(openPR) Im Mittelpunkt der aktuellen Ausgabe des Newsletters „Mit ruhiger Hand“ steht dieses Mal der Beitrag „Das DAX-Prognose-Paradox – oder, warum es heute einfacher ist, einen DAX-Stand von 20.000 vorherzusagen, als eine treffsichere Jahresendprognose zu machen -“. Er geht der Frage nach, wie die zum Jahreswechsel beliebten Jahresprognosen für den Leitindex des deutschen Aktienmarktes DAX zustande kommen, was sie mit historischen Renditen zu tun haben und warum sie praktisch nie auch nur annähernd stimmen.
Hierbei wird gezeigt, dass die Jahresprognosen sich sehr stark an der historischen Durchschnittsrendite deutscher Aktien orientieren. Diese Durchschnittsrendite ergibt sich aber aus Jahren mit starken Kursschwankungen, die keinem erkennbaren Muster folgen. Für das einzelne Jahr ist es viel wahrscheinlicher, dass es eine starke Abweichung vom langjährigen Mittel gibt, als dass dieses tatsächlich erreicht wird. Auf Jahressicht ist eine seriöse Prognose daher praktisch nicht möglich.
Dennoch nehmen Analysten und Aktienmarktstrategen immer wieder diese Schätzungen vor. Empirisches Research zeigt, dass sie selbst an ihre eigenen Prognosen nicht glauben, sondern diese am Marktkonsens und an den Erwartungen ihres Publikums ausrichten. Unserer Einschätzung nach versuchen sich die meisten Prognostiker als „vorsichtige Optimisten“ zu profilieren, indem sie den Durchschnittsertrag schätzen und hiervon einen geringen Risikoabschlag machen. Einige wenige versuchen sich durch extrem negative Vorhersagen als „Crash Gurus“ zu profilieren, wobei ihre Erfolgswahrscheinlichkeit nach unseren Zahlen ungefähr genauso hoch ist, als wenn sie ein Durchschnittsergebnis schätzen. Das statistisch häufigste Ergebnis – eine jährliche Aktienmarktperformance von über 20% - wird hingegen äußerst selten prognostiziert und wenn, dann nur von Außenseitern wie reinen Charttechnikern.
Seit 1990 ergibt der deutsche Aktienmarkt über einen längeren Zeitraum relativ konstant jährliche Renditen um nominal 8% (real 6%). Diese Performance entspricht in etwa auch den Langfristrenditen, die am deutschen Aktienmarkt seit 1950 zu verzeichnen waren. Insofern führt die Fortschreibung dieses Trends zu der Aussage, dass in 12-15 Jahren ein DAX-Stand von über 20.000 realistisch ist. Da sich eine Langfristprognose an strukturellen Trends orientiert, während die Jahresentwicklung durch erratische Schwankungen verzerrt ist, liegt die scheinbar paradoxe Schlussfolgerung nahe, dass eine auf sehr lange Sicht ausgelegte DAX-Prognose sehr viel treffsicherer sein wird als eine auf Sicht eines Jahres angelegte Vorhersage.
Im Kommentar: „Klartext: Die fetten Jahre sind vorbei“ wird der Frage nachgegangen, ob man die richtigen Konsequenzen aus der Eurokrise zieht. Hierbei wird gezeigt, dass es Parallelen bei den Fehlentwicklungen in Südeuropa und Deutschland gibt. Die Ursachen für die Strukturprobleme in den Krisenländern sind auch in den bisher relativ stabilen Staaten vorhanden, werden aber durch Sonderfaktoren überdeckt. Insbesondere die Verschwendungssucht bei öffentlichen Ausgaben sowie Mängel in der Infrastruktur können sich auch zunehmend zu Problemen für Deutschland auswachsen.
Zudem scheinen die Gründe für den Erfolg als Exportnation immer mehr in Vergessenheit zu geraten. Anstatt konsequent das zu fördern, was deutsche Unternehmen international erfolgreich macht, werden politische Entscheidungen immer noch nach traditionellen Mustern getroffen, obwohl gerade diese in Südeuropa kläglich gescheitert sind. Im internationalen Vergleich mit den aufstrebenden Nationen Asiens führt dies zu einer Verschlechterung der Wettbewerbsposition.
Abschließend werden im Beitrag „Keiner mag uns –Value-Aktien für 2013“ fünf Unternehmen aus den Bereichen Gesundheitswesen, Energie und Finanzen vorgestellt, die derzeit relativ niedrig bewertet sind, weil sie das Vertrauen von Investoren verloren haben. Allen Gesellschaften ist gemeinsam, dass ihre Bewertungen ein sehr negatives Szenario für die weitere Entwicklung widerspiegeln, das unter einigermaßen realistischen Annahmen als zu pessimistisch betrachtet werden kann.
Die Gesamtausgabe von „Mit ruhiger Hand“ können Sie unter folgendem Link herunterladen:
http://www.long-term-investing.de/app/download/5792835516/Mit_ruhiger_Hand_7_01_13.pdf






