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Das Geschäftsmodell der SAP (1/6)

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Axel Susen, Geschäftsführer susensoftware gmbh
Axel Susen, Geschäftsführer susensoftware gmbh

(openPR) Warum verklagt susensoftware den Konzern?

Herzogenrath, 11. Juli 2013. – SAP steht auf der einen Seite als erfolgreiche betriebswirtschaftliche Software zur Vereinfachung und Vereinheitlichung der internen Geschäftsprozesse und ist in zahlreichen Unternehmen im Einsatz. Susensoftware vermutet vorsichtig eine weltweite Marktführerschaft und sogar eine marktbeherrschende Stellung im Bereich Unternehmenssoftware. Auf der anderen Seite steht nicht nur eine Anwenderschaft, die Software weiterverkaufen will, sondern auch das Geschäftsmodell des gewerblichen Handels von gebrauchter Software. Susensoftware bietet zwar SAP-Produkte als Gebrauchtsoftware an und verfügt auch über ein Serviceangebot in der Softwarepflege, und trotzdem ist es SAP-Kunden heute kaum möglich, gebrauchte SAP Software bis zu 75% günstiger einzukaufen als nach der Preisliste des Herstellers. Da spielt sicher Angst eine Rolle. Es gibt aber mehrere Gründe, die auch zur Klage seitens susensoftware gegen SAP geführt haben.



SAP: Das Erfolgsmodell
Die unterschiedlichsten Tätigkeitsbereiche von Finanzen und Controlling über Einkauf, Produktion, Vertrieb und Lagerhaltung bis hin zum Personalwesen können mit der SAP-Software bewältigt werden. Durch diese am Markt durchgesetzte Software hat es SAP auf Platz 1 der größten Softwarehersteller in Europa geschafft.

Erfolgsmodell: Gute Software
Doch warum ist das Unternehmen mit seiner Software so erfolgreich? SAP hat es auf die Erfolgsleiter ganz nach oben geschafft, da das Programm in nahezu allen Unternehmen einsetzbar und auf die bestimmten Unternehmensprozesse sowie Geschäftsbereiche anpassbar ist. Der Einsatz kann abteilungsübergreifend stattfinden, was nicht nur einen guten Informationsaustausch zwischen den einzelnen Abteilungen, sondern auch ein aufeinander abgestimmtes Handeln ermöglicht, beispielsweise zwischen der Finanzabteilung und der Abteilung Logistik hinsichtlich der Freigabe von Aufträgen. Doch auch über das Unternehmen hinaus kann eine Standardisierung und Vereinheitlichung von Prozessen mit beispielsweise Kunden, Lieferanten, Händlern und Herstellern oder auch Sozialen Netzwerken erfolgen.
Zusätzlich bietet SAP die Möglichkeit der Automatisierung zahlreicher Prozesse anhand bestimmter Kriterien. So können beispielsweise Zahlungseingänge automatisch verbucht werden anhand von z. B. der Rechnungs- und/oder Kundennummer. Nur bei Nichtübereinstimmung der entsprechenden Daten oder Abweichungen des Betrages muss dann noch manuell eingegriffen werden. Auch kann die Auftragsfreigabe bis zu einem für einen Kunden bestimmten hinterlegten Limit automatisch erfolgen.
Zudem ist SAP kompatibel mit anderen Programmen, kann mit diesen verknüpft werden und Informationen aus diesen herausziehen, um diese weiterzuverarbeiten oder auszuwerten. So können insbesondere auch Altprogramme, die jedes länger am Markt tätige Unternehmen mit Sicherheit einsetzt, durch SAP abgelöst oder über eine Schnittstelle mit diesem verbunden werden.
Ein Unternehmen, welches einmal auf SAP umgestellt hat und auch nur einen Teil der Möglichkeiten von SAP nutzt, wird sich von der Software nicht so schnell wieder abwenden. Auch die benutzerfreundliche Oberfläche, die SAP GUI des Benutzers, ist ein weiterer nicht zu vernachlässigender Pluspunkt – eine Oberfläche, in welche auch SAP-Neulinge, insbesondere durch die intuitive Handhabung, schnell eingearbeitet werden können.
Hauptsächlich wird SAP in Konzernen und in mittelständischen Unternehmen eingesetzt. Die Standard-Software R/3 oder Business Suite würde sich für kleine Unternehmen weniger rentieren.

