterhin in einer bedrohlichen Schieflage.



Der Titelbericht der Ausgabe 33/2013 von EUWID Neue Energien befasst sich mit der abgewendeten Insolvenz von Solarworld. Die Publikation ist am 14. August erschienen und umfasst 77 Nachrichten und Berichte zur Energiewende auf 28 Seiten. Im Folgenden findet sich eine Kurzcharakteristik der aktuellen Ausgabe (zur kompakten Übersicht über alle Themen gelangen Sie hier):

Übergreifende Themen

Sachsen-Anhalts Umweltminister Onko Aeikens (CDU) sieht die Ausweitung des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes (EEWärmeG) auf den Gebäude-Altbestand kritisch. „Wir dürfen die Kosten für die Hausbesitzer nicht ignorieren“, sagte Aeikens bei der Vorstellung einer Studie des Leipziger Instituts für Energie, die die Auswirkungen des EE-WärmeG auf den Bestand der Gebäude Sachsen-Anhalts untersuchte. Für die Sanierung von Altbeständen zeige die Studie, dass eine Pflicht zur Nutzung erneuerbarer Energien den Hausbesitzern höhere Kosten verursache als der Einsatz traditioneller Heizsysteme. Die Studie soll die sachliche Grundlage für künftige Entscheidungen des Landes zum EEWärmeG bieten.

Die FDP hat sich erneut für grundlegende Änderungen bei der Förderung erneuerbarer Energien ausgesprochen. Das aktuelle Subventionssystem sei zur „Kostenfalle“ geworden, sagte Fraktionschef Rainer Brüderle der Wirtschaftszeitung „Euro am Sonntag“. Nötig sei ein „Neustart“ der Energiewende. Das derzeitige System gefährde Arbeitsplätze, zudem drohe eine soziale Schieflage bei einkommensschwächeren Haushalten. Das EEG müsse daher fundamental überarbeitet werden, fordert die Partei.

Die Verbraucherzentralen Baden-Württemberg und Hamburg warnen private Anleger vor Investitionen in die Bürgeranleihe des Stromnetzbetreibers TenneT. Sie sei mit einem hohen Risiko behaftet, welches nicht zuletzt durch die Unterstützung der Politik unterschätzt würde. Zu kritisieren sei jedoch nicht die private Beteiligung an Netzprojekten per se, wie Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg gegenüber EUWID erklärte. Vielmehr müsse potenziellen Investoren klar sein, dass Anleiheformen wie die „Westküstenleitung“ trotz der prominenten Fürsprecher aus der Bundespolitik ein Finanzprodukt mit all seinen zugehörigen Risiken sei.

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hat Kennzahlen zur Förderung für Mini-KWK-Anlagen in Bestandsgebäuden veröffentlicht. Eine Auswertung zum Stichtag Ende Juni 2013 habe ergeben, dass seit dem Start des zum 1. April 2012 neu aufgelegten Förderprogramms über 4.270 Anlagenbetreiber von neun Mio. € profitieren konnten.

Bioenergie

Auf alternative Brennstoffe zur Energieerzeugung setzt RWE im Müllheizkraftwerk (MHKW) Karnap. Gemeinsam mit der Emschergenossenschaft, die ein Klärwerk in der Nähe betreibt, will RWE in dem MHKW die Mitverbrennung von Klärschlamm testen. Zunächst sollen versuchsweise 10.000 Tonnen Klärschlamm mitverbrannt werden, es bestehen jedoch Überlegungen, bis zu 150.000 Tonnen im Jahr thermisch zu nutzen. Auch in einer neuen Anlage in Gülzow sollen Reststoffe genutzt werden: Dort ist aktuell eine Strohheizungsanlage in Betrieb gegangen.

Auch international versuchen viele Unternehmen, Energie aus Biomasse zu gewinnen, die nicht für den Nahrungsmittelsektor verwertbar ist. So stellt beispielsweise Ineos Bio erstmals Bioethanol aus pflanzlichen Reststoffen in kommerziellen Mengen her. Die Produktionsanlage, das Indian River BioEnergy Center, befindet sich in der Nähe von Vero Beach in Florida. Die Praj Industries, Pune, baut im indischen Shirala eine Demonstrationsanlage zur Produktion von Bioethanol aus Zellulose.

