(openPR) Oppenheim / Rhein (mxp) - Bereits seit mehreren Tagen kristallisiert sich nun ein Kampf zwischen Sonne und Hochnebel heraus. In den Tälern im Süden und Westen unseres Landes hat das trübe Wetter am Wochenende in einigen Regionen kein Einsehen gezeigt und der Sonne ihren erwarteten Auftritt vorenthalten, so die Meteorologen des privaten Wetterdienstes meteoXpress Ltd. in Oppenheim.
Auch die Luftdruckgegensätze haben am Wochenende schneller als erwartet nachgelassen, sodass kein rettender Wind mehr in Sicht ist, der Bewegung bringt und die Hochnebeldecke auflöst.
Vielmehr verstärkt sich an der Westflanke von Hoch Andreas über Osteuropa die Warmluftzufuhr aus Südwesten in der Höhe nun immer mehr, sodass die Chancen für ein Aufklaren eher weiter sinken als steigen.
Der Grund: Mit wachsenden Temperaturgegensätzen an der Grenze zwischen der feuchtkalten Luft in den untersten Luftschichten und der milden und trockeneren Luft in Höhen oberhalb von rund 1000 Metern ü. NN wird die Bildung einer Hochnebeldecke bzw. die Ausbreitung der Hochnebeldecke wahrscheinlicher und ihre Auflösung immer schwieriger.
Während auf dem Feldberg im Schwarzwald heute Mittag plus 0,3 Grad und Sonnenschein zu vermelden sind und die Tiefstwerte der vergangenen Nacht bei 0 Grad lagen, melden Lahr und Karlsruhe im benachbarten Rheintal Werte von -4,0 Grad bzw. -4,2 Grad; die Tiefstwerte lagen bei -6,3 Grad bzw. -6,9 Grad. Bei einer normalen Luftschichtung - im Sommerhalbjahr oder bei viel Wind - wären hier aber jetzt Werte um plus 11 Grad zu erwarten - ein beeindruckender Unterschied.
Doch die Rollen sind vertauscht, denn es handelt sich um eine Inversion, also die Umkehr des normalen Temperaturverlaufs mit der Höhe. Folgerichtig ist der sicherste Ort für viel Sonne und angenehme Temperaturen auf den Gipfeln der Mittelgebirge zu finden. Die Nullgradgrenze liegt in den Alpen nahe 2000 Meter, was aber nichts daran ändert, das in den Tälern oft Dauerfrost herrscht. In Lagen um 1500 Meter kann die Temperatur jedoch auf wenige Grade über den Gefrierpunkt ansteigen. Und dieser Anstieg wird eher noch etwas stärker.
Bis gestern noch war das Rhein-Main-Gebiet mit Werten von plus 2 bis plus 4 Grad über die letzten Tage hinweg die wärmste Region in ganz Deutschland gewesen - von ein bis zwei örtlich geringfügig wärmeren Werten mal abgesehen. Dies lag daran, dass die bodennahe Luftschicht aufgrund der tagelang geschlossenen Bewölkung nicht abkühlen konnte, sodass es frostfrei blieb.
Die Möglichkeit zur Änderung eröffnete sich erst gestern im Tagesverlauf mit dem Aufreißen der Wolkendecke. Als es zum Abend richtig aufklarte war klar: Das frostfreie Rhein-Main-Gebiet gehört der Vergangenheit an. So sanken dann auch die Werte im Lauf der Nacht langsam aber sicher auf minus 3 bis minus 5 Grad, bevor heute Früh neuer Hochnebel aufkam und nun die bodennah entstandene Kaltluft "konserviert". So kommen die Werte heute tagsüber im Rhein-Main-Gebiet vielerorts nicht mehr über minus 2 Grad hinaus, der Dauerfrost hat nun auch hier zugeschlagen und das Rhein-Main-Gebiet in seinen Besitz genommen.
Anders im Norden und Osten, wo vielerorts die Sonne scheint. Das wird allerdings mit Nachtfrösten nahe minus 10 Grad oder gar darunter "bezahlt", denn die Luft ist hier zum einen trockener und hat zum anderen die ganze Nacht Zeit, durch Ausstrahlung auszukühlen. Zudem sind die Ausgangswerte dort niedriger. Tagsüber kann die Luft sich aber immerhin bis nahe 0 Grad erwärmen - dank der Sonne und der trockenen Luft.
Abgesehen von einer über dem Nordwesten am Mittwoch verendenden Front mit etwas Regen in Küstennähe ist bis zum Wochenende keine Änderung in Sicht. Die Hoffnung auf weniger Gebiete mit Hochnebel steigt nachfolgend in der zweiten Wochenhälfte wieder etwas an.
Bis zum nächsten Mal,
Udo Baum, Meteorologe bei meteoXpress
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V.i.S.d.P. und Ansprechpartner für weitere Informationen und Bildmaterial:
Herr Florian Hirschmann
meteoXpress Ltd.
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