(openPR) Mülheim an der Ruhr im Juli 2013. Sprechen, schlucken, essen: Das menschliche Kiefergelenk ist sehr komplex. Denn um den Mund zu öffnen oder zu schließen und um zu kauen, bedarf es eines perfekten Zusammenspiels von Gelenkköpfchen und -pfanne, Gelenkzwischenscheibe – der sogenannte Diskus –, Bandapparat, Muskulatur und Zähnen. „Die wohl häufigste Störung stellt ein durch die Nähe zum Ohr bedingtes deutlich hörbares Knacken dar, welches auch mit Schmerzen im Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich einhergehen kann“, erklärt Dr. Roland Althoff, MSc, Zahnarzt und CMD-Therapeut der Zahnarztpraxis Oppspring in Mülheim an der Ruhr. Darüber hinaus können auch Probleme beim Öffnen und Schließen des Mundes entstehen.
Gelenk außer Kontrolle
Infolge von Überbelastung der Bandstrukturen durch Druck auf das Kiefergelenk, kann es zu einem Verrutschen des Diskus kommen. „Knackt es, so ist das ein Zeichen dafür, dass die knorpelartige Scheibe wieder an die richtige Position zwischen Gelenkköpfchen und -pfanne zurückspringt. Eine Störung der Mundöffnung hingegen weist auf eine dauerhafte Diskusverlagerung hin“, beschreibt Dr. Althoff die Gelenkstörung. „Insgesamt ist das Phänomen vergleichbar mit einem Bandscheibenvorfall. Auch hier wölbt sich der ebenfalls als Diskus bezeichnete Knorpel aufgrund von Überlastung vor und schafft es nur in seltenen Fällen, ohne medizinische Unterstützung dauerhaft an seine eigentliche Position zurückzugelangen.“ Im übertragenen Sinne kann man also von einem Bandscheibenvorfall im Kiefer sprechen, welchen Patienten auch dementsprechend ernst nehmen sollten.
Interdisziplinäre Therapie
„Egal ob Knacken oder gestörte Mundöffnung, stellen Patienten derartige Probleme bei sich fest, bedarf es in jedem Fall einer medizinischen Abklärung durch einen Facharzt“, weiß der Experte. „Denn ein gesunder Kiefer knackt nicht.“ Das Praxisteam führt eine ausführliche Diagnostik durch. In der Funktion des Kiefergelenks können besonders Kaumuskulatur und Zähne eine bedeutende Rolle spielen. „Zunächst einmal erfolgt eine klinische Funktionsanalyse“, schildert Dr. Althoff das Vorgehen. Ergänzend kommen auch weitere diagnostische Instrumente wie beispielsweise eine Axiographie oder – in sehr schweren Fällen – auch eine Kernspintomografie zum Einsatz. Stellt der behandelnde Arzt eine Funktionsstörung fest, ordnet er individuell zugeschnittene therapeutische Maßnahmen an. Fanden früher häufig Operationen statt, setzen Mediziner heute eher auf interdisziplinäre konservative Methoden. Hier kommen neben physikalischen Therapien mit Kälte- oder Wärmeanwendungen im Wesentlichen spezielle Aufbissschienen und manuelle Therapie zum Einsatz. In seltenen Fällen kann darüber hinaus auch eine Medikamentengabe erforderlich sein. Patienten müssen jedoch Geduld aufbringen, bis sich der Knorpel wieder in der ursprünglichen Position befindet. Da eine Besserung von Störungen der Kiefergelenksfunktion erfahrungsgemäß erst langsam einsetzt, dauert es, bis alle Probleme vollständig behoben sind.
Weitere Informationen auch unter www.zahnarztpraxis-oppspring.de.





