(openPR) Gleich zu Beginn müssen wir mit einem Fehlurteil aufräumen: der Wert Ihres Unternehmens muss nicht dem Preis Ihres Unternehmens entsprechen. Der Wert Ihres Unternehmens ist abhängig vom Betrachter und der Situation in der sich dieser gerade befindet. Deswegen ist es wichtig, vor dem Einstieg in dieses Thema für sich selbst 3 Fragen zu beantworten:
- Meine Situation: Wo stehe ich als Unternehmer gerade?
- Die Situation der Firma: Wo steht mein Unternehmen gerade?
- Welchen Wert hat das aktuelle Unternehmertum für mich gerade?
Jede der an einer Unternehmensbewertung teilnehmenden Parteien hat unterschiedliche Wertmaßstäbe und kommt deshalb auch zu unterschiedlichen Preisen. Kauf- und Verkaufspreise sind deshalb immer das Ergebnis von Verhandlungsprozessen. Den „richtigen“ Preis für Ihr Unternehmen gibt es nicht.
Wenn Sie überschlägig und als Anhaltspunkt den Wert Ihres Unternehmens ermitteln wollen, dann können Sie gut mit sogenannten „Multiples“ arbeiten. Nehmen Sie als Caravaning-Händler z.B. den Multiple für Handelsunternehmen, der auf http://www.finance-research.de/multiples/ veröffentlicht wird. Gehen Sie in die Spalte „Experten-Multiples Small-Cap“ und nehmen dort den Wert aus der Spalte EBIT. Im November 2011 lag dieser bei 5,1. Multiplizieren Sie nun diesen Wert mit Ihrem durchschnittlichen EBIT der letzten 3 Jahre.
Beispiel: angenommen Sie hatten in den letzten 3 Jahren ein durchschnittliches Betriebsergebnis vor Steuern von 60 TEUR und Zinsaufwendungen von durchschnittlich 80 TEUR. Addiert ergibt dies ein EBIT von 140 TEUR. Diesen Wert vervielfältigen Sie mit dem Multiple von 5,1 und erhalten somit einen überschlägigen Unternehmenswert von ca. 700 TEUR.
Wenn Sie einen genaueren Wert ermitteln wollen, dann empfehlen wir das modifizierte Ertragswertverfahren. Vereinfacht dargestellt, funktioniert dieses Verfahren wie folgt: Die durchschnittlichen Gewinne der letzten x Jahre zuzüglich der prognostizierten Gewinne der nächsten x Jahre werden gemittelt. Das Ergebnis wird auf eine Laufzeit von x Jahren mit einem Zinssatz von x% diskontiert. Der zugrunde gelegte Zinssatz setzt sich zusammen aus einem Kapitalmarktzins + Risikoaufschlag. Der Ermittlung des Risikoaufschlags kommt im modifizierten Ertragswertverfahren der größte Stellenwert bei, da hierin die Besonderheiten des Unternehmens ausgedrückt werden (z.B. Abhängigkeit im Vertrieb vom abgebenden Unternehmer, Finanzierungsrisiken, persönliche Sicherheiten etc.). Eine solche Ermittlung ist ohne externe Unterstützung für den Unternehmer zumeist nicht mehr durchführbar.