Gutes Standing: Gründer
Insbesondere durch die innovativen Gründer – die fünf ehemaligen Mitarbeiter von IBM: Claus Wellenreuther, Hans-Werner Hector, Klaus Tschira, Dietmar Hopp sowie Hasso Plattner – genießen das Unternehmen und die Software SAP in Unternehmen hohe Wertschätzung und Anerkennung. Die SAP-Gründer haben es sich zum Ziel gemacht, nicht einfach nur Software zu entwickeln, sondern Software zu entwickeln, welche neue Maßstäbe setzt und die IT-Branche revolutioniert. Zur Erreichung dieses Ziels arbeitet SAP heute weltweite mit führenden Hochschulen, mit Partnern und mit Kunden eng zusammen. So können Erfahrungen und neue Anforderungen untereinander ausgetauscht und dazu verwendet werden, die Geschäftsprozesse von Unternehmen stetig zu optimieren – ganz unabhängig von Unternehmensgröße und Branche. Hasso Plattner engagiert sich heute in der Forschung und unterstützt beispielsweise das Hasso-Plattner-Institut in Potsdam, während Dietmar Hopp unter anderem den Fußball in Hoffenheim fördert.

SAP: Erfolgreiches Vertriebsmodell
Heute funktioniert der Vertrieb wesentlich über Vertriebspartner, wie Systemhäuser und Beratungspartner; nur die Großkunden werden in der Regel direkt von den SAP Landesgesellschaften betreut. Die Verbreitung der Software erklärt sich auch durch das SAP-Lizenzmodell. Am Beispiel eines Anwender-Konzerns ist das Potential erkennbar: Ein Konzern führt SAP im Finanzwesen ein, meist ergänzt durch das Controlling-Modul. Dem Anwender wird aber die vollständige ERP (Enterprise-Resource-Planning) Softwarelösung geliefert, mit der Möglichkeit, eine unbeschränkte Anzahl Personen mit allen verfügbaren Modulen arbeiten zu lassen. Das (ver)führt automatisch zu einer schleichenden Verbreitung im Unternehmen des Anwenders. Am Ende des Tages wird durch die jährliche Vermessung das Mehr an Nutzung in Rechnung gestellt. Darüber hinaus hat der Anwender-Konzern ein Interesse, die Schnittstellen zu seinen Kunden und Lieferanten zu standardisieren. So erklärt sich susensoftware die starke Durchdringung von SAP in der gesamten Wertschöpfungskette eines Wirtschaftskreislaufs.

SAP und ihre AGB
Der Softwarevertrieb der SAP basiert vertragsrechtlich u.a. auf ihren AGB, welche die Nutzung der Software regelt. Axel Susen, Geschäftsführer von susensoftware: „Ich halte einige AGB-Klauseln für illegal, während viele Rechtsanwälte von „rechtswidrig“ oder „unwirksam“ sprechen.
Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen werden meistens nicht genau angesehen, wenn die Anwender Software bei SAP bestellen und damit einen Vertrag schließen. Sieht der Anwender sich die AGB erst an, wenn es später Probleme gibt, dann glaubt er oft, keine Möglichkeit zur Durchsetzung seiner Position zu haben - schließlich sind die AGB ja Vertragsbestandteil geworden. Dem Anwender bliebe nur eine möglicherweise kostspielige Klage, die ggf. seine Geschäftsbeziehung zu SAP insgesamt zerstören oder zumindest belasten würde. Ist das eine reale Option für einen Anwender, der schon 5 Millionen Euro in die Software investiert hat? Somit stellt susensoftware fest, dass im täglichen Geschäft diese Klauseln über viele Jahre von den meisten Anwendern in den Verhandlungen akzeptiert und beachtet werden.
Selbst bei Nachfrage an über 500 SAP-Anwender ergaben sich für susensoftware keine Hinweise auf einen Rechtsstreit, der sich auf belastende SAP AGB bezieht.
Das Justizministerium stellte auf telefonische Anfrage klar, dass der Wettbewerb die Aufgabe habe, solche Probleme selbst zu regeln. Es sei Unternehmen untersagt ihre marktbeherrschende Stellung zum Nachteil der Kunden auszunutzen.
Jens Ferner, Rechtsanwalt IT-Recht aus Alsdorf: „Die Kontrolle über den Markt ist in Deutschland vor allem durch den Wettbewerb bestimmt, wobei es die Möglichkeit für Konkurrenten, Wettbewerbs-verbände, Verbraucherzentralen und Wettbewerbszentralen gibt, gegen unwirksame AGB mit Abmahnungen und Klagen vorzugehen. Der unmittelbare Kunde selbst kann sich hier jedoch nicht allgemein gegen AGB wehren, sondern nur im Einzelfall, wenn über vertragliche Fragen gestritten wird. Viele Kunden scheuen solche Streitigkeiten, wegen der Prozesskosten, aber auch wegen des Aufwands.“
Einige Rechtsanwälte vermuten, dass in der Softwarebranche einige Hersteller eher bereit wären, die bedenklichen Formulierungen und Lizenzbedingungen des Wettbewerbs in die eigenen AGB zu übernehmen, statt diese anzugreifen. Der gewerbliche Kunde scheint hier machtlos.

SAP: Die Klage
Zur Zeit klagt nur susensoftware wegen Wettbewerbsbehinderung gegen die rechtlich bedenklichen AGB des Konzerns. Die AGB scheinen so einseitig vorteilhaft für die SAP zu sein, dass im Markt die Hoffnung keimt, Richter in Deutschland könnten sich trauen, die SAP einmal in ihre Schranken zu verweisen. Auch SAP-Anwender, die gebrauchte SAP-Lizenzen weiter verkaufen wollen, empfinden sich immer mehr als direkter Wettbewerber zu SAP.
„Wir haben uns die Klage von susensoftware angeschaut und halten diese für aussichtsreich. Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes, der für Software deutlich die kaufvertraglichen Regelungen anwendet, sind die von SAP genutzten Vertragsklauseln aus unserer Sicht nicht haltbar.“, so Fachanwalt IT-Recht Thomas Feil, Feil Rechtsanwaltsgesellschaft mbH aus Hannover.

Rahmen
Jens Ferner erläutert: „Das BGB sieht vor, dass AGB den Vertrags-partner, sei er Verbraucher oder Unternehmer, nicht unangemessen benachteiligten dürfen - wobei es gegenüber Unternehmern mehr Spielraum gibt als bei Verbrauchern.“
"In Sachen Verbraucherschutz gibt es jetzt Bestrebungen, auch in Deutschland und Europa eine Class Action wie in den USA einzuführen. Aber das wird sicherlich noch eine Weile dauern, bis das dann Gesetz ist." erklärt Dr. Daniel Kaboth, Fachanwalt für Informationstechnologierecht aus München.
1.244 Worte, 9.448 Zeichen

Agenda des Wirtschaftskrimi „Das Geschäftsmodell der SAP“
1. Warum verklagt susensoftware den Konzern?
2. Kritische Betrachtung der AGB
3. Die drei angegriffenen Klauseln
4. persönlicher Favorit: indirekte Nutzung
5. Gewährleistung und Wartung
6. Teilverkauf, historisch und praktisch

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