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Neuer Test bei Prostatakrebs - Wann macht der PCA3-Urintest Sinn?

24.11.200815:29 UhrGesundheit & Medizin
Bild: Neuer Test bei Prostatakrebs - Wann macht der PCA3-Urintest Sinn?
Dr. med. Stephan Neubauer, Westdeutsches Prostatazentrum, Köln
Dr. med. Stephan Neubauer, Westdeutsches Prostatazentrum, Köln

(openPR) Ein neuer Gen-basierter Urintest soll bei Verdacht auf Prostatakrebs die Entscheidung, ob eine Biopsie durchgeführt werden muss, erleichtern. Ebenso wie der PSA-Test definiert der PCA3-Test das Risiko für das Vorliegen eines Prostatakarzinoms. „Wann und für wen das Verfahren geeignet ist, muss allerdings im Einzelfall sorgfältig entschieden werden“, sagt Dr. Stephan Neubauer, Urologe im Westdeutschen Prostatazentrum in Köln, das als eines der wenigen Zentren in Deutschland über den PCA3-Test verfügt.



Jedes Jahr werden in Deutschland über 50 000 Männer mit der Diagnose Prostatakrebs konfrontiert, 11.000 sterben an den Folgen der Erkrankung. Dank verbesserter Früherkennungsmethoden werden bösartige Tumore in der Prostata zu einem immer früheren Zeitpunkt erkannt. „Mehr als 70 Prozent der Tumore sind zum Zeitpunkt ihrer Entdeckung auf die Prostata begrenzt und haben damit hervorragende Heilungschancen“, erklärte Dr. Neubauer.

Zu einer effektiven Früherkennung gehört neben der rektalen Tastuntersuchung und einer Ultraschalluntersuchung der Prostata, die Bestimmung des prostataspezifischen Antigens (PSA) im Blut. Ergibt sich aus den Vorsorgeuntersuchungen der Verdacht auf Prostatakrebs, wird zur Absicherung eine Gewebeentnahme erforderlich, die so genannte Biopsie. Werden im entnommen Gewebe keine Tumorzellen nachgewiesen, steigt aber der PSA-Wert weiterhin, stellt sich die Frage nach einer erneuten Biopsie. „Hier kann ein neues Testverfahren, der so genannte PCA-3-Test, möglicherweise als Entscheidungshilfe dienen“, sagt der Urologe.

Der ProgensaTM-PCA3-Test ist eine in den USA entwickelte molekulargenetische Untersuchung des Urins. PCA3 ist ein Gen, das ausschließlich in Prostatagewebe exprimiert und in den Urin abgegeben wird. Wenn Prostatazellen entarten, ist das Gen besonders aktiv und Prostatakarzinomzellen bilden dabei 60-100fach mehr PCA3 als normales Prostatagewebe. Während das Verfahren technisch sehr aufwendig ist, ist die Durchführung vergleichsweise einfach: Nach einer Prostatamassage im Rahmen der Tastuntersuchung lässt der Patient Wasser. Durch die vorangegangene Massage werden Prostatazellen mit den Urin ausgeschieden. Die Urinprobe wird dann zur Bestimmung des PCA3-Wertes in ein Spezial-Labor geschickt.

PCA3-Test : Wer, wie, wann?

Geeignete Kandidaten für den neuen Urintest sind also vor allem Patienten, bei denen nach negativer Biopsie weiterhin der PSA-Wert erhöht ist und der Verdacht auf Prostatakrebs bestehen bleibt. „Der Genest soll dabei helfen, die Männer herausfiltern, bei denen ein Prostatakarzinom wahrscheinlich ist“, erläutert Dr. Pedram Derakhshani, ebenfalls Urologe im Westdeutschen Prostatazentrum. Aktuelle Studien1/2 konnten zeigen, dass bei erhöhten PCA3-Werten eine Prostatabiopsie häu-figer positiv ausfällt, d. h. Krebszellen in der Prostata vorhanden sind. Ein niedriger PCA3-Wert deutet dagegen auf eine geringere Wahrscheinlichkeit einer positiven Biopsie hin. „Allerdings“, warnt Dr. Derakhshani, „kann ein negatives Testergebnis das Vorliegen eines Tumors der Prostata nicht vollständig ausschließen. Der PCA3-Test ist daher kein Ersatz für die Biopsie, sondern nur eine zusätzliche Ergänzung des diagnostischen Spektrums.

Kein Ersatz für PSA-Test

Anders als der PSA-Test ist PCA3 Prostatakrebs-spezifisch. Der Urintest unterscheidet damit genauer zwischen Prostatakrebs und gutartigen Prostataerkrankungen, wie z. B. einer gutartigen Prostatavergrößerung oder einer Prostatitis (Ent-zündung der Prostata). Auch bei Patienten mit einer großen Prostata kann es Sinn machen, den PCA3-Test einzusetzen, da sich hier oft erhöhte PSA-Werte ergeben, ohne dass ein Karzinom vorliegt.

Trotz einiger Vorteile wird der PSA-Test auch in Zukunft nicht durch den PCA3-Test ersetzt werden– darin sind sich die Experten einig. „Er ist kein Ersatz, sondern in einigen Bereichen eine wertvolle Ergänzung“, resümiert Neubauer. Der Urologe vom Westdeutschen Prostatazentrum ist dennoch davon überzeugt, dass der PCA3-Test auch ein großes Potential bei anderen Fragestellungen hat: So könne der Urintest möglicherweise künftig einen wichtigen Stellenwert in der Tumorkontrolle nach der operativen Entfernung der Prostata oder der Strahlenbehandlung des Tumors einnehmen.


Literatur:
1Deras et al. (2008) PCA3: A molecular urine assay for predicting prostate biopsy outcome. Journal of Urology. 179, 1587-1592.

2 Marks LS, Fradet Y, Deras IL et al. PCA3 molecular urine assay for prostate cancer in men undergoing repeat biopsy. Urology 2007; 69(3): 532-535.

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