openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Space Robotics: Fit für die Suche nach Wasser in Mondkratern

19.02.201317:52 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Gibt es Wasser auf dem Mond? Die Antwort auf diese Frage könnte eines Tages ein Team geben, das aus einem Mondrover und einem Kletterroboter besteht. Über ein elektromechanisches Interface sind die beiden Partner miteinander verbunden – es regelt den Energie- und Datenaustausch zwischen den Systemen.



Wissenschaftler des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Bremen haben ein intelligentes Roboterteam entwickelt, das am Südpol des Mondes in tiefen Kratern nach gefrorenem Wasser suchen soll: Der vierrädrige Mondrover Sherpa trägt den sechsbeinigen Kletterroboter CREX über kilometerlange Strecken zum Kraterrand. Dort angekommen, dockt sich der ameisenähnliche Crater Explorer ab und untersucht das Innere der Felsspalten.

Das in seiner Mobilität einzigartige System wurde bereits in der 288 m² großen Weltraum-Explorationshalle des DFKI Robotics Innovation Center getestet. Die Forschergruppe um Prof. Dr. Frank Kirchner konstruierte und programmierte das Roboterteam über dreieinhalb Jahre im Projekt Rimres (Rekonfigurierbares Integriertes Mehr-Roboter Explorations-System). Den Auftrag für das 3,7 Mio. Euro schwere Vorhaben gab die Raumfahrt-Agentur des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), finanziert mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi).

Das Projektziel bestand darin, in einer Übungsmission auf der künstlichen Kraterlandschaft zu zeigen, dass heterogene Roboter gemeinsam komplexe Aufgaben autonom oder teilautonom bewältigen können. „Mit der Einführung von sich selbstständig rekonfigurierenden Systemen beschreitet die Raumfahrtrobotik neue Wege. Diese führen zu größeren Missionszielen, langfristigen Operationen und kostengünstigeren Einsätzen", erklärt Kirchner, wissenschaftlicher Verantwortlicher des Projekts. „Die in dieser Forschung entstehenden Basistechnologien dienen auch irdischen Einsätzen." Nach diesem Vorbild könnten beispielsweise Tiefsee-Explorationssysteme entwickelt werden.


Robuster Rover transportiert wendigen Scout

Das Rimres-System zeichnet sich durch eine intelligente elektromechanische Schnittstelle zwischen Rover und Kletterroboter aus. Über diese teilen die Roboter Energie und Informationen. Das ermöglicht eine reibungslose Teamarbeit.

„Sherpa und CREX können wie ein einziges System agieren, arbeiten aber im getrennten Zustand völlig unabhängig voneinander" , erläutert Projektleiter Florian Cordes. So kann der rund 160 kg schwere Sherpa seinen 27 kg leichten Begleiter am Kraterrand absetzen und ihm den Befehl geben, den Abhang herabzusteigen und mit Gesteinsproben aus dem Krater zurückzukehren.

Der robuste Rover ist ein Multitalent: Dank eines Navigationsmoduls findet er sich im Gelände zurecht, kann weite Strecken energieeffizient fahren und einzelne Räder heben, um Hindernisse zu überwinden. Mit seinem zwei Meter langen Greifarm stützt er sich ab, falls er in sandigem Boden stecken bleibt, oder lädt Nutzlasten wie Akkus und wissenschaftliche Messgeräte ab. Durch integrierte Kameras lässt sich die Mission von der Erde aus beobachten. Das Team kann durch weitere Roboter ergänzt werden.


Neue Perspektiven für die bemannte Raumfahrt

Die Existenz gefrorenen Wassers auf dem Mond eröffnet der bemannten Raumfahrt neue Perspektiven. Wasser lässt sich in Wasserstoff und Sauerstoff zerlegen – daraus können Atemgas für Astronauten und Treibstoff für Raketen gewonnen werden. Hinweise auf Wasser in Kratern am Südpol des Erdtrabanten wurden im Jahr 2009 anhand von Spektrometer-Daten festgestellt. Nun gilt es herauszufinden, in welcher Tiefe, Konzentration und Verteilung das Wassereis in den Kratern schlummert. Die letzte bemannte Mondmission liegt übrigens schon eine Weile zurück: Im vergangenen Dezember jährte sie sich zum 40. Mal.

