openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Biogasrat+: „Schlausprech ersetzt nicht die Grundrechenarten“

(openPR) Heftige Kritik an Röslers und Altmaiers Ausstieg aus der Energiewende


Der Biogasrat+ e.V. – dezentrale energien – sieht in dem gemeinsamen Papier der Bundesminister Rösler und Altmaier eine klare Absage an den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien und ein Herausschleichen aus der Energiewende. „Die Bundesregierung hat energiepolitisch nichts zustande bekommen außer den Wiedereinstieg in den Ausstieg aus der Kernenergie“, erklärt der Geschäftsführer des Verbandes Reinhard Schultz. „Zuverlässige Rahmenbedingungen für einen planvollen Aufbau einer neuen Energieversorgung mit erneuerbaren Energien gibt es nicht. Jetzt soll der endgültige Kahlschlag erfolgen.“


Schultz stellt klar, dass Neuanlagen, die fünf Monate nach Inbetriebnahme die Mehrkosten nicht erstattet bekommen und ab dem sechsten Monat neben der bereits bestehenden Degression von 2 Prozent eine weitere Absenkung des Vergütungsniveaus von vier Prozent hinnehmen sollen, nicht finanzierbar sind. „Diese zusätzliche Absenkung der Vergütung ist nicht zu verkraften“, erklärt Schultz, „schon gar nicht für Biogas- und Biomethananlagen, die ihre Einsatzstoffe auf schwierigen Märkten einkaufen müssen. Die vorgeschlagenen Maßnahmen wären der Tod großer Teile der überwiegend mittelständisch aufgestellten Biogas- und Biomethanbranche.“
Die geplanten Eingriffe in gesetzlich verankerte Vergütungselemente für bereits bestehende Anlagen zeigt aus Sicht von Schultz ein gestörtes Verhältnis von Altmaier und Rösler zur Verfassung. „Das Grundgesetz garantiert Vertrauensschutz für Investitionen, die wegen der gesetzlichen Förderung getätigt wurden. Wer mit diesem Vertrauensschutz bricht, wird vor dem Bundesverfassungsgericht scheitern. In der Zwischenzeit erzeugt er jedoch ein Investitionsklima wie in einer Bananenrepublik.“ Dabei bezieht sich der Biogasrat+ auf die Entschädigung für das Einspeisemanagement für Bestandsanlagen, die nicht direkt vermarkten und die pauschale Absenkung der Vergütung von Bestandsanlagen für ein Jahr.
Die Abschaffung des Güllebonus für Biogasanlagen, die zwischen 2004 und 2008 in Betrieb gegangen sind, ist aus Sicht des Biogasrat+ allerdings kein verfassungsrechtliches Problem, sondern ein Problem des politischen Vertrauensschutzes. „Der Gesetzgeber hat im Jahr 2008 bewusst diese Anlagen rückwirkend mit dem Güllebonus ausgestattet, mit dem die Betreiber natürlich nun rechnen“, erklärt Schultz.
Als grundsätzlich richtig unterstützt der Biogasrat die vorgeschlagene Regelung, dass ab August 2013 alle Neuanlagen ihren Strom direkt vermarkten müssen. „Das war schon unser Vorschlag für das EEG 2012“, unterstreicht Schultz. „Allerdings müssen dann auch die Rahmenbedingungen stimmen. Zum Beispiel muss sichergestellt sein, das Biomethan bilanziell so aufgeteilt werden darf, dass neben dem Strommarkt, auch der Kraftstoff- und der Wärmemarkt bedient werden können Dadurch würden im Übrigen die EEG-Umlage um mehrstellige Millionenbeträge gedämpft.“ Aber auch das Missverhältnis der Förderung fossiler Kraft-Wärme-Kopplung und der EEG-Kraftwärmekopplung sollte nach Meinung des Biogasrat + dringend bereinigt werden. „Wer Markt will, muss auch ein ökonomisches Interesse der Kraftwerksbetreiber sicherstellen. Hier hat Rösler in seiner Zuständigkeit die Subventionsschraube zugunsten fossiler Energieträger überdreht“, mahnt der Biogasrat+.
Der Biogasrat+, der sich den Aufbau einer weitgehend verbrauchs- und lastnahen dezentralen Stromversorgung zum Ziel gesetzt hat, versteht nicht, warum die Eigenstromerzeugung auf der Abschussliste der Bundesregierung steht. „Dadurch wird sowohl der Bedarf an Netzausbau als auch die teure Absicherung der fluktuierenden Energien durch fossile Kraftwerke deutlich gemindert. Zwei Drittel des Stroms verbraucht die Industrie. Warum sollte sie ihn nicht auch zu einem großen Teil selbst erzeugen?“, fragt Schultz.
Ausdrücklich begrüßt der Biogasrat+ die Absicht der Bundesregierung, die Befreiung von der EEG- und der Netzumlage nur noch für Industrieunternehmen gelten zu lassen, die besonders energieintensiv sind und im internationalen Wettbewerb stehen. „Ökonomisch schwachsinnig allerdings ist die Absicht der beiden Minister, die Höhe der EEG-Umlage für zwei Jahre einzufrieren und gleichzeitig noch an einen Zuwachs an Erneuerbaren Energien zu glauben. Der schönste Schlausprech ersetzt nicht die Kenntnis von wenigsten zwei der vier Grundrechenarten“, empört sich Schultz.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 698636
 1007

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Biogasrat+: „Schlausprech ersetzt nicht die Grundrechenarten““ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Biogasrat + e. V.

Bild: EEG 2016 gefährdet nachhaltige Energieerzeugung im ländlichen RaumBild: EEG 2016 gefährdet nachhaltige Energieerzeugung im ländlichen Raum
EEG 2016 gefährdet nachhaltige Energieerzeugung im ländlichen Raum
Biogasrat+ e. V. fordert moderates Wachstum für Biomasseanlagen Berlin, 29.06.2016. Unter dem Motto „Zukunft sichern, Bauern stärken“ beginnt heute in Hannover der Deutsche Bauerntag. Aus diesem Anlass verweist der Biogasrat+ e. V. auf die herausragende Rolle der Landwirte bei der Energiewende. „Die Energieerzeugung aus Biogas und Biomethan ist eine wichtige Säule der modernen Landwirtschaft und muss es auch bleiben“, so Janet Hochi, Geschäftsführerin des Biogasrat+ e. V. „Für eine verlässliche Zukunft der Bioenergieerzeugung und -verwertung…
Biogasrat begrüßt Bekenntnis der Bundesländer zur Stärkung der Stromerzeugung aus Biomasse im EEG 2016
Biogasrat begrüßt Bekenntnis der Bundesländer zur Stärkung der Stromerzeugung aus Biomasse im EEG 2016
Berlin, 18.12.2015. Mit der heute im Bundesrat verabschiedeten Entschließung zur Stärkung der Stromerzeugung aus Biomasse im EEG 2016 haben die Bundesländer ein wichtiges Zeichen für den Ausbau der Bioenergie gesetzt, erklärt der Biogasrat. „Wir begrüßen die Entschließung der Bundesländer ausdrücklich und appellieren nachdrücklich an die Bundesregierung, der klimafreundlichen Strom- und Wärmeerzeugung aus Biomasse wieder eine verlässliche Zukunftsperspektive im Rahmen der anstehenden EEG-Novelle 2016 zu geben“, so Geschäftsführerin Janet Hoch…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bundeswirtschaftsminister bekennt sich zu Biogas Biomethan auch in größeren Kraftwerken und im Wärmemarkt
Bundeswirtschaftsminister bekennt sich zu Biogas Biomethan auch in größeren Kraftwerken und im Wärmemarkt
Berlin. Der Wirtschaftsstaatssekretär Ernst Burgbacher hat sich in seinem Grundsatzvortrag auf einer Fachkonferenz des Biogasrat e.V. ausdrücklich zur Strategie der Bundesregierung bekannt, bis zum Jahr 2020 sechs Milliarden Kubikmeter Biogas in das deutsche Erdgasnetz einzuspeisen. Gute Einsatzfelder für Biogas sehe er im Bereich Strom- und Wärmeerzeugung sowie als Kraftstoff. Für Reinhard Schultz, Geschäftsführer des Biogasrat e.V. ist dies eine wichtige und notwendige Klarstellung, nachdem in der vergangenen Woche einige missverständliche …
Bild: EEG 2016 gefährdet nachhaltige Energieerzeugung im ländlichen RaumBild: EEG 2016 gefährdet nachhaltige Energieerzeugung im ländlichen Raum
EEG 2016 gefährdet nachhaltige Energieerzeugung im ländlichen Raum
Biogasrat+ e. V. fordert moderates Wachstum für Biomasseanlagen Berlin, 29.06.2016. Unter dem Motto „Zukunft sichern, Bauern stärken“ beginnt heute in Hannover der Deutsche Bauerntag. Aus diesem Anlass verweist der Biogasrat+ e. V. auf die herausragende Rolle der Landwirte bei der Energiewende. „Die Energieerzeugung aus Biogas und Biomethan ist eine …
Bild: EU-Winterpaket: Klimaschutzpotenziale von Biomethan nutzenBild: EU-Winterpaket: Klimaschutzpotenziale von Biomethan nutzen
EU-Winterpaket: Klimaschutzpotenziale von Biomethan nutzen
Biogasrat+ fordert Stärkung des grenzüberschreitenden Handels mit Biomethan Berlin, 18.12.2017. Von der heutigen Beratung der EU-Energieminister über das EU-Winterpaket erwartet der Biogasrat+ e. V. ein klares Signal zur Weiterentwicklung der erneuerbaren Energien. „Für die Umsetzung der ambitionierten Pläne, die europäischen Bürger mit sauberer Energie …
Biogasrat+ stellt sich breiter auf
Biogasrat+ stellt sich breiter auf
Im Rahmen seiner für 2013 Kurs setzenden Mitgliederversammlung wählte der Biogasrat+ mit Dr. Anton Daubner (agri.capital Luxembourg S.à.r.l.) einen neuen 1. Vorsitzenden. Der scheidende 1. Vorsitzende Kunibert Ruhe (Ruhe Agrar GmbH) bleibt dem Vorstand als Beisitzer erhalten. Ebenfalls neu als Beisitzer wurde Jens Albartus (WELTEC BIOPOWER GmbH) in den …
Biogasrat: Jetzt Konsequenzen aus Biogas-Monitoringbericht ziehen
Biogasrat: Jetzt Konsequenzen aus Biogas-Monitoringbericht ziehen
„Förderung von Biogas nicht nach Bedürftigkeit sondern nach Notwendigkeit“ Berlin. Der Biogasrat e.V. hat den Biogas-Monitoringbericht der Bundesnetzagentur ausdrücklich begrüßt. „Nun ist es amtlich: die Rahmenbedingungen für die Einspeisung von Biogas ins Erdgasnetz sind bei weitem nicht ausreichend“, erklärt Reinhard Schultz, Geschäftsführer des Wirtschaftsverbandes. „Um die Einspeiseziele der Bundesregierung zu erfüllen und 10 Prozent des Erdgases durch Biogas zu ersetzen, müssten bis zum Jahr 2020 jährlich etwa 120 Biogas-Einspeiseanlage…
Biogasrat fordert effiziente Nutzung von Bioabfällen
Biogasrat fordert effiziente Nutzung von Bioabfällen
Berlin, den 24. September 2010 - Der Biogasrat e.V., der Verband der führenden Unternehmen der Biogasbranche, stellte gestern seine wesentlichen Forderungen zur Neuordnung des Kreislaufwirtschafts- und Abfallrechts anlässlich der Anhörung zum Referentenentwurf im Bundesumweltministerium vor. So ist die flächendeckende Einführung der Biotonne aus Sicht des Biogasrat e.V. nur sinnvoll, wenn sie in eine Biogas-/Biomethanstrategie eingebunden wird. Denn nur im Rahmen einer Biogas-/Biomethanstrategie könne das hohe Ressourcenpotential der Bioabfäl…
Biogasrat: Weniger Krankheitserreger in ausgegasten Gärresten als in Gülle - Colibakterien allgegenwärtig
Biogasrat: Weniger Krankheitserreger in ausgegasten Gärresten als in Gülle - Colibakterien allgegenwärtig
Der Biogasrat e.V. ist der Verband der führenden Unternehmen der Biogaswirtschaft. Seine Mitglieder repräsentieren die gesamte Wertschöpfungskette der Biogasbranche. Dem Biogasrat e.V. gehören landwirtschaftliche Erzeuger und Anlagenbauer, Zulieferer, Finanzierer und Projektentwickler, Unternehmen der Ver- und Entsorgungswirtschaft sowie Handelsunternehmen an. Der Biogasrat versteht sich als Verband, der den Markt im Interesse seiner Mitglieder entwickelt, die Rolle von Bioenergien im Energiemix der Zukunft gegenüber Politik und Gesellschaft…
Falsche Daten als EEG-Grundlage für Biogasförderung
Falsche Daten als EEG-Grundlage für Biogasförderung
Biogasrat wirft Regierungsgutachter Schludrigkeit vor und tritt Gegenbeweis an. Berlin, den 23.06.2011. „Schluderigen Umgang mit den wichtigsten Basisdaten“ wirft der Biogasrat e.V. dem Hauptgutachter des Bundesumweltministers für die Biogaspolitik, dem Leipziger Deutschen Biomasseforschungszentrum (DBFZ) vor. Das Institut hat die wesentlichen Inhalte des Erfahrungsberichts zum Erneuerbaren Energiegesetz verfasst. Die gesamte Biogasbranche und deren Verbände, aber auch viele Politiker, kritisieren, dass die Vergütungssätze für die Verstromun…
Bild: Biomethan liefert den perfekten Speicher für die EnergiewendeBild: Biomethan liefert den perfekten Speicher für die Energiewende
Biomethan liefert den perfekten Speicher für die Energiewende
… ins Stromsystem integriert werden kann. Der kostenintensive Ausbau neuer Speicherkapazitäten erscheint unumgänglich, um den Herausforderungen der Energiewende gerecht zu werden. Dem widerspricht der Biogasrat+ e.V.: „Mit Biogas und vor allem mit Biomethan im Erdgasnetz haben wir bereits heute ein hervorragendes Speichermedium, das für die erfolgreiche …
Bild: Großes Interesse an Biogas in der Ukraine
Großes Interesse an Biogas in der Ukraine
Kiew, 22.11.2012. Auf einer gemeinsamen Konferenz des BioEnergie Verbandes der Ukraine und des Biogasrat+ in Kiew mit 120 Teilnehmern unterstrichen Vertreter der deutschen und ukrainischen Biogaswirtschaft, aber auch etlicher Regierungsstellen das große Potenzial für Biogas und Biomethan in der Ukraine. Allerdings seien die gesetzlichen Rahmenbedingungen …
Sie lesen gerade: Biogasrat+: „Schlausprech ersetzt nicht die Grundrechenarten“