(openPR) Norwegens Queen of Crime Anne Holt exklusiv auf www.schwedenkrimi.de im Interview – Warum die Menschen sich zu Tode langweilen
Rostock, 21.11.2005 (Literaturportal www.schwedenkrimi.de) – Ihr atemberaubender Kriminalroman „In kalter Absicht“ brachte Anne Holt den großen internationalen Durchbruch. Nun stellt sie den zweiten, so subtilen wie spannungsreichen Fall mit Kommissar Yngvar Stubø und der Psychologin Inger Johanne Vik vor: „Was niemals geschah“ ist die Abrechnung mit einer Gesellschaft, in der die Menschen sich zu Tode langweilen. „Alle warten nur darauf, dass ‚etwas’ passiert, dabei sollte es für die Menschen Herausforderung genug sein, Mensch zu sein, sich zu verlieben, Kinder groß zu ziehen, ihren Job und ihre Pflicht zu tun, alt zu werden“, so die Autorin im Interview mit dem Literaturportal www.schwedenkrimi.de.
Sie beobachte seit langem in der westlichen Gesellschaft, dass Menschen sich extremen physischen Risiken aussetzten, nur um zu spüren, dass sie lebten. Anne Holt: „Es existiert in der westlichen Gesellschaft eine wachsende Faszination für extreme, physische Herausforderungen. Wenn man dann die Leute fragt, warum sie sich von einem mehrer Hundert Meter hohen Turm stürzen, sagen sie, weil sie dann spüren, dass sie leben. Wären diese Menschen tatsächlich anwesend in ihrem Leben, würden sie merken, welch große Herausforderung das Leben an sich ist. Dann bräuchten sie keine extremen sportlichen Herausforderungen mehr.“
Die westliche Langeweile führt Anne Holt auf einen Mangel an Schmerz und Sehnsucht in unserem Leben zurück: „Die Abwesenheit von Sehnsucht und Schmerz verändert uns. Wir haben verlernt, zu akzeptieren, dass das Leben aus Hochs und Tiefs besteht.“ Kinder und Jugendliche müssten lernen, was Schmerz ist – und dass er wieder vorbei geht, nicht ewig währt. Anne Holt: „Ich sage, lasst Kinder auf Bäume klettern, lasst sie herunterfallen und sich den Arm brechen. Dann werden sie Schmerz spüren und verstehen, dass Schmerz zum Leben gehört und auch wieder vorbei geht.“
Anne Holt wurde 1958 in Larvik, Norwegen, geboren und wuchs in Norwegen und den USA auf. Nach ihren sieben international erfolgreichen und vielfach preisgekrönten Kriminalromanen um Hanne Wilhelmsen ist „Was niemals geschah“ der zweite Roman um Kommissar Stubø und die Psychologin Inger Johanne Vik. „Was niemals geschah“ war bei Publikum und Kritik der erfolgreichste norwegische Roman des Jahres 2004. Heute lebt die Autorin und ehemalige Justizministerin Norwegens mit ihrer Frau Tine Kjær und der gemeinsamen Tochter Johanne zusammen in Oslo.
Mehr zu Anne Holt gibt es ab sofort online auf www.schwedenkrimi.de. Zitate sind mit Quellenangabe www.schwedenkrimi.de (inkl. Verlinkung bei digitalen Medien) zur Veröffentlichung frei.
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