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Heute Top. Morgen Flop: Technologie-Hypes stehen & fallen durch Vernetzung

26.11.201213:48 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Überzogene Hoffnungen auf neue Technologien entstehen durch Verknüpfungen mit weiteren gesellschaftlich-relevanten Erwartungen. Das ist ein zentrales Ergebnis einer Studie, die vom Wissenschaftsfonds FWF unterstützt wurde. Diese analysierte den "Aufstieg & Fall" von Technologie-Hypes anhand der Brennstoffzellentechnologie als alternatives Antriebskonzept. Eine Technologie, die nach viel Furore und Investitionen Ende der 1990er-Jahre kurz vor der Einführung stand – nur um von einem Hype um batteriegetriebene Elektroautos abgelöst zu werden. Im Rahmen der Studie wurden anhand von Medienberichterstattungen und Einzelgesprächen die dahinter liegenden Erwartungsdynamiken analysiert. Die Ergebnisse bieten Politik und Wirtschaft nun auch ein Analysekonzept, um solche Dynamiken zu erkennen.



Technologien können unser Leben revolutionieren. Der Glaube daran stellt entscheidende Weichen für den Erfolg der Technologie: Systeme, die auf alter Technologie basieren – oder diese unterstützen –, müssen aufgegeben und neue geschaffen werden. Ist der Wille dazu zeitig erkennbar, werden Zeit & Geld in die Entwicklung investiert – ist er das nicht, versiegt das Engagement. Ein Wechselspiel von Entwicklung und Erwartung, das Fortschritt oder Frustration bringt. Wie es dabei wiederholt zu Hypes – und späteren Enttäuschungen – kommen kann, wurde nun in einem Projekt des Wissenschaftsfonds FWF anhand der Brennstoffzellentechnologie analysiert.

Glühende Begeisterung
"Gerade im Bereich der Mobilität wechselten die Hoffnungsträger in rascher Folge. Ende der 1990er Jahre galt die auf Wasserstoff beruhende Brennstoffzellentechnologie als enorm erfolgversprechend", erläutert DI Dr. Matthias Weber vom AIT – Austrian Institute of Technology, dessen Team die Studie mit KollegInnen der EAWAG, einem Schweizer Forschungsinstitut aus dem ETH-Bereich, durchführte. "Doch bereits im Jahr 2003 begann die Elektromobilität eine neue Perspektive – und Hoffnung – aufzuzeigen. Später galten dann auch zeitweise die Biotreibstoffe als neue Chance, die inzwischen aber auch auf große Skepsis stoßen."

Das Team um Dr. Weber analysiert, wie die anfängliche Hoffnung auf die Brennstoffzelle bereits kurze Zeit später zu regelrechten Hypes aufgebauscht wurde. Als Grundlage der Untersuchung wurden fünf verschiedene Diskurs-Bereiche definiert: Massenmedien, Politik, Fachwelt und Finanz/Börse. Für diese Bereiche erfolgte anschließend eine detaillierte Diskursanalyse, die auf zahlreichen Medienberichten und Umfragen auf ausgesuchten Fachkonferenzen beruhte. Weiters wurden 30 Interviews mit Stakeholdern der Innovationssysteme durchgeführt und ausgewertet. Dabei zeigte sich, dass übersteigerte Erwartungen an die Leistungsfähigkeit einer Technologie ein Grund für die Entstehung von Hypes sind – aber bei weitem nicht der einzige.

Vernetzung verstärkt
Tatsächlich zeigte die Studie, dass die Verknüpfung von Erwartungen verschiedener Ebenen zu Hypes beitragen kann. Dazu Mag. Björn Budde, der im Rahmen des Projekts seine Doktorarbeit durchführt: "Die Erwartungen an die Brennstoffzelle wurden mit Erwartungen an ein komplett neues, Wasserstoff-basiertes Wirtschaftssystem verbunden. Das steigerte die Erwartungen natürlich enorm." Doch damit nicht genug. Die Diskursanalyse und die Auswertung der Interviews zeigten weiters, dass durch die Verknüpfung mit einer Wasserstoff-basierten Wirtschaft sogar Hoffnungen entstanden, das Klimaproblem und die Erdölabhängigkeit zu lösen. "Je bedeutender aber die an eine Technologieentwicklung geknüpften Hoffnungen, umso tiefer kann die Enttäuschung natürlich sein, wenn sich die Erwartungen nicht bald erfüllen", führt Mag. Budde weiter aus. Dabei zeigt sich auch, dass Hypes kein alleiniges Phänomen der Massenmedien sind. Tatsächlich traten sie in mehreren der untersuchten Diskurse auf – von Massenmedien über Wissenschaft bis hin zur Politik –, was in der Folge zu einer gegenseitigen Verstärkung der Begeisterung führte.

Diese Vernetzung ist auch die Ursache für einen wichtigen Effekt, der in dem FWF-Projekt entdeckt wurde: Die Beurteilung einer Technologie kann sich dramatisch ändern, wenn sich Erwartungen auf anderer – aber verknüpfter Ebene – verschieben. Vor diesem Hintergrund wurde dann im Rahmen der Studie ein neuer konzeptioneller Rahmen, der der sogenannten "Netzwerk-Erwartungen", entworfen. Dieses Analysekonzept sieht bei der Bewertung des zukünftigen Potenzials einer neuen Technologie auch die Bewertung nicht-technologischer Erwartungen vor. Eine Evaluierungsmethode, die einen wichtigen Beitrag zum frühzeitigen Verständnis liefert, wo und warum Technologie-Hoffnung sich in Enttäuschung wandeln kann – und wie eine solche eventuell vermieden werden kann.

Bild und Text ab Montag, 26. November 2012, ab 09.00 Uhr MEZ verfügbar unter:
http://www.fwf.ac.at/de/public_relations/press/pv201211-de.html

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