(openPR) Oppenheim / Rhein. Die Ostkomponente beim Wind lässt nicht locker und die starke nächtliche Ausstrahlung in weiten Landesteilen hat ihr Übriges dazu getan, dass die Temperaturen heute teilweise weit hinter den Erwartungen zurückbleiben.
Während wir in Aachen im äußersten Westen Deutschlands bei mehr als 21 Grad ins Schwitzen kommen, müssen die Münchener bei sage und schreibe nur 8 Grad zittern. Auch Erfurt, die thüringische Landeshauptstadt, gibt sich mit Werten um 9,5 Grad extrem geizig, was die Temperaturen anbelangt. Aber auch sonst hat die Temperatur vielerorts in den Tälern große Mühe, wenigstens die 15-Grad-Marke zu erklimmen.
Erstaunlich ist dabei, dass diese Orte im Flachland nicht etwa im Hochnebel liegen, sondern im prallen Sonnenschein. Trotzdem vermag dieser schon jetzt nicht mehr, die Inversion wenigstens vorübergehend in den Nachmittagsstunden auch nur annähernd aufzulösen und den Erdboden mit der darüber liegenden bodennahen Luftschicht durchgreifend zu erwärmen.
Während viele Flachländer frieren, werden auf den Bergen wie beispielsweise auf der Wasserkuppe in der Rhön oder auf dem Feldberg im Schwarzwald hingegen zweistellige Werte zwischen 10,5 Grad und 13 Grad registriert.
Ausgangspunkt der teils schlechten Temperaturvorhersagen ist die gestern in den untersten Luftschichten weiter und in deutlich stärkerem Umfang als erwartet nach Westen vorgedrungene Festlandskaltluft.
Mittlerweile mehren sich die Anzeichen, dass Tief Ulrike an den kommenden Tagen möglicherweise schwächer wird und nicht in der Lage ist, diese Inversion aufzulösen. Allenfalls der Westen dürfte von dem vorübergehend wachsenden Luftdruckgradienten und den daher leicht auffrischenden Südwestwinden profitieren. Allerdings muss dies hier mit vielen Wolken und örtlichem Regen bezahlt werden.
Bleibt nur zu hoffen, dass nicht neue Hochnebelfelder in unser Land ziehen und die Sonne flächendeckend verprellen. Die Nord- und Osthälfte kann davon noch ein Lied singen. Schließlich musste sie von Freitag bis gestern Mittag weitgehend auf Sonnenstrahlen verzichten und lag stattdessen unter tristem Einheitsgrau - örtlich sogar mit Nebelnässen. Damit hat der Norden und Osten unseres Landes einen ersten Vorgeschmack der unangenehmen Sorte auf den kommenden Winter über sich ergehen lassen müssen.
Ähnlich wie bei Gewittern ist es aber auch hier nicht möglich im Voraus eine genaue Prognose abzugeben, wo Hochnebel entsteht und sich dann auch noch den ganzen Tag hält. Damit geht auch eine Fehlvorhersage der Temperaturen einher, denn Hochnebel bedeutet immer eine geringe Schwankung von rund 2 Grad zwischen Höchst- und Tiefsttemperaturen - ganz im Gegensatz zu den hohen Temperaturschwankungen bei klarem Himmel, die mehr als 15 Grad betragen können. Während es also tagsüber im Hochnebel merklich kühler bleibt, ist es nachts deutlich wärmer unter der schützenden Hochnebeldecke.
Zieht der Hochnebel dabei tagsüber auf, so sind die Werte meist gemäßigt. Bildet sich jedoch nach einer langen klaren Nacht mit maximaler Ausstrahlung zäher Hochnebel am frühen Morgen, so werden die tiefen Nachttemperaturen durch den Hochnebel tagsüber konserviert.
Bis zum nächsten Mal,
Udo Baum, Meteorologe bei meteoXpress
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