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Brennstoffspiegel: Wie wird der Winter?

14.11.201217:33 UhrTourismus, Auto & Verkehr
Bild: Brennstoffspiegel: Wie wird der Winter?

(openPR) LEIPZIG. (Ceto) Wie wird der Winter? Die derzeitigen Prognosen reichen von „Chaos-Winter“ (wetter.net) bis „Bibber-Winter“ (BILD). Durchgängig harte Winter sind in Mitteleuropa aufgrund der Beeinflussung durch den Golfstrom eher selten. Die Wischi-Waschi-Winter hingegen, die mit schnell wechselnden Lagen zwischen mild und kalt für deutlich mehr Behinderungen sorgen, sind eher die Regel. Der November ist derzeit deutlich zu warm. Das kannte man auch aus dem letzten Jahr, als abgesehen von zwei Dauerfrostwochen Ende Januar/Anfang Februar ein eher milder Winter folgte. Doch wie wird er nun, der Winter 2012/2013? Uns unterstützte wie immer Diplom-Meteorologe Dr. Jurik Müller. Der Kenner und Autor von Bauernregeln gab uns wichtige Hinweise aus der Natur.


„Lässt man die Bauernregeln sprechen, die etwas über den Winter aussagen, so neigt man zu der Schlussfolgerung, dass der Winter 2012/13 einen ganz normalen Verlauf nehmen wird“, schätzt Dr. Müller generell ein. Dabei seien die bisherigen Vorzeichen dennoch widersprüchlich, glichen sich in der Summe aus.
„Betrachtet man den Monat Oktober, von dem der Volksmund sagt, er sei der Schlüssel für den Winter, so ist er in diesem Jahr in Bezug auf das Monatsmittel der Lufttemperatur ganz normal ausgefallen. In Halle (Saale) war er lediglich um 0,5 Grad zu kalt. Das etwas zu niedrige Monatsmittel sagt aber nichts darüber aus, dass der Oktober Ende der zweiten, Anfang der dritten Dekade auf dem besten Wege war, einer der wärmeren seiner Art zu werden“, so der Bauernregeln-Experte. Als passende Regel könnte gelten: „Warmer Gilbhart (Oktober) bringt fürwahr uns einen kalten Januar.“ Denn: Die Monatssumme der Niederschlagshöhe für den Oktober erreichte in Halle-Kröllwitz mit 14,8 mm nur 50 Prozent des Sollwertes, während die