(openPR) 18.06.2013, Frankfurt: Die jüngsten Überflutungen an Elbe, Donau und anderen Flüssen in Deutschland haben wieder die Frage aufgeworfen, wie in Deutschland und anderswo in der Welt wir Menschen mit Umweltveränderungen beispielsweise in Folge des Klimawandels umgehen. Angesichts der zunehmenden Häufung und Intensität von Extremwetterereignissen befasste sich der Zukunftskreis „Global Change“ des Frankfurter Zukunftsrats in seiner Sitzung am 17.6. mit dem Thema der umweltbedingten Migration, insbesondere als Anpassung an den Klimawandel.
Folgende Thesen wurden in der ersten Sitzung erstellt:
1. Verschiedene politische und wirtschaftliche Ursachen haben immer schon dazu beigetragen, dass Menschen sich gezwungen sahen, ihre Heimat zu verlassen. Zu Armut und politischer Instabilität wird im 21. Jahrhundert der Klimawandel zunehmend als potenzierender Faktor hinzutreten.
2. Der Klimawandel wird nicht nur langsam spürbar werden. Es wird vermehrt zu extremen Wetterereignissen kommen, die erhebliche Beeinträchtigungen der Lebensbedingungen vieler Menschen zur Folge haben und damit auch zu Umsiedlungen und Migrationsbewegungen führen können. Über Art und Ausmaß der Dynamik dieser Entwicklungen lassen sich bisher keine verlässlichen Aussagen treffen.
3. Im globalen Kontext reagiert man auf (Klima-)migration und Flüchtlingsbewegungen meist mit Abwehr, mit „Mauern“, die Wanderungsbewegungen ausbremsen sollen. Zusätzlich zur Vorsorge, Bekämpfung der Ursachen und Auswirkungen vor Ort sowie Entwicklungshilfemaßnahmen muss Migration als weitere Anpassungsstrategie an Klimaveränderungen verstanden werden. Dabei ist hervorzuheben, dass nicht nur langfristige und globale, sondern auch temporäre und regionale Migration wichtige Lösungsoptionen darstellen.
4. Vor diesem Hintergrund besteht derzeit erheblicher Analysebedarf, da die umweltbedingten Migrationsbewegungen bisher nur ungenügend erfasst sind. Nötig sind klare und aussagekräftige Statistiken, um Ausmaß, Entwicklung und kausale Zusammenhänge angemessen beurteilen zu können. Insbesondere brauchen wir verbindliche Definitionen der Begriffe Klimamigrant /-flüchtling bzw. Umweltmigrant und -flüchtling. Dabei geht es um die Rechtssicherheit der Flüchtlinge, aber auch um die Abgrenzung von anderen Migrationsfaktoren.