Im Marktbereich der NE-Ausgabe 33/2013 findet sich zudem der Altholzmarktbericht von EUWID. Verkaufspreise für Biodiesel und die jüngsten Großhandelspreise für Getreide und Ölsaaten ergänzen den Marktteil im Bioenergiebereich. Unternehmensmeldungen zu Cropenergies, dem Biomasse-Kraftwerk Güssing, BDI – Bioenergy International, Schmack Biogas und weiteren Marktakteuren sowie Meldungen aus Forschung und Praxis runden die Berichterstattung ab.
Solarenergie
Im Solar-Handelsstreit mit China verzichtet die EU vorerst auf Strafen wegen möglicher unrechtmäßiger Staatshilfen für chinesische Unternehmen. Die Ermittlungen liefen aber weiter, hieß es in der vergangenen Woche. Ergebnisse sollen bis Ende des Jahres präsentiert werden. Bereits jetzt seien Europas Hersteller aber vor Schaden durch die chinesische Konkurrenz geschützt. Dafür sorge die kürzlich verabschiedete Einigung.

Die Investorensuche für das insolvente Solarunternehmen Conergy scheint erfolgreich zu verlaufen. „Wir haben bereits mit mehreren potenziellen Investoren erste Erfolg versprechende Gespräche geführt“, sagte der vorläufige Insolvenzverwalter, Sven-Holger Undritz von der Kanzlei White & Case. Die Gespräche sollen in einem jetzt eingeleiteten Verkaufsprozess weitergeführt und Anfang Oktober zum Abschluss gebracht werden.

Die angeschlagene Solarfirma Sunways hat weitere Weichen gestellt, um ein endgültiges Insolvenzverfahren zu verhindern. Am vergangenen Freitag sei eine Vergleichsvereinbarung mit den wichtigsten Gläubigern und dem Mehrheitsaktionär wirksam geworden, teilte Sunways in Konstanz am Bodensee mit.

Windenergie

In dieser Woche hat der Windpark-Projektierer PNE seine Halbjahresbilanz veröffentlicht – und die Übernahme der WKN AG als einen der Hauptgründe für die negativen Zahlen ausgewiesen. Mit der nach Ende des Berichtzeitraums erfolgten Übernahme sei die bisher größte Kapitalmaßnahme in der Unternehmensgeschichte umgesetzt und die Weichen für erhebliche Wachstumsmöglichkeiten in der Zukunft gestellt worden, heißt es seitens des Unternehmens.

Auf der politischen Bühne hat Niedersachsens Ministerpräsident das Planungs-Chaos bei der Netzanbindung von Offshore-Windparks kritisiert. Er fordert für die Netzanbindung eine eigene Gesellschaft mit Beteiligung des Bundes. „Es gibt keine aufeinander abgestimmte Gesamtplanung“, beklagte Weil am vergangenen Freitag im ZDF-Morgenmagazin. Notwendig sei eine „ordnende Hand“. Auslöser war die jüngst bekannt gewordene Verzögerung am Nordsee-Park „Riffgat“, der laut TenneT aufgrund eines Munitionsfundes aus dem Zweiten Weltkrieg nicht wie geplant ans Netz gehen kann.

Erneut sieht sich die von Ministerpräsident Seehofer geführte bayrische Landesregierung mit Vorwürfen bei der Umsetzung der Energiewende konfrontiert – diesmal von Opposition, Naturschutzverbänden und Gewerkschaften. Sie werfen der schwarz-gelben Regierung im Land, aber auch jener im Bund, mangelndes Tempo und Konzeptlosigkeit bei der Energiewende vor.

In den Firmenmeldungen werden in dieser Woche neue Projekte von Nordex, der KfW-Bankengruppe und von RWE Innogy thematisiert.

Wasserkraft und CCS

Wissenschaftler der TU Darmstadt haben einen Demonstrator entwickelt, mit dem sich die Energie von Meereswellen in Elektrizität wandeln lässt. Die Entwicklung erfolgte im Rahmen des Forschungsverbundes EPoSil, an dem vier Unternehmen sowie die Technischen Universitäten Darmstadt und Hamburg-Harburg beteiligt sind. Das Bundesforschungsministerium unterstützt die Arbeit bis Januar 2015 finanziell mit fast 2 Mio. €.

Im Bereich der Kohlendioxid-Speicherung haben sich die Landesregierungen aus Schleswig-Holstein und Brandenburg zu Wort gemeldet. In Kiel hat das Kabinett einen Gesetzentwurf verabschiedet, der die unterirdische CO2-Speicherung im Land ausschließt. In Brandenburg streiten die Grünen für klare Kriterien und Rechtssicherheit beim Thema CCS. In einem Gesetzentwurf benennen die Grünen 17 mögliche Stellen im Land, wo eine Speicherung Untertage ausgeschlossen werden soll.

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