(openPR) Der Hund stammt vom Wolf ab. Und der Wolf ist ein Fleischfresser. Einige Hundebesitzer füttern deshalb täglich rohes Fleisch. Forscher haben in einer aktuellen Studie herausgefunden, dass die Wölfe, als sie sich vor rund 12.000 Jahren den Menschen anschlossen und sich zu Haushunden entwickelten, auch ihren Stoffwechsel anpassten. Statt auf Beutezug zu gehen, fraßen sie, was der Mensch in der Nähe der Höhle liegen ließ. Und das waren oft Getreideprodukte.
Leipzig, 6. Februar. Um der Ernährungsumstellung des frühen Hundes auf die Spur zu kommen, untersuchten schwedische Forscher das Erbgut von 19 Wölfen und von 71 Hunden aus 38 verschiedenen Rassen. Dabei wurde festgestellt, dass sich bei der Domestikation des Wolfes zum Haushund einige Gene veränderten. „Es ist den Forschern dennoch unklar, wie und warum die Hunde ursprünglich domestiziert wurden“, erklärt die Leiterin der futalis Forschungsabteilung Stefanie Schmidt. Menschen könnten Wolfswelpen gehalten haben und die gezähmten Tiere dann als Jagdhilfe oder als Aufpasser eingesetzt haben.
Es wäre aber auch möglich, dass der Wolf einfach die Abfälle der Menschen appetitlich fand und sich ihnen deshalb anschloss. Wie der Mensch auch zum Wolf kam: Bei ihrer Genanalyse fand das Forscherteam zehn Erbgutabschnitte, die es den Hunden leichter machten, Stärke zu verdauen. Schmidt: „Vor allem lassen sich drei Enzyme beim Hund in erheblich größerer Anzahl als beim Wolf finden, die für die Spaltung und Umwandlung der Stärke zuständig sind.“ Die frühen Hunde gewöhnten sich an den Speiseplan des Menschen und ernährten sich vermehrt mit Stärke. Die Zähmung des Wolfes zum Haustier ging quasi durch den Magen. „Damit unterstreicht diese Studie die bisherigen Erkenntnisse über den Verdauungstrakt und belegt, dass der Hund kein reiner Fleischfresser ist. Viele Züchter und Hundebesitzer sind nach wie vor davon überzeugt, man müsse seinen Hund ernähren wie seinen Vorfahren, den fleischfressenden Wolf“, erklärt Schmidt.
Würde man einen Hund dauerhaft nur mit Fleisch füttern, könnte es zu Überversorgungen und Mangelerscheinungen kommen, zum Beispiel von Kalzium und Vitamin A. Deshalb ist es wichtig, die Fleischrationen mit Gemüse, Obst, Ölen und Kräutern und somit auch Kohlenhydraten zu ergänzen. Wie genau die tägliche Ration aussehen muss, ist nicht einfach zu errechnen und sollte deshalb von einem Tierarzt durchgeführt werden. „Ein optimales Futter – egal welche Fütterungsform genutzt wird – muss alle relevanten Eigenschaften des Hundes berücksichtigen“, so Schmidt. Das sei notwendig, da die individuellen Eigenschaften einen bedeutenden Einfluss auf den Energie-, Vitamin- und Mineralstoffbedarf der Hunde haben. „Ein bedarfsgerechtes und angepasstes Hundefutter ist Voraussetzung, um sicherzustellen, dass der Hund mit allen essentiellen Nährstoffen optimal versorgt wird.“













