(openPR) Wieder einmal bestätigt eine aktuelle Studie, die jüngst in der Online-Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift Cancer erschienen ist, die Wirksamkeit des PSA-Tests zur Früherkennung von Prostata-Tumoren. Die Auswertung von Daten des größten Krebsregisters der USA zeigt: Ohne den PSA-Test würden dreimal mehr Männer ihre Krebserkrankung erst bemerken, wenn der Tumor bereits Absiedelungen (Metastasen) gebildet hat.
Dank verbesserter Früherkennung mittels PSA-Test erreichen heute in den USA statt 25.000 nur 8.000 Männer ein spätes Stadium der Krebserkrankung, berichten die US-amerikanischen Wissenschaftler. Für ihre Studie werteten die Forscher Daten des größten Krebsregisters der USA (Surveillance, Epidemiology and End Results) aus den Jahren 1983 bis 1985 aus, und verglichen diese mit Informatio-nen aus den Jahren 2006 bis 2008. Der Unterschied: Während in den 80er Jahren der PSA-Test noch nicht routinemäßig durchgeführt wurde, war er Anfang 2000 bereits weit verbreitet. Da sich die Behandlung von Prostatakarzinomen kaum geändert habe, müsse die Früherkennung für den Rückgang verantwortlich sein, lautet die Schlussfolgerung der Wissenschaftler.
PSA-Test kann Leben retten
Doch gerade in den letzten Jahren wurde der PSA-Test als Methode zur Früherkennung in seiner Wirksamkeit immer wieder angezweifelt. Da Prostatakrebs häufig im höheren Lebensalter auftritt, in der Regel langsam wächst und daher möglicherweise nie Beschwerden verursachen würde, besteht durchaus die Gefahr einer „Übertherapie. Strittig ist daher, vor allem, ob durch die frühe Diagnose nicht zu viele Patienten unnötig behandelt würden.
“Trotz aller Kritik am PSA-Test dürfen wir nicht vergessen, dass der Früherken-nungstest viele Leben retten kann“, kommentiert Dr. Pedram Derakhshani, Urologe im Westdeutschen Prostatazentrum die aktuelle Studie. So sind seit Einführung des PSA-Tests in den USA fast 40 Prozent weniger Männer an Prostatakrebs gestorben als zuvor. Denn: Wird der Tumor erst bemerkt, wenn er bereits gestreut hat, ist er in aller Regel nicht mehr heilbar und führt bei vielen Männern innerhalb der nächsten Jahre zum Tod.
„Gleichzeitig sollten wir künftig Methoden an der Hand haben, gefährliche Tumore besser identifizieren zu können, um so unnötige Therapien zu vermeiden“, so der Kölner Urologe. Darüber hinaus müsse der Fokus bei der Behandlung von Prostatakrebspatienten verstärkt dahin gehen, optimale Heilungsraten bei minimalen Nebenwirkungen zu erzielen.
Literatur:
Scosyrev E, Wu G, Mohile S, Messing EM.: Prostate-specific antigen screening for prostate cancer and the risk of overt metastatic disease at presentation: Analysis of trends over time. Cancer. 2012 Jul 30. doi: 10.1002/cncr.27503. [Epub ahead of print]










