(openPR) Große Empörung löste jetzt die Nachricht über Schmierereien an Zaum und Garage eines Gegners einer geplanten Hühnermastanlage in Fintel-Haxloh im Landkreis Rotenburg/Wümme beim Tierschutzfachverband „Arbeitsgemeinschaft für artgerechte Nutztierhaltung“ e.V. aus. Deren Vorsitzender, Eckard Wendt, betonte abermals, dass nicht nur der Dialog mit der Landwirtschaft gesucht werde, sondern alle Gewaltakte, seien sie gegen Sachen oder gar gegen Personen gerichtet, strikt abgelehnt werden. Auf diese niederträchtige Art und Weise wolle sich offenbar ein Unterstützer einer beantragten Massentierhaltung für Masthühner an einem Einwohner rächen, der nach dem öffentlichen Erörterungstermin und dem abschlägigen Bescheid zu seiner Einwendung den Bau durch Einreichung eines Widerspruchs sowie einer Klage vorerst stoppte.
„Wir Tierschützer setzen uns im Rahmen der geltenden Rechtsordnung argumentativ mit den Fehlentwicklungen in der Landwirtschaft und insbesondere in der Nutztierhaltung auseinander. Wer wie in diesem Fall zum Mittel der Sachbeschädigung greife, beweise damit nur, dass er argumentativ am Ende der Fahnenstange angekommen ist. „Wir hoffen, dass das Niedersächsische Landvolk und die Niedersächsische Geflügelwirtschaft (NGW) jetzt klare Kante zeigen und sich deutlich von dem noch anonymen Täter distanzieren. Dies sei erforderlich, damit die Differenzen in der Sache auch zukünftig in Wahrnehmung demokratischer Rechte ohne Straftaten weitergehen oder im günstigsten Fall auch beigelegt werden können“, mahnt Eckard Wendt.
Die AGfaN setzt sich für Haltungsformen ein, die die Tiere, insbesondere die Nutztiere entsprechend § 1 Tierschutzgesetz als leidensfähige Mitgeschöpfe achten und gemäß §2 ihre art- und verhaltensgerechte Unterbringung gewährleisten. Dies sei bei den meisten, neuerdings von der landwirtschaftlichen Lobby als „tiergerecht“ beziehungsweise seit kurzem als „modern“ bezeichneten Haltungssystemen aber nicht der Fall. Es sei grundsätzlich falsch, Tiere auf engstem Raum einzusperren, ohne dass sie sich gegenseitig genügend ausweichen können. Unter solchen Lebensbedingungen können beginnende Aggressionen leicht in Kannibalismus ausarten. Auch einstreulose Beton(spalten)böden seien nicht tiergerecht, sondern nur arbeitsökonomisch kostengünstiger. Sie seien vielfach Ursache für geschwollene Gelenke und schmerzhafte Gelenkentzündungen. „Vor allem das Mastgeflügel vegetiert trotz minimal vorhandener Einstreu fortgesetzt auf seinen eigenen Exkrementen, so dass ein hoher Infektionsdruck besteht, dem mit vielfachen Antibiotikagaben begegnet werde, weil die Vögel sonst wie die Fliegen wegsterben würden“, betont Wendt. Es gehe einfach nicht an, dass Tiere, insbesondere Lebensmittel liefernde Nutztiere, unter hygienischen Zuständen leben müssten, die in Bezug auf Menschen absolut nicht geduldet werden würden. „Es wird Zeit, dass sich die Landwirtschaft von der Einstellung, es seien ja nur Tiere, verabschiedet!“, meint Eckard Wendt.











