(openPR) Die Düsseldorfer Künstlerin Sandra Struck-Germann besucht das Haus Rheinpark Seniorenzentrum, um mit dementen Bewohnern frühlingshafte Dekorationen aus Filz herzustellen. Neben der schönen Abwechslung im Tagesablauf bietet diese Aktion vor allem die Möglichkeit, die Sinne der demenziell veränderten Menschen auf vielfältige Weise zu aktivieren.
„Manchmal sind die Bewohner zunächst skeptisch. Aber wenn sie das Ergebnis sehen, leuchten die Augen“, erzählt Sandra Struck-Germann von ihren Erfahrungen mit den Senioren. Die Künstlerin aus Düsseldorf arbeitet seit 2004 mit Filz – seit 2008 in der eigenen Werkstatt. Die Mitarbeiterinnen der Sozialen Betreuung des Haus Rheinpark Seniorenzentrums haben sie nun eingeladen, mit dementen Bewohnern des Hauses Frühlingsdekoration herzustellen. Dabei haben sie sich bewusst für das Filzen entschieden. Der Vorteil: Während beim Basteln mit Schere oder Klebstift der eine oder andere Bewohner Schwierigkeiten hat, ist das Filzen auch bei geringerer motorischer Fähigkeit und sogar nur mit einer Hand leicht umzusetzen.
Der Umgang mit Wolle und Seifenlauge ist dabei viel mehr als nur reine Beschäftigung. „Speziell durch das Filzen werden gleich mehrere Sinne angesprochen“, erklärt Sandra Struck-Germann. Sie arbeitet regelmäßig mit Senioren und kennt die positive Wirkung. So entscheidet sie sich bei der Auswahl der Wolle zum Beispiel bewusst für kräftige Farbtöne, die von den Bewohnern gut wahrgenommen werden können. Auch empfinden die Bewohner die weiche Wolle, das warme Wasser oder den Seifenschaum als sehr angenehm. Das wiederum löst unterbewusst ein positives Empfinden aus. „Während des Filzens merken wir, dass viele Bewohner geradezu gelöst werden“, erklärt Claudia Kurreck von der Sozialen Betreuung. Und das kann man tatsächlich beobachten: So beginnt ein Bewohner, der den ganzen Tag kein Wort gesprochen hat, plötzlich über seine früheren Hobbies zu erzählen oder eine Bewohnerin summt unwillkürlich ein Kinderlied.
Gerade das positive Erleben ist das Ziel. “Bei fortschreitender Demenz geht das Gedächtnis und das Vermögen, Zusammenhänge zu verstehen zwar verloren, die Gefühlswelt aber bleibt voll erhalten“, erklärt Claudia Kurreck von der Sozialen Betreuung im Haus Rheinpark Seniorenzentrum. Empfindungen wie Freude, Zufriedenheit, Scham, oder Wut sind dann wohl da, können aber nicht eingeordnet werden. Auch wenn die Bewohner sich zu Beginn meist nicht vorstellen können was entstehen soll, ist das Erfolgserlebnis umso größer, wenn sie die fertige Filzdekoration in den Händen halten. Wenn Sie begreifen, dass sie es selbst hergestellt haben, entsteht plötzlich das Gefühl, doch noch etwas zu können. „Wir bemerken, dass die Bewohner nach dem Filzen ausgeglichener sind“, beschreibt Claudia Kurreck die positiven Effekte.











