openPR Recherche & Suche
Presseinformation

FR und FTD - Zeitungssterben durch fehlendes Internet-Verständnis

26.11.201208:47 UhrWerbung, Consulting, Marktforschung

(openPR) 958 Worte
6.948 Zeichen (inkl. Leerzeichen)

Zeitungen werden heute noch weitgehend so gemacht wie vor 50 Jahren, auch wenn Schreibmaschinen und Setzereien gegen Desk-Top-Publishing und digitale Systeme ersetzt wurden. Und noch immer gilt die Fehlannahme, dass Anzeigen verkauft werden müssen, viele davon. Aus den Erlösen soll dann ein so genannter Qualitätsjournalismus finanziert werden, hinter dem sich ein Mehrwert für die Leserschaft verbergen soll. Doch worin besteht dieser Mehrwert in Zeiten des Internets?



„Wenn die Financial Times Deutschland mit dem Ende ihrer Printversion auch ihre Website einstellt, beweisen Journalisten und Manager der FTD, dass sie auch jetzt, mit dem Ende ihres Unternehmens, nicht verstehen, was sie im Internet eigentlich tun oder tun sollten,“ so Unternehmensberater Stephan Jäckel im Gespräch. „Diese Inhalte schmeißt man nicht weg, weil sie viel Geld wert sind.“

Ein ambivalentes Verhältnis zum Internet war bei der FTD an dem verschiedentlichen Wandel der Kommentarfunktionen zu Artikeln erkennbar, der Einbindung von Lesermeinungen. Wenig wurde getan aus der Blog-Kultur Lehren zu ziehen oder gar Blogs und Bloggerinnen und Blogger einzubinden. Im Qualitätsjournalismus haben deren Recherchen oder Meinungen oft den Ruf des Unaussprechlichen, trotz der Nachfrage nach vielen von Ihnen. Ob jetzt am Ende das Geld oder die Erkenntnis fehlten, moderne technische Lösungen zu implementieren und eben mehr herauszugeben, als gedruckte Worte zwischen Anzeigen auf einem Bildschirm kann nur vermutet werden. „Beides, “ meint E-Business Fachmann Stephan Jäckel.

„Zeitungen können in der Internet-Ökonomie ihren Mehrwert nicht beziffern und im Wettbewerb mit kostenlosen Informationen noch weniger einfordern, “ sagt Stephan Jäckel. Der E-Business-Spezialist verweist auf Fälle wie Quelle und Neckermann. Diese haben eBay und die Anbieter dort nie als Konkurrenz begriffen. Weder hat Quelle sein eigenes Geschäftsmodell ausgebaut und eine Plattform unter dem Motto „Wir alle sind Quelle“ geschaffen, noch seine Logistikdienstleistungen und Kompetenzen am Markt platziert. Immer ging es darum das bestehende Geschäft zu erhalten, zu sichern aber nie zu ergänzen, aus Angst es zu kannibalisieren.

„Sich neu erfinden oder von neuen Erfindungen aus dem Markt gedrängt zu werden, dass ist die Entscheidung, die zu selten in deutschen Unternehmen zu Gunsten der Innovation und Neuausrichtung getroffen wird, “ resümiert Unternehmensberater Stephan Jäckel. Dem Qualitätsjournalismus fehlt diese Einsicht ebenso, wie sie Quelle und anderen fehlte. „Angst vor Verlusten erzeugt reale Verluste durch fehlendes Handeln, “ gibt der Berater zu bedenken.

Werden erst aus Kostengründen Inhalte von Nachrichtenagenturen eins zu eins in Zeitungen übernommen und gar in mehreren Blättern einer Verlagsgruppe identisch online gestellt, so wird der viel beschriebene Qualitätsjournalismus eine austauschbare Beliebigkeit, mangels eigener Inhalte und eigener Leistung: „Meldungen von Nachrichtenagenturen optisch ansprechend im Internet oder auf mobilen Geräten darstellen, dass kann auch eine automatische Software, inklusive der Verlinkungen. Dafür braucht es kaum noch Menschen, ganz sicher aber keine Journalisten. Da reichen ein paar gute Programmierer, “ sagt Jäckel

Doch es stellt sich die Frage, wie gegen leicht verfügbare Meldungen und geschickte Programmierer mit journalistischer Qualität im Internet und offline bestanden werden kann? Der Berater sieht hierbei weniger die technischen Möglichkeiten herausgefordert, als vielmehr die Notwendigkeit einer Einstellungsänderung bei Herausgebern und Journalisten.

