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Ist das steuerliche Privileg der Ehe noch zeitgemäß?

11.06.201308:05 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Ist das steuerliche Privileg der Ehe noch zeitgemäß?
Ach, du schönes faules Ei, eBook, ISBN 9783943788143, 147 S., 12,95 Euro
Ach, du schönes faules Ei, eBook, ISBN 9783943788143, 147 S., 12,95 Euro

(openPR) Paarbeziehungen dienten in der menschlichen Frühgeschichte allein der Fortpflanzung. Ehepartner werden vermutlich deshalb auch heute noch oft als Ehegatten bezeichnet. Im Laufe der weiteren Evolution hat dann auch die Gruppe Mitverantwortung für die Aufzucht des Nachwuchses übernommen, Paare und ihre Kinder waren als Untergruppen in die Horden und Stämme integriert. Für Goethe ist die Ehe „… der Beginn und der Höhepunkt der Zivilisation.“

Traditionell wird die Ehe als dauerhafte Verbindung verschiedengeschlechtlicher Personen verstanden. Ihre Regulierung seitens einer Obrigkeit wurde im Laufe der Geschichte eine wesentliche Basis gesellschaftlicher Ordnung. So ist die Ehe auch Grundlage einer geschützten und geordneten Aufzucht von Nachwuchs. Für die Ehepartner bringt die Ehe einerseits eine Beschneidung ihrer persönlichen Freiheit mit sich, der sie allerdings in der Mehrzahl der Fälle freiwillig zustimmen, und andererseits eine gewisse materielle Sicherheit. Humorvoll könnte man sie mit den Worten des irischen Lyriker und Dramatiker Oscar Wilde „… gegenseitige Freiheitsberaubung in beiderseitigem Einvernehmen“ nennen.

Ob der Drang nach Freiheit von ehelichen Fesseln früher geringer war als heute, ist unbekannt. Ein unbekannter hat das Wort „Ehe“ einmal als Kürzel für „errare humanum est“ bezeichnet. Irren ist menschlich. In der Tat: die hohen Scheidungsquoten und die hohe Zahl von Alleinerziehenden und sogenannten Patchwork-Familien im westlich-kapitalistischen Kulturkreis sprechen für sich. Heute wird in Deutschland jede dritte Ehe geschieden. Minderjährige Kinder sind in der Hälfte der Scheidungsfälle betroffen.

Keine Frage, daß die Ehe eine große Herausforderung ist. Das gilt heute, in einer Welt der Äußerlichkeiten, der Reizüberflutung, eines immer stressigeren Arbeitslebens und fortschreitender sozialer Desintegration ganz besonders. Familienleben wie es noch unsere Großeltern kannten, findet kaum noch statt.

Schon der einzelne bringt heute durch seine Sozialisation oft ungünstige Voraussetzungen für die Ehe als einer dauerhaften, im Idealfall lebenslangen Gemeinschaft mit. Hinzu kommen immer häufiger auch durch prekäre Arbeits- und Einkommensverhältnisse unsichere Daseinsperspektiven. „Du mußt Dir selbst leben können, ehe Du für andere lebst“, mahnt der evangelische Theologe und Lyriker Hölderlin. Erst wenn diese Voraussetzung gegeben ist, wird einer genießen können, was Georg Lichtenberg an wirklich gelungener Zweisamkeit lobt: „Was die wahre Freundschaft und noch mehr das glückliche Band der Ehe so entzückend macht, ist die Erweiterung des Ichs.“

„Die gute Ehe strebt nach dem Bilder der Freundschaft“, schrieb vor rund 450 Jahren der französische Philosoph und Essayist Michel Montaigne. Sein Landsmann Voltaire sah es ähnlich: „Freundschaft ist die Ehe der Seelen“, äußerte er gut 200 Jahre später. Beide weisen uns auf das hin, was Ehe sein sollte. Aber ob Menschen, die in ehelicher Gemeinschaft leben, das erreichen, ist immer offen. Auf jeden Fall gilt: „Die Ehe ist die Probe auf die Liebe.“ (Prof. Querulix, Ach, du schönes faules Ei) Und ob eine Ehe den daraus hervorgehenden Kindern optimale Entwicklungsbedingungen bietet, ist ebenfalls nicht sicher.

Die gesellschaftliche Bedeutung der Ehe und die ihr von der Obrigkeit gesetzten Rahmenbedingungen haben sich im Zeitablauf immer wieder verändert. In einigen Ländern sind heute unverheiratete Paare verheirateten Paaren in unterschiedlichem Maße gleichgestellt. Inzwischen ist in Deutschland auch die sogenannte Homo-Ehe höchstrichterlich der Ehe gleichgestellt, sodaß Ehe heute klar als Versorgungsgemeinschaft zweier Staatsbürger definiert werden muß und gerechterweise allen Bürgerinnen und Bürgern ohne Rücksicht auf ihre sexuelle Orientierung offen stehen müßte. Ehe ist rechtlich gesehen heute nichts anderes als eine privilegierte Wirtschafts- und Versorgungsgemeinschaft.

Die wahren Vorzüge der Ehe als einer besonderen intimen persönlichen Bindung werden durch ihre steuerliche Privilegierung nicht gefördert. Dazu wären weitgehende gesellschaftspolitische Reformen erforderlich, die unter den gegenwärtigen Machtverhältnissen weit und breit nicht in Sicht sind. Die Frage stellt sich deshalb, ob es nicht sinnvoller, angemessener und auch zukunftsweisender wäre, die aktuelle viele Milliarden Euro teure steuerliche Begünstigung der Ehe aufzugeben und das gesparte Geld in die Erziehung und Bildung des Nachwuchses zu investieren, um zum Beispiel Bildungschancen unabhängig von der sozialen Herkunft der Eltern zu gewährleisten? Subventionen sollten schließlich dem allgemeinen Wohl dienen.

Allein das Ehegattensplitting kostet 20 Milliarden Euro jährlich. Diese gewaltige Subvention fördert weder Kinder noch die Familie. Gut 40 Prozent der Ehepaare, die von Splitting profitieren sind kinderlos. Unverheiratete Paare, auch solche mit Kindern sowie Alleinerziehende erhalten die Subvention ebenfalls nicht. Paare, die ungefähr gleich viel verdienen, profitieren gar nicht, dafür aber solche, bei denen eine/r zu Hause bleibt. Das führt vor allem dazu, daß Frauen dem Arbeitsmarkt fernbleiben.

Die Ehe steht zwar unter dem Schutz des Grundgesetzes. Unsinnige, ungerechte und sozial wie ökonomisch kontraproduktive Subventionen sind aber grundgesetzlich nicht vorgeschrieben. Deshalb: Weg damit!

Übrigens: Prof. Querulix, Ach, du schönes faules Ei, eBook, ISBN 9783943788143, 147 S., 12,95 Euro. Das eBook gibt’s in jeder gut sortierten (Internet-)Buchhandlung oder beim eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital (www.read.ruedenauer.de).

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