Projektpartner war das Zentrum für angewandte Raumfahrttechnik und Mikrogravitation (ZARM). Beteiligt waren außerdem die Astrium GmbH, das Bremer Raumfahrtunternehmen OHB-System AG und das DLR-Institut für Raumfahrtsysteme. Rimres wurde gefördert von der Raumfahrt-Agentur des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e.V. mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

Weitere Informationen:
http://www.kem.de/angewandteforschung/-/article/30599594/37949291/

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 699351
 645

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Space Robotics: Fit für die Suche nach Wasser in Mondkratern“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Konradin Verlag R. Kohlhammer GmbH

Studie: Gutes Innovationsmanagement steigert den Gewinn
Studie: Gutes Innovationsmanagement steigert den Gewinn
Obwohl sich die Innovationsleistung in den vergangenen drei Jahren verschlechtert hat, erzielen die Top-Innovatoren einen um bis zu 13 % höheren Ebit als der Durchschnitt. Dies ist eines der Kernergebnisse der von Arthur D. Little durchgeführten Global Innovation Excellence Study. Mehr als 650 Führungskräfte aus verschiedenen Branchen hat die Unternehmensberatung Arthur D. Little, Brüssel, befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass zwischen der Anwendung von Best-Practice-Managementansätzen und dem Erreichen einer hohen Innovationsleistung ein eng…
Gute Bedienbarkeit für alle
Gute Bedienbarkeit für alle
Am Anfang waren riesige Handy-Tasten. Sie sollten älteren Menschen, deren Seh- und Tastsinn nachlässt, eine Hilfe sein. Doch als sie Mitte der neunziger Jahre auf den Markt kamen, wollte sich kaum jemand damit sehen lassen: Denn schon von weitem war sichtbar: Hier ist jemand nicht mehr ganz auf der Höhe. Weil sich keiner das Etikett „Technik-Opa" anheften wollte, verschwanden die gut gemeinten Senioren-Telefone bald vom Markt. Den Leiter des Forschungs- und Lehrgebiets Technisches Design am Institut für Konstruktionstechnik und Technisches D…

Das könnte Sie auch interessieren:

Vom Labortest zur Außenmission: Systemoptimierung für autonome Langzeiterkundung des Jupitermondes
Vom Labortest zur Außenmission: Systemoptimierung für autonome Langzeiterkundung des Jupitermondes
… tiefer Ozean vermutet, der die Grundlage für extraterrestrisches Leben bieten könnte. Wie sich dieser Ozean erreichen und erforschen ließe, haben Wissenschaftler des Robotics Innovation Center des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) im Projekt Europa-Explorer (EurEx) untersucht. Die zur autonomen Navigation unter Wasser und …
Mehr Effektivität für Tiefseeroboter: Erfolgreicher Praxistest im Mittelmeer
Mehr Effektivität für Tiefseeroboter: Erfolgreicher Praxistest im Mittelmeer
… mit einer Einsatzleitstelle in Brüssel verbunden, die vom Projektpartner Space Applications Services betrieben wurde. Im DexROV-Projekt entwickelt die Jacobs Robotics Group 3D-Wahrnehmungs- und -Weltmodellierungssoftware, welche Fahrerassistenzfunktionen für die ROV-Piloten und die virtuelle Offshore-Präsenz ermöglicht. Die 3D-Wahrnehmung basiert auf …
Raumfahrtkolloquium: Technologien für die Raumfahrt von morgen
Raumfahrtkolloquium: Technologien für die Raumfahrt von morgen
… Luft- und Raumfahrt (DLR), Bremen • 18.15 Uhr | Deep Space Gateway - "The next giant leap" | Dipl.-Ing. Detlef Wilde | Airbus Defense and Space, Bremen • 19.00 Uhr | Robotik für die Raumfahrt von morgen | Dr. Sebastian Bartsch | Robotics Innovation Center, Deutsches Deutsches Zentrum für künstliche Intelligenz (DFKI), Bremen Quelle: idw
NI ermöglicht mit LabVIEW Robotics 2009 das Design von anspruchsvollen Robotersteuerungssystemen
NI ermöglicht mit LabVIEW Robotics 2009 das Design von anspruchsvollen Robotersteuerungssystemen
Pressemitteilung, 11. Januar 2010 – National Instruments (Nasdaq: NATI) bringt LabVIEW Robotics 2009 auf den Markt, eine neue Version der grafischen Systemdesignsoftware, die eine Standardentwicklungsplattform für den Entwurf von autonomen Robotersteuerungssystemen bietet. NI LabVIEW Robotics 2009 umfasst eine umfangreiche Robotikbibliothek mit Anbindungsmöglichkeiten …
Bild: Überreste von historischem Flugzeug gefundenBild: Überreste von historischem Flugzeug gefunden
Überreste von historischem Flugzeug gefunden
… des Fraunhofer-Instituts für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB in Ilmenau und Karlsruhe. DEDAVE ist reif für die Großserienproduktion, das kanadische maritime Technologieunternehmen Kraken Robotics Inc. hat das AUV lizensiert und in ThunderFish Alpha umbenannt. Seit Ende Juli schickt die Firma das an ein Space Shuttle erinnernde Fahrzeug …
Bild: Drones can almost see in the darkBild: Drones can almost see in the dark
Drones can almost see in the dark
… algorithms. To solve this problem, professional drones use sensors that are elaborate, expensive, and bulky, such as laser scanners. First combination of artificial intelligence and robotics A group of researchers from the University of Zurich and the Swiss research consortium NCCR Robotics has now developed an innovative alternative approach, enabling …
Bild: automatica 2025: DFKI präsentiert autonome Robotik und flexible ProduktionssystemeBild: automatica 2025: DFKI präsentiert autonome Robotik und flexible Produktionssysteme
automatica 2025: DFKI präsentiert autonome Robotik und flexible Produktionssysteme
Robotics Innovation Center auf dem RIG-GemeinschaftsstandAuf dem Gemeinschaftsstand des Robotics Institute Germany (RIG) in Halle B4, Stand 421 präsentiert das Robotics Innovation Center seine Expertise in der Entwicklung robuster, lernfähiger Robotersysteme, die selbst unter extremen Umweltbedingungen zuverlässig operieren. Im Fokus stehen KI-gesteuerte …
Bild: Wegbereiter für nachhaltige Mondmissionen: Team BREMEN gewinnt internationale Space Resources ChallengeBild: Wegbereiter für nachhaltige Mondmissionen: Team BREMEN gewinnt internationale Space Resources Challenge
Wegbereiter für nachhaltige Mondmissionen: Team BREMEN gewinnt internationale Space Resources Challenge
… aus herausragender Leistung im LUNA-Testfeld und einem zukunftsweisenden Weiterentwicklungskonzept brachte dem Team schließlich den Gesamtsieg ein.Dr. Mehmed Yüksel, Leiter des Teams Space Robotics am DFKI Robotics Innovation Center:„Robotische Systeme sind entscheidend für eine nachhaltige Präsenz des Menschen auf dem Mond. Unser Rover ‚Coyote III‘ …
Bild: Doppelsieg der Uni Bonn bei Roboter-WM in JapanBild: Doppelsieg der Uni Bonn bei Roboter-WM in Japan
Doppelsieg der Uni Bonn bei Roboter-WM in Japan
… Halbzeit. Das Spiel endete nach einem Anerkennungstreffer für den badischen Gegner 11:1 für NimbRo. Der siegreiche NimbRo-OP2-Roboter erhielt außerdem den japanischen Firma Flower Robotics gesponserten RoboCup Design Award, mit die Entwicklung von Robotern für Forschung und Lehre gefördert werden soll. Die Bonner TeenSize-Roboter gewannen das Finale ihrer …
Sie lesen gerade: Space Robotics: Fit für die Suche nach Wasser in Mondkratern