„Multimedia-Inhalte werden seit Jahren propagiert aber kaum ein Printmedium bietet zu jedem Artikel auch Online-Mehrwerte im Zugriff via QR-Code an. Journalisten verschweigen ja gerne ihre Quellen, aber Rohdaten, Datentabellen, Verzeichnisse und grafische Aufarbeitungen von Systemen, Diagramme und Systemanalysen sind Mehrwerte, welche gerade die Leserinnen und Leser einer Zeitung für Wirtschafts- und Finanzenthemen als hilfreich für die eigene, weitergehende Meinungsbildung oder Arbeit empfinden könnten. Und es Dinge, für die bezahlt werden würde, weil sie sich zum Zeitpunkt des Lesens nicht im Besitz der Leserinnen und Leser befinden.“ Ein Fachblatt wie die Financial Times Deutschland hat hier weniger Probleme zusätzliche Inhalte zu bieten, als eine allgemeine Tageszeitung, wie beispielsweise die Frankfurter Rundschau, für die ein Insolvenzverwalter eingesetzt wurde.

„Aus all diesem Punkten wird klar, “ so Unternehmensberater Stephan Jäckel, „dass Journalisten der Zukunft Meldungen nicht mehr liefern oder erklären. Sie recherchieren deren Komponenten und Hintergründe beschreiben diese und liefern die Hintergründe verständlich aufgearbeitet, einschließlich für die Weiterverarbeitung verständlich aufbereiteter Daten.“

Die eigene Sichtweise und Meinung auszublenden bzw. transparent zu machen und „Datenjournalist“ zu werden, mag viele abschrecken, den Beruf weiter ins Auge zu fassen. Aber wie aus dem Automechaniker durch Einzug des Computers mehr und mehr der Mechatroniker wird, so werden Journalisten weniger die Welt anderen Menschen erklären. Sie werden deren Spürhunde und Rechercheure sein, die ihnen liefern, was sie benötigen, die Welt für sich selbst in ihren Zusammenhängen zu erschließen. „Dazu gehört auch, dass Zeitungen die Meinungen anderer Blätter in ihre Arbeit einbeziehen und diese verlinken, “ mein Jäckel. „Social Business steht eben auch für den offenen Umgang mit anderen Meinungen und dem Respekt und der Anerkennung für die Konkurrenz. Schlussendlich ist auch die mit ihrer Leserschaft ein Teil der Gesellschaft und deren Meinungsbildung, die man nicht außer Acht lassen kann, will man nicht teilweise Blind für das Geschehen, für Ursachen und Wirkungen sein.“

„Wenn in der Financial Times Deutschland dieser Tage deren Journalisten das Aus für das Geschäftsmodell ihrer Zeitung bedauern, so akzeptieren sie auch, dass ihr Verständnis der Informationsnutzung im Internet und der Internet-Wirtschaft falsch ist, “ so der Unternehmensberater Stephan Jäckel. „Das dieselben Journalisten noch vor Wochen versuchten anderen Menschen die Sinnhaftigkeit oder Sinnlosigkeit von Geschäftsmodellen zu vermitteln, könnte grotesker kaum sein“, so E-Business Berater Stephan Jäckel. Und weiter:. „Eigentlich müssten sich jene Menschen, die sich an den Meinungen und Ratschlägen in der Financial Times Deutschland orientiert haben heute die Frage stellen, wie sie sich Menschen auf dem Holzpfad so blind haben anschließen können. Vielleicht kommen sie dann zu dem Schluss, dass es das alte Geschäftsmodell, mangelnde Transparenz der Recherchen, fehlende Hintergrunddaten, die alten Denkweisen von Journalisten und vielleicht auch der gute Name war, der die FTD am oberen Bildschirmrand zierte.“

Am Ende hat all das Althergebrachte nicht genutzt, die Existenz der Financial Times Deutschland über den 7. Dezember 2012 hinaus zu sichern.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 681702
 705

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „FR und FTD - Zeitungssterben durch fehlendes Internet-Verständnis“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Akquikon Unternehmensberatung Stephan Jäckel

Werder Bremen mit Trikotsponsor Wiesenhof im Shitstorm
Werder Bremen mit Trikotsponsor Wiesenhof im Shitstorm
In den vergangenen Wochen ereilte es Vodafone, McDonalds und auch H&M. Kritikwellen auf Webseiten wie facebook finden immer öfters den Weg in die Öffentlichkeit. Bei Vodafone waren es auf dessen facebook-Seite binnen kürzester Zeit 90.000 Likes („Gefällt mir“-Angaben) und rund 9.000 Kommentare zur Beschwerde einer Kundin über eine Rechnung. Seit dem Nachmittag des 08. August ist nun auch der Fußball Bundesligist SV Werder Bremen Ziel einer solchen Kritikwelle, die oft auch als Shitstorm bezeichnet wird. Auslöser ist die Wahl des Unternehmens…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Jeder Dritte nennt zu hohe Abo-Preise als wesentlichen Grund für sinkende ZeitungsnutzungBild: Jeder Dritte nennt zu hohe Abo-Preise als wesentlichen Grund für sinkende Zeitungsnutzung
Jeder Dritte nennt zu hohe Abo-Preise als wesentlichen Grund für sinkende Zeitungsnutzung
… Ergebnisse. Obwohl die Onliner zwar weniger die gedruckte Zeitung lesen, glaubt der Großteil weiterhin an den Fortbestand der Gattung. Nur jeder Vierte (26 Prozent) prophezeit ein Zeitungssterben. Dabei profitieren die Printmedien offenbar von ihrer Qualität. Auf einer Skala von eins bis fünf erhalten die Zeitungen eine respektable 3,8 (1 = sehr unzufrieden, …
Bild: Portal für Namensfindung wird Gründer des MonatsBild: Portal für Namensfindung wird Gründer des Monats
Portal für Namensfindung wird Gründer des Monats
… Nun darf Leiblein, zugleich Inhaber der Münchner Namensschmiede Namestorm, die erste Auszeichnung für NameRobot entgegennehmen: Der Gründermarktplatz der Financial Times Deutschland (FTD) wählte den neuartigen Naming-Service zum „Gründer des Monats“ August. „Wir haben mit der Online-Namensfindung eine Nische gefunden und werden unser Portal mit vielen …
JobScout24 und FTD kooperieren – und holen sich Unterstützung von „absofort“
JobScout24 und FTD kooperieren – und holen sich Unterstützung von „absofort“
Herford, 29. April 2008. Die Online-Stellenbörse JobScout24 startet eine groß angelegte Kooperation mit dem Wirtschafts- und Finanzmagazin Financial Times Deutschland (FTD). Von nun an finden sich Stellenausschreibungen aus dem Angebot von JobScout24 sowohl in der Print- als auch in der Onlineausgabe der FTD. Um die neue Kooperation publik zu machen, …
Staatliche Bürgschaften für deutsche Exporte in neue Märkte – BVMW-Präsident Ohoven zur FTD: Mittelstand spielt eine immer wichtigere Rolle
Staatliche Bürgschaften für deutsche Exporte in neue Märkte – BVMW-Präsident Ohoven zur FTD: Mittelstand spielt eine immer wichtigere Rolle
… Vabanque-Akt, der die Unternehmen teuer zu stehen kommen könnte. Die staatlichen Hermes-Bürgschaften bieten „Sicherheit im russischen Roulette“, schreibt die Financial Times Deutschland (FTD) http://www.ftd.de. Für deutsche Unternehmen sei es seit diesem Jahr leichter, Geschäfte in Russland zu machen. Der Staat biete nämlich jetzt auch für Exportgeschäfte, …
Bild: Schiffsfonds – Krise: Lloyd lagert „Schrott“-Fondsschiffe aus
Schiffsfonds – Krise: Lloyd lagert „Schrott“-Fondsschiffe aus
… Auffanggesellschaft namens „Ocean 16“ eingegliedert werden. Unabhängig davon, ob dieser Coup der Lloyd Fonds von Erfolg gekrönt sein wird oder nicht, stehen laut Einschätzung der FTD-Analysten die Verlierer bereits jetzt schon fest: Es sind dies die knapp 6000 Lloyd Schiffs-Fondsanleger der von der Ausgliederung betroffenen 16 „Schrott“ Fonds. Lloyd Ocean 16 …
Placement24 vereinbart Partnerschaft mit Financial Times Deutschland
Placement24 vereinbart Partnerschaft mit Financial Times Deutschland
Premium-Stellenmarkt in Freitagsausgaben der FTD Düsseldorf, 7. März 2008 - Der Düsseldorfer Karrieredienstleister Placement24 hat mit der Financial Times Deutschland eine umfangreiche und dauerhafte Kooperation vereinbart. So wird ab dem 7. März jeden Freitag in der gedruckten Ausgabe der Financial Times Deutschland exklusiv ein von Placement24 gestalteter …
Kritik am Web 2.0 wird immer lauter – Fehlender Datenschutz im Internet als größte Gefahr
Kritik am Web 2.0 wird immer lauter – Fehlender Datenschutz im Internet als größte Gefahr
… Plattformen öffnet auch der Werbebranche neue Türen und Tore. Viral Marketing heißt die neue Methode. Ein Beispiel nennt die Financial Times Deutschland (FTD) http://www.ftd.de. Es handelt sich um eine geschickt platzierte Online-Werbung der amerikanischen Fast-Food-Kette Burger King. Die Seite findet sich im Netz unter http://www.suversientchicken.com. …
Bild: Cockpit4u erweitert Trainingszentrum
Cockpit4u erweitert Trainingszentrum
Mit der Inbetriebnahme eines sogenannten Flight Training Device (FTD) vom Hersteller ECA Faros erweitert Cockpit4u das Trainingsangebot auf der Airbusflotte. Das FTD wird zunächst hauptsächlich zum Training von A330 Piloten eingesetzt und kann jederzeit für A320 Trainings umgerüstet werden. Mit dieser neuesten Technologie wird den künftigen Piloten …
Unternehmen verkennen die Qualitäten der Älteren - Jugendkult beeinträchtigt die betriebliche Wertschöpfung
Unternehmen verkennen die Qualitäten der Älteren - Jugendkult beeinträchtigt die betriebliche Wertschöpfung
… gelten als souverän, geduldig, flexibel und kompromissfähig. Dennoch kommen sie in Deutschland nur schwer unter“, schreibt die Financial Times Deutschland (FTD) http://www.ftd.de in ihrem Sonderteil Management. Als das fränkische Familienunternehmen Brose http://www.brose.de vor zwei Jahren per Stellenanzeige erfahrene, ältere Führungskräfte suchte, …
Bild: Spothunter Gründer der Woche der Financial Times DeutschlandBild: Spothunter Gründer der Woche der Financial Times Deutschland
Spothunter Gründer der Woche der Financial Times Deutschland
Das Internetauktionshaus Spothunter wurde von den Besuchern des Gründermarktplatzes der Financial Times Deutschland (FTD) zum Gründer der Woche in der Kalenderwoche 38 gewählt. Ein Unternehmen aufzubauen, ist Knochenarbeit. Selbst unter den Besten wird in einigen Jahren nur ein Bruchteil auf ein solides Unternehmen blicken können. Was vielen Gründern …
Sie lesen gerade: FR und FTD - Zeitungssterben durch fehlendes Internet-Verständnis