(openPR) Heidenheim, 15.11.2005. Europa ist geschockt. Die schrecklichen Bilder der Gewalt aus den Vorstädten unserem französischen Nachbarn machen betroffen und fassungslos. Was veranlasst die vor allem jugendlichen Täter Autos, Einkaufszentren, Schulen, aber auch Kindergärten und Kirchen zu verwüsten und zerstören? Ist es nur das Fehlverhalten des französischen Innenministers?
Die bundesdeutschen Familien- und Bildungspolitik wurde in den vergangenen Monaten bestimmt von der Diskussion um die flächendeckende Einführung von staatlicher Kinderbetreuung und Ganztageseinrichtungen. Dabei verwiesen die Befürworter dieses Paradigmenwechsels immer wieder auf die angeblichen Erfolge unseres Nachbarlandes Frankreich mit dem breit angelegten System aus staatlicher rundum Kindererziehung. Doch spätestens seit den allabendlichen Gewaltexzessen der meist jugendlichen Täter sei die Frage erlaubt: Was ist nur los mit der „Grand Nation“, dessen Schul- und Erziehungssystem lange Zeit vor allem bei Linken und Alt-68ern als Vorzeigemodell für erfolgreiche Integration galt.
Fast alle der jugendlichen französischen Gewalttäter sind aufgewachsen in der staatlich organisierten Ganztagesbetreuung und –schulen, vom Säugling bis zum Jugendlichen.
Auch unsere „fortschrittlichen“ Bildungspolitiker behaupten gebetsmühlenartig: „Kinder müssen aus den Familien herausgenommen werden und ganztags vom Staat erzogen werden- nur so lassen sich benachteiligte und bildungsferne Schichten integrieren. Doch zu den jetzigen Übergriffen der Jugendlichen und zu den brennenden Schulen und Kindergärten hört man von diesen „Experten“ so auffallend gar nichts!
Allerdings wäre es zu kurz gesprungen, würde nun jemand Frankreichs Bildungssystem als Ursache für den Jugendaufstand heranziehen. Doch das propagierte „Allheilmittel“ für erfolgreiche Bildungspolitik hat schwer an Glaubwürdigkeit eingebüßt. Einmal mehr gilt: man sollte nicht alles über den sprichwörtlichen einen Leisten ziehen und so setzt die ödp in ihrer Bildungs- und Familienpolitik weiterhin auf die Wahlfreiheit der Eltern zwischen außerhäuslicher Fremdbetreuung und eigenverantwortlicher Erziehung innerhalb der Familie.
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