(openPR) Nach drei Jahren der Debatten und Vorbereitungen ist das Ziel, allen Menschen der Welt den Zugang zum Internet und zum Wissen zu ebnen, noch nicht erreicht. Die Rede ist von der UN-Initiative zur Informationsgesellschaft und deren Abschlussgipfel in Tunesien vom 16. - 18. November 2005. Die deutsche Presse berichtet kaum über die Vorbereitung der Abschlusskonferenz, dabei benötigen die Gipfelthemen einen breiten Diskurs in der Öffentlichkeit.
Nach dem ersten Weltinformationsgipfel im Dezember 2003 in Genf schien die Stimmung fast euphorisch: Immerhin wurde ein erster Entwurf zu einer UN-Deklaration sowie der Grundriss eines Aktionsplans vorgelegt. Die Ziele: Ein Menschenrecht auf Information verabschieden und möglichst allen Menschen auf der Erde eine Zugangsmöglichkeit zum Internet ebnen. Wie dieses Ziel finanziert und umgesetzt werden kann, ließ freilich viel Raum für Diskussionen. Mit der im November stattfindenden Gipfelveranstaltung in Tunis soll der Diskussionsprozess abgeschlossen werden. Ob es den vereinten Nationen gelingt, die Weltinformations-Charta zur Ratifizierung vorzulegen, ist derzeit keinesfalls sicher. Wie bei jedem großen Vorhaben müssen die nationalstaatlichen Interessen in weiten Teilen der humanistischen Vision Platz machen.
Die öffentliche Diskussion der Gipfelthemen könnte auch der deutschen Delegation aus Regierungsvertretern, Industrie und Zivilgesellschaft den Rücken stärken. Die Presse berichtet in weiten Teilen nur über die - sicher berechtigte - Kritik am Gastgeberland Tunesien und über die Frage, wer das Internet kontrollieren soll. Viele wesentliche Probleme, die auf dem Weg zum Gipfel noch zu lösen sind, bleiben hingegen unbeleuchtet.
“Der Einfluss der zivilgesellschaftlichen Vertreter ist weitaus geringer, als im Vorfeld angedacht”, stellt Netzkritik-Autor Mario Gongolsky fest. “Ich bin erschüttert über die schwache Informationslage zu den eigentlichen Gipfelthemen.”
Ohne eine öffentliche Wahrnehmung des Gipfelprozesses, insbesondere bei den potenziellen Geberländern, sinkt der Erfolgsdruck bei den verantwortlichen Regierungsvertretern und die Motivation der zivilgesellschaftlichen Gruppierungen. Ein Scheitern der Konferenz wird damit letztlich wahrscheinlicher.
“Netzkritik.de wird über die Gipfelthemen und die Streitpunkte ausführlich berichten”, verspricht Netzkritik-Chefredakteur Niels Gründel. Das Thema Digitale Spaltung ist schon längst zur festen Rubrik geworden. “Es waren ja ursprünglich genau solche Themen, die wir als freie Autoren kaum platzieren konnten, die zur Gründung von Netzkritik.de geführt hatten. Insofern sind wir dem Thema nun verpflichtet”, erklärt Gründel. Die Sonderberichterstattung startet am Montag den 14. November 2005.
“Eigentlich wollten wir live aus Tunesien berichten, aber die Akkreditierung seitens der ITU in Genf dauerte so lange, dass zwischenzeitlich die Flug- und Hotelkontingente ausgebucht sind”, bedauert Mario Gongolsky die Abwesenheit des Online-Magazins.
Deshalb bietet Netzkritik.de, neben der erklärenden und einordnenden Berichterstattung, den teilnehmenden Organisationen der deutschen Zivilgesellschaft an, in Netzkritik.de über ihre Beobachtungen, Eindrücke und Bewertungen zu berichten. “Ich hoffe die Gipfelthemen und die Ideen und Vorschläge der Zivilgesellschaft finden mehr öffentliches Gehör. Zwar kann jeder Beobachter sein eigenes Blog aufmachen, mit unserem Online-Magazin bieten wir den Teilnehmern jedoch einen stärkeren Sender an”, erklärt Mario Gongolsky.
Über Netzkritik.de
Netzkritik.de ging am 24.12.2001 ins Netz und berichtet über das Internet, mit Vorliebe aber über Randthemenbereiche wie Fachliteratur, Blogs, Open-Source, alternative Techniktrends und Digitale Spaltung. 80 % der Leserschaft bezieht seine Informationen über RSS-Feeds. Netzkritik.de erreicht derzeit 20.000 Leser und 60.000 Seitenansichten pro Monat.
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