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Eurobserver: Zunahme des Verbrauchs von Biokraftstoffen in der EU verlangsamt sich

07.08.201316:17 UhrEnergie & Umwelt
Bild: Eurobserver: Zunahme des Verbrauchs von Biokraftstoffen in der EU verlangsamt sich
EUWID Neue Energien 32/2013 ist am 7. August erschienen
EUWID Neue Energien 32/2013 ist am 7. August erschienen

(openPR) Der Verbrauch von Biokraftstoffen steigt in der EU nur noch leicht an, im vergangenen Jahr waren es nach Angaben von Eurobserver 2,9 Prozent. Gleichzeitig wächst allerdings der Anteil der als nachhaltig zertifizierten Biokraftstoffe stark. 2012 seien bereits 8,2 Mtoe und damit 57 Prozent des gesamten Biokraftstoffverbrauchs zertifiziert gewesen, im Vergleich zu 29 Prozent im Vorjahr. Die meisten EU-Länder, die Angaben zur zertifizierten Menge gemacht haben, verfügten sogar bereits vollständig über zertifizierte Ware.



Der Titelbericht der Ausgabe 32/2013 von EUWID Neue Energien befasst sich mit dem Biokraftstoff-Barometer, das Eurobserver veröffentlicht hat. Die Publikation ist am 7. August erschienen und umfasst 60 Nachrichten und Berichte zur Energiewende auf 28 Seiten. Im Folgenden findet sich eine Kurzcharakteristik der aktuellen Ausgabe (zur kompakten Übersicht gelangen Sie hier: http://www.euwid-energie.de/printausgabe/aktuelle-ausgabe.html):

ÜBERGREIFENDE THEMEN

In Deutschland zählte die Biokraftstoffbranche im Jahr 2012 zu den Verlierern, zumindest was die Beschäftigungssituation angeht. Am stärksten schrumpfte allerdings als Folge der Solarkrise die Zahl der Beschäftigten im Photovoltaik-Bereich. Wie die Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS) in einer regional differenzierten Beschäftigungsanalyse für das Bundesumweltministerium aufzeigt, ist die Zahl der in der Solarstrombranche tätigen Arbeitnehmer in den westdeutschen Bundesländern um 14.480 bzw. knapp 25 Prozent und in den ostdeutschen Bundesländern um 8.510 bzw. knapp 29 Prozent gesunken. Insgesamt waren den Angaben zufolge rund 372.000 Menschen im Bereich der erneuerbaren Energien beschäftigt, die meisten davon mit 32 Prozent in der Windbranche.

Damit ist die Erneuerbaren-Branche auch als Wählerschaft nicht außer Acht zu lassen. Wenige Wochen vor der Landtagswahl in Bayern haben die Parteien dargestellt, welche Ziele sie sich im Bereich der erneuerbaren Energien gesetzt haben. Eigener Darstellung zufolge stehen dabei alle Parteien hinter der Energiewende. Bei der Umsetzung verfolgen CSU, SPD, Grüne, Freie Wähler und die FDP jedoch eigene Pläne und Zielsetzungen, die sich teilweise stark voneinander unterscheiden. So proklamiert die bayerische SPD das Ziel der 100-prozentigen Stromversorgung aus Erneuerbaren bis zum Jahr 2050 und spricht von der Macht der Energiekonzerne, die gebrochen werden muss. Die CSU visiert in ihrem Wahlprogramm das Jahr 2022 an und gibt das Ziel vor, bis dahin die Hälfte des Stroms aus erneuerbaren Quellen zu beziehen.

Der Einsatz der Bundesregierung für die Förderung erneuerbarer Energie lässt sich unter anderem am Energieforschungsbericht für das Jahr 2012 ablesen. Demzufolge hat sich die Bundesregierung im vergangenen Jahr bei der Forschung noch stärker auf Energieeffizienz und erneuerbare Energien konzentriert, teilte das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) bei der Vorlage des Bundesberichts mit. Die beiden Schlüsselthemen seien mit 500 Mio. € von insgesamt 708 Mio. € überproportional gestärkt worden. „Beim Energieforschungsprogramm haben wir aber auch weitere neue Akzente gesetzt, etwa mit der gemeinsamen Forschungsinitiative Energiespeicher“, sagte Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP).

EUWID Neue Energien informiert in Ausgabe 32/2013 auch über die neue Netzentgeltverordnung, den langsamen Ausbau der erneuerbaren Energien in der Schweiz und Siemens, dessen Ergebnis durch Probleme im Wind- und Solarbereich belastet wurde. Aktuelle Daten zu Großhandelsstrompreisen, Ökostromtarifen, Preise für Rohstoffe und Heizöl sowie die Entwicklung des Renixx World zählen zu den weiteren Themen der übergreifenden Berichterstattung der aktuellen Ausgabe.

BIOENERGIE

Nachdem der Zubau von Biogasanlagen in Deutschland eingebrochen ist, setzt Archea Biogas auf die Übernahme von insolventen Biogasanlagen. Aktuell hat das Unternehmen eigenen Angaben zufolge eine insolvente Biogasanlage mit 1,4 MW Leistung im nordrhein-westfälischen Beckum gekauft. Der Konzern kauft jedoch nicht nur insolvente Biogasanlagen, sondern hat im Juni auch Teile des Anlagevermögens wie Maschinen, Kräne und Material der insolventen SBL Stahl- und Behälterbau Ludwigslust GmbH übernommen. Dazu wurde am 20. Juni 2013 die SBL Ludwigslust GmbH gegründet. Archea steigt mit diesem Schritt tiefer in die Fertigung und Produktion der von ihr konstruierten Komponenten ein.

Aus der Biokraftstoffindustrie wird Kritik an der Umsetzung der 36. BImSchV, auf deren Basis Biokraftstoffe aus bestimmten Materialien doppelt auf die Erfüllung der Biokraftstoffquoten angerechnet werden können, lauter. Die Verordnung führe zu einem unverhältnismäßigen Zertifizierungsaufwand und treffe nicht die gewünschte Zielgruppe, sagte ein großer Marktteilnehmer gegenüber EUWID. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), die Zertifizierungssysteme anerkennt und überprüft, kann die Kritik nicht nachvollziehen. Die Bundesregierung habe die Anforderungen an die Nachweisführung und Nachverfolgbarkeit von Abfallrohstoffen zur Doppelanrechnung mit der Novellierung im vergangenen Herbst auch auf Wunsch der betroffenen Wirtschaft deutlich verschärft und die Überwachungsmöglichkeiten erweitert, schreibt die BLE als Reaktion. An der inhaltlichen Ausgestaltung der 36. BImSchV hätten sich die heimischen Biokraftstoffverbände und deren Mitgliedsunternehmen zudem durch Anhörungen frühzeitig beteiligen können.

Im Marktbereich der NE-Ausgabe 32/2013 finden sich Verkaufspreise für Biodiesel sowie Angaben zum Inlandsverbrauch und die jüngsten Großhandelspreise für Getreide und Ölsaaten. Unternehmensmeldungen zu Biogas Nord, dem Biomasse-Kraftwerk Güssing und weiteren Marktakteuren sowie Meldungen aus Forschung und Praxis runden die Berichterstattung zum Bioenergiebereich ab.

SOLARENERGIE

Die Europäische Kommission hat den im Handelsstreit um Solarmodule zwischen der Europäischen Union und China ausgehandelten Importkompromiss gebilligt. Wie die Kommission mitteilte, hätten alle Kommissare sowie eine „große Mehrheit“ der Mitgliedstaaten dem in der vergangenen Woche getroffenen Deal, mit dem die Flut billiger Solarmodule aus China eingedämmt werden soll, zugestimmt. Kein Land habe sich dagegen ausgesprochen, betonte ein Kommissionssprecher. Damit ist die Regelung nun rechtsverbindlich.

Der Solarstreit zwischen China und der EU hat den Spezialchemiekonzern und Halbleiter-Zulieferer Wacker Chemie eigenen Angaben zufolge im zweiten Quartal belastet. Der Gewinn sei von April bis Juni im Jahresvergleich um drei Viertel auf 15,1 Mio. € abgesackt. Auch die Gehrlicher Solar AG kritisiert, dass die politische Diskussion um Anti-Dumping-Strafzölle monatelang für unnötige Verunsicherung in der Solarindustrie und vor allem bei Investoren gesorgt habe. Das Unternehmen hatte vor wenigen Wochen Insolvenz angemeldet, sieht sich aber aktuell auf einem guten Weg. Insbesondere die Investorensuche für die operative Tochtergesellschaft in den USA verläuft nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters erfolgreich.

Die Solarberichterstattung in EUWID Neue Energien 32/2013 befasst sich auch mit einem neuen Ansatz zur Speicherung von Solarenergie in Form von Wasserstoff, dem SolarContact-Index, dem Solarzubau im Juni sowie der Solarstromeinspeisung. Zudem finden sich Meldungen zu Mounting Systems und Hanwha Q-Cells und weiteren Unternehmen.

WINDENERGIE

In dieser Woche ist der Bau des ersten kommerziellen deutschen Offshore-Windparks abgeschlossen worden – einen Monat früher als geplant. „Bard Offshore 1“ liegt etwa 100 Kilometer vor der Küste Borkums und besteht aus 80 Windkraftanlagen der 5-MW-Klasse. 65 der 80 Anlagen sind bereits am Netz, die restlichen sollen bis September folgen. Beim seit kurzem vollständig errichteten Offshore-Park „Riffgat“ gibt es indes Probleme mit der Netzanbindung. Die Windräder des ebenfalls vor Borkum gelegenen Windparks werden wohl erst 2014 ans Netz gehen. Der Netzbetreiber Tennet begründet die Verzögerung mit der schwierigen Bergung von Munition aus dem Zweiten Weltkrieg im Bereich der Kabeltrasse.

Zum Thema Windkraft an Land haben sich Politiker in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg zu Wort gemeldet. Die rheinland-pfälzische Landesregierung will die Rolle des Landschaftsschutzes beim Ausbau der Windenergie stärken. Aus historischen Landschaften wie dem Moseltal oder der Vulkaneifel sollen Windräder herausgehalten werden. Energieministerin Eveline Lemke (Grüne) hat in der vergangenen Woche ein entsprechendes Gutachten vorgestellt. Baden-Württembergs CDU-Landräte haben unterdessen die Vorwürfe von Minister Bonde und SPD-Fraktionschef Schmiedel zum Thema Windkraft-ausbau zurückgewiesen. Die Landkreise stehen laut Landkreistagspräsident Joachim Walter hinter dem Ausbau der Windenergie.

GEOTHERMIE

Zehn Tage nach dem Erdbeben im Geothermieprojekt St. Gallen hat die Stadt drei Zukunftsoptionen vorgestellt. Zur Debatte stehen die Fortsetzung der Produktionstests, ein provisorischer Bohrloch-Verschluss und eine Verfüllung des Bohrlochs. Dies müsse derzeit noch abgeklärt werden. Bei der Entscheidung seien nicht nur technische Risiken von Belang, teilte die Stadt mit. Vielmehr flössen auch politische und rechtliche Aspekte sowie die finanziellen Folgen und die Verfügbarkeit der Infrastruktur in die Bewertung ein.

Unterdessen wurde bekannt, dass die Fangmann Energy Services GmbH & Co. KG aus Salzwedel ein neues bioabbaubares Fluid entwickeln will, das die Umweltverträglichkeit und Effizienz von Geothermieprojekten erhöht und den heutigen Stand der Technik deutlich übertrifft. Das Fluid solle die Fließwege im Untergrund effektiver zugänglich machen und auf tonstabilisierende Salze verzichten, erklärte das Unternehmen. Die Kontrolle und Handhabung des Fluids werde dadurch einfacher und wirkungsvoller.

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