(openPR) Aber das Auge haßt das Gesehene, weil es verletzend war und ist. Und so beginnt und endet jede verhängnisvolle Geschichte mit dem Blick. Sieh sie nicht an, du sollst sie nicht auf diese Weise ansehn. Rät der Wächter dem Anderen. Zu spät. Sein Schicksal will niemand vollziehen. Der Wächter wählt den Freitod. Auch den Propheten soll man nicht ansehn, er fristet verborgen im Kerker. Salome widersetzt sich. Noch mehr: Sie fordert den Gegenblick. Ich will ihn sehn. Und dann den Kopf. Den bekommt sie. Weil der König hin und die Mutter weg sieht. Du sollst mich ansehn Jochanaan. Ein Blickgewirr, ihr merkt es schon. Auch Woyzeck hat allerhand zu tun mit dem verfluchten Blick. Unterwegs in der Hölle, die ihm allein gehört, weiß er: Sieh dich nicht um. Denn siehe da ging ein Rauch vom Land. Es ist hinter mir gegangen bis vor die Stadt. Marie hat hingesehen. Sie hat den Sänger geschaut, den Propheten gehört. Das hat sie nun davon. Man müßt´s greifen können. Aber außer dem Blick von der anderen Seite kommt nichts zurück.
Salome trifft auf Woyzeck. Mythos auf Fragment. Wer war Salome und was hätte Woyzeck gern gesagt?
Text und Regie: Andreas Neu
Schauspiel: Benjamin Jorns, Marie Golüke, Teresa Geisler
USED BODIES
Premiere: 22.02.2012
ACUD Theater
Veteranstr. 21
Berlin
Weiter Aufführungen: 23/24.02.2013










