(openPR) Um das Thema Dispozinsen wird es allmählich ruhiger. Konnte man vor einigen Monaten noch ein Aufbegehren von Seiten der Verbraucherschützer und der Politik wahrnehmen, so werden die Töne allmählich leiser. Weder eine Deckelung des Höchstzinssatzes für die Überziehungszinsen auf einem Girokonto durch den Gesetzgeber, noch ein Einlenken der Anbieter mit überzogenen Dispositionskrediten ist zu beobachten. Das war ehrlich gesagt auch nicht anders zu erwarten. Die Schärfe, mit der die Banken zum Teil ihre Bilanzierung verteidigt haben und jede Kritik von sich gewiesen haben, zeigt wie wichtig diese regelmäßigen Gewinne für einige Anbieter sind. Für die Politik schien es nur ein Test, in wie weit sich ein solches Thema für den kommenden Wahlkampf instrumentalisieren lässt. Das ist ein schlechtes Ergebnis, in der Nachschau.
Verbraucher muss sich selbst helfen
Für den Verbraucher ändert sich deshalb erst mal nichts, was aber nicht heißt, dass er den Kopf in den Sand stecken muss und weiterhin über die Maßen an Zinsen zahlen sollte. Alternativen gab es schon, bevor die Dispozinsen als Wahlkampfthema herhalten mussten. Nach wie vor gilt zwar, wer Geld leihen möchte, der muss für diese Dienstleistung immer noch Geld auslegen, aber Anbieter mit fairen Konditionen lassen sich schnell finden. Der Vergleichsrechner auf der Seite www.dispozinsen.org kann dabei mehr, als nur die einzelnen Anbieter aufzulisten. Die monatlichen persönlichen Umsätze können in den Rechner eingegeben werden und die zu erwartenden Kosten werden dann je nach Anbieter exakt ausgewiesen. Somit fällt der Vergleich mit dem eigenen Kontoauszug leicht. Die eigenen Finanzen nicht im Griff zu haben und auf das Geld anderer angewiesen zu sein, ist kein gutes Gefühl und wird deshalb gerne in den Hintergrund gedrängt. Der Rechner führt dem Verbraucher die Unterschiede sehr deutlich vor Augen. Manchmal braucht es wohl mehr als nur eine Information, um aus einem Wissen eine Verhaltensänderung hervorzubringen. Der Prof. Dr. Wolfgang Schnotz hat in seinen Veröffentlichungen zum Thema „Wissenserwerb mit Texten und Bildern“ darauf aufmerksam gemacht, das eine geeignete Kombination von Bild und Text einen höheren Einfluss auf das Lernen hat, als eines der Medien alleine. Die Art und Weise, wie die Ergebnisse auf der Seite www.dispozinsen.org dargestellt werden, trägt diesem Prinzip Rechnung und Anwender zeigen sich verblüfft, wenn sie die Unterschiede so direkt nebeneinander sehen.
Verbraucher zum Wechsel ermutigen
Das vielen, wie oben beschrieben, gar nicht so bewusst ist, wie viel Sparpotential sie mit einem Anbieterwechsel erreichen können ist die eine Sache. Die Zurückhaltung, wenn es dann um einen Wechsel geht, ist aber auf den ersten Blick noch weniger verständlich. Aber auch das ist eine Tatsache. Die Bereitschaft zu wechseln ist sehr gering, selbst wenn abzusehen ist, das sich die finanzielle Situation auf Dauer nicht ändern wird und deshalb dauerhaft mit Überziehungszinsen zu rechnen ist. Der Anbieterwechsel ist in den Köpfen der Verbraucher eine Hürde, die es erst einzureißen gilt. Faktisch ist der Wechsel wirklich kein Problem. Selbst ohne den Wechselservice der Banken, den viele Mitbewerber anbieten um den Kunden für sich zu gewinnen, ist das mit bescheidenem Aufwand möglich. Verglichen mit dem Wechsel eines Handyvertrags, bei dem die Rufnummer mitgenommen werden muss, ein Handy ausgewählt werden kann und noch weitere Optionen dazu- und weg gebucht werden müssen, fast schon einfach.
Sparpotential ist reichlich vorhanden
Der Verbraucher muss vor schlechten Konditionen nicht kapitulieren. Durch einen Anbieterwechsel ist reichlich Sparpotential vorhanden. Der Wechsel ist kein Staatsakt, sondern machbar. Letztlich wird nur der Druck der Verbraucher, durch die freie Wahl der besten Anbieter, den Markt so regulieren, dass sich faire Konditionen flächendeckend durchsetzen.








