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Amazon unter Beschuss

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(openPR) von Janina Kück – OPTIMUS Redaktion

Nach der öffentlichen Debatte um den Leiharbeiter-Skandal bei Amazon wird nun von anderer Seite gegen den Versandriesen geschossen: Verleger und Autoren beschweren sich über „katastrophale“ Konditionen, Verbraucher bangen um Kundenrechte.



Der weltweitgrößte Online-Händler Amazon hat es nicht leicht in den letzten Tagen.
Erst strahlt die ARD eine Reportage mit dem tendenziösen Titel „Ausgeliefert – Leiharbeit bei Amazon“ aus und entfacht damit eine öffentliche Debatte über die Arbeitsbedingungen bei dem Versandriesen. Amazons Erfolg werde auf Kosten der Leiharbeiter erwirtschaftet, die der Konzern aus ganz Europa „herbeischaffen“ und in Feriendörfern unterbringen lassen soll, heißt es in der Reportage. Laut ARD würden die Leiharbeiter teilweise sogar von rechtsradikalen Sicherheitsleuten bewacht.
Kurze Zeit später äußert sich dann auch noch Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) zu den Vorwürfen, droht der umstrittenen Firma H.E.S.S. sogar mit Lizenzentzug.
Ja und nun? Amazon reagierte prompt und trennte sich von seinem Sicherheitsdienst.
„Als verantwortungsvoller Arbeitgeber von 8000 festangestellten Logistikmitarbeitern hat Amazon eine Null-Toleranzgrenze für Diskriminierung und Einschüchterung- und wir erwarten das Gleiche von allen Unternehmen, mit denen wir arbeiten“, so die Begründung gegenüber Spiegel Online.

Bei allen Diskussionen um „schlechte Arbeitsbedingungen“ und „Leiharbeitsfirmen“ hagelt es jetzt auch noch Kritik von ganz anderer Seite: Autoren und Verleger kritisieren Amazons Geschäftspolitik und Käufer sehen ihre Kundenrechte bedroht.


„Bye bye, Amazon- wir steigen aus“


André Thiele ist Verleger aus Mainz. Auf der Homepage seines Verlages steuert eine wenig subtile Graphik mit der Überschrift „Bye bye, Amazon – wir steigen aus“, langsam auf den digitalen Mülleimer zu. Was war passiert? Am 18. Februar kündigte der Mainzer seinen 2008 geschlossenen Kooperationsvertrag mit Amazon. Dies sei nicht nur eine Folge des ARD-Berichtes, argumentierte Thiele in seinem Kündigungsschreiben.
Er habe bereits in der Vergangenheit die Geschäftspolitik von Amazon beanstandet und sei als
Kleinverleger nicht mehr in der Lage, die „katastrophal schlechten Konditionen“ zu schlucken:
„50 % Rabatt, zzgl. 5 % Lagermiete, zzgl. Portokosten, zzgl. Jahresmitgliedsgebühr, zzgl. nahezu jedesmal für mich nicht nachvollziehbare zusätzliche Abzüge bei der verbleibenden Summe.
De facto dürfte sich allein hieraus ein »Rabatt« zu Ihren Gunsten von über 65 % ergeben. Von den verbleibenden 35 % - wenn es denn bei denen bliebe! – soll ich den Druck und die Autoren bezahlen? Träumen Sie?“

Thiele folgt damit seinem Kollegen Christopher Schroer aus Lindlar, der drei Tage zuvor, ebenfalls „Adieu!“ zu Amazon sagte.
Schroer wirft Amazon-Gründer Jeff Bezos und seinem Unternehmen vor, „dass Sie mit luftigen Buchungstricks bei der Umsatzsteuer Ihren Gewinn maximieren; dass Sie von kleinen Zulieferern verlangen, Rechnungen zu stellen, die dann ins EU-Ausland versandt werden müssen; dass Sie sich vertraglich einen unglaublichen Skontorahmen einräumen lassen. Dass neue, frisch angelieferte Titel in Ihrem eigenen „Marketplace“-Anbieterkonto als Mängelexemplare auftauchen. Und dass Sie Kommissionswaren remittieren, die Sie nicht pfleglich behandelt haben und diese somit vom weiteren Verkauf ausgeschlossen sind.“
Die ARD-Berichterstattung habe das Fass letztendlich zum Überlaufen gebracht. Er und seine Mitarbeiter seien „ eigentlich froh darüber, einen so schwierigen Geschäftspartner los zu sein.“


Konto pfutsch, Ware pfutsch


Nach eigenen Angaben hat Amazon im vergangenen Jahr einen Umsatz von 8,7 Milliarden Dollar in Deutschland gemacht (spon). Durch ihr Buch „Suna“ war auch Pia Ziefle an diesem Rekord-Umsatz beteiligt.

Die Autorin und Bloggerin warnte nach Bekanntwerden des „Leiharbeiter-Skandals“ allerdings davor, „schicke Verkaufsränge und online-Verkäufe“ über das Wohl anderer zu stellen. Schon im November letzten Jahres kritisierte sie Amazon auf dem Internetportal „Carta“ scharf, da der Online-Händler dazu berechtigt sei, Kundendaten an jedes seiner hundertprozentigen Tochter-Unternehmen übertragen zu dürfen. Ziefle schloss kurzerhand ihr Konto auf amazon.de.
Was sie nicht wusste: Wer sein Konto schließt, verliert automatisch alle bis dato erworbenen E-Book-Inhalte für das Lesegerät Kindle. Amazon macht den Kunden (leider) erst im Kleingedruckten darauf aufmerksam, dass es sich beim „Kauf“ von E-Book-Inhalten, genau genommen um einen Erwerb von Lizenzen für diese handle.
„Für mich als Kundin ist das ärgerlich“, so Pia Ziefle, „Ich mag eBooks, und ich glaube an einen Markt dafür. Ich glaube aber nicht daran, dass es eine gute Idee ist, bezahlte Inhalte aus bezahlten Kundengeräten zu löschen, nur, weil der Kunde sich entscheidet, nicht länger Kunde zu sein. Kein Softwarehaus macht so was, obwohl auch die nur Lizenzen handeln. Niemand löscht mein schönes Windows 8, nur weil ich jetzt lieber bei Apple einkaufe. Falls ich das täte.“
„Amazon ist nun Vergangenheit“ - das ist für Verbraucherin, aber auch für die Verlagspartnerin Pia Ziefle also klar.


Kritik, und jetzt?

Trotz aller Kritik von Seiten der Verleger und Autoren scheint der Erfolg Amazon erst einmal Recht zu geben. Bei den Beispielen handelt es sich um lautgewordene Einzelfälle, die wirtschaftlich wohl kaum einen großen Nachteil für Amazon ausmachen dürften. „Ihr System funktioniert prima! Zwanglos herumstöbern, ein Buch aussuchen, bestellen, es in einem oder zwei Tagen portofrei in Händen halten – großartig!“, schreibt selbst André Thiele in seinem Kündigungsschreiben. Auch er wird sich den Abschied vom Versandriesen nicht leicht gemacht haben.
Im Allgemeinen gilt: Amazon ist schnell und günstig ist. Das muss jeder zugeben, der einmal dort bestellt hat. Und was insbesondere die Blogwelt zu schätzen weiß: Die Angebote des Online-Händlers lassen sich besser verlinken als das Sortiment der Konkurrenz.

Dass man als Kunde, wie es Pia Ziefles Erfahrung zeigt, quasi mit einem Klick sämtliche E-Book Inhalte verlieren kann, ist allerdings problematisch. Würden weitere Kunden es ihr gleicht tun und ebenfalls ihre Konten auf amazon.de schließen, könnten die „Einzelfälle“ doch in einer waschechten Krise gipfeln und Amazon damit stärker in Bedrängnis bringen.
Es bleibt also abzuwarten, ob es sich bei der Entwicklung nur um ein kleines Strohfeuer handelt oder ob sich dieses zu einem gewaltigen Flächenbrand ausweitet.

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