(openPR) Eine Schauspielerin mit Biss
Sylke Gandzior im Gespräch mit Silvia de Leonardis
Vor genau 10 Jahren ist über die Schauspielerin, Regisseurin und Coach Silvia de Leonardis ein großer Artikel mit dem Titel „Fit in jeder Rolle“ in der Welt am Sonntag erschienen. Das habe ich zum Anlass genommen ein Interview mit Frau de Leonardis zu führen, um mal nachzufragen, wie sich die Dinge in den letzten Jahren entwickelt haben.
Sie haben Ihren Namen geändert. Statt Silvia Raith heißen Sie jetzt Silvia de Leonardis. Wie kommt das?
Nach der Scheidung meiner ersten Ehe habe ich meinen Mädchennamen wieder angenommen. Es ist nicht, wie viele vermuten, ein Künstlername, sondern tatsächlich mein Mädchenname. Ich bin Halbitalienerin.
Das sieht man Ihnen gar nicht an
Ja, das stimmt, ich sehe deutscher aus, als mein deutscher Mann, aber das Aussehen trügt.
Wie meinen Sie das?
Naja, das italienische Temperament, die Leidenschaft und die Emotionalität sind, wenn auch nicht immer sichtbar, so doch da. Fragen Sie mal meinen Mann… Aber das hat ja auch positive Seiten. Zum Beispiel ist meine Ausdruckskraft als Schauspielerin durch die italienische Seite sehr bereichert worden.
Sie leben in München…
Ja, ich liebe München. Erstens bin ich hier geboren und zweitens hat München auch ein gewisses südländisches Flair. Man sagt ja nicht umsonst, dass München die nördlichste Stadt Italiens ist.
Wie hat sich Ihre Schauspielkarriere in den letzten 10 Jahren entwickelt?
Ich habe diverses fürs Fernsehen gedreht: Angefangen bei Tatort, mehrere Rosenheim-Cops, SOKO 5113, Pater Castell, Forsthaus Falkenau, Komissar mit Herz und ich habe meine wunderbare Agentin Katja Ohneck von der Agentur FilmArtists gefunden.
Es fällt auf, dass besonders viele Krimis dabei waren.
Ja, witzig, oder? Ich muss gestehen, ich liebe Krimis. Ich würde aber auch gerne eine Ärztin spielen. Oder auch eine Pathologin – das fände ich herrlich makaber.
Sind Sie noch als Schauspielcoach tätig?
Schauspieler unterrichte oder coache ich nur noch sehr ausgewählt und vereinzelt. Meine Tätigkeit als Coach hingegen habe ich in der Zwischenzeit deutlich erweitert. Als Life- und Businesscoach berate ich heute Selbständige, Rechtsanwälte, Unternehmer etc. in Europa.
Was macht die Arbeit als Coach von Bobby Brederlow?
2005 hatten wir eine Anfrage für ein weiteres gemeinsames Projekt. Da war ich gerade in das Projekt „Mutter werden“ eingebunden und konnte das daher damals nicht mehr übernehmen. Als Coach von Bobby muss man während den gesamten Dreharbeiten direkt vor Ort am Set sein. Das lässt sich mit meiner Vorstellung der Mutterrolle leider nicht verbinden. 2006 war ich dann letztmalig für ProSieben „Lotta in love“ als Filmcoach am Set für Janin Reinhardt tätig und habe dann mit dickem Bauch und sicher auch einer Träne im Auge den Filmcoach weitestgehend an den Nagel gehängt.
Haben Sie seit Ihrem Regiedebut 2002 mit „Gretchen 89 ff“ nochmal Regie geführt?
Ja, 2005 arrangierte ich nochmal einen wunderbaren Theaterabend zu Schillers 200. Todestag. 2011 hat mich dann ein Freund gefragt, ob ich Lust habe mit ihm zusammen ein Vampir-Fotoshooting zu machen. Ich sagte: „Nein, ein Foto als Vampir kann ich nicht brauchen, wenn dann drehe ich eine Szene aus einem Vampirfilm nach“. Allerdings sind mir Vampirfilme oft zu unheimlich und ich habe dann wochenlang Alpträume, deshalb kam ich auf „Interview mit einem Vampir“ – den habe ich vor vielen Jahren gesehen und wusste, dass Brad Pitt kein Blut mochte. Also dachte ich – perfekt, da spiele ich ein Stück als Arbeitsprobe und Training nach und schau mal, was die Rolle so hergibt. Ich organisierte eine Kamera samt Kamerafrau, die Maske übernahm die Hollywood-erfahrene Make-up Artistin und meine liebe Freundin Ana Ivanka Radan. Das Ergebnis können Sie sich auf www.silvia-de-leonardis.de/showreel ansehen. Das Projekt hat mir so Spaß gemacht, dass ich mich 2013 gleich noch an etwas Schwierigeres gewagt habe. Wir haben eine Szene aus dem Hollywood-Klassiker „All about Eve“ als Arbeitsvorlage genommen. Die finden Sie ebenfalls auf meiner Seite.
Wollen Sie ins Regiefach wechseln?
Nein, ich will spielen. Ich habe die Filme auch deswegen gemacht, damit ich mal in so große Hollywood-Rollen schlüpfen kann. Stephen Frears hat auf dem Filmfest 2009 gesagt „Wer Regie führen will, soll sich eine Kamera kaufen und Filme machen.“ Ich hab diesen Rat auf mich angepasst: „Wer Schauspielen will, sucht sich interessante Rollen und spielt die einfach.“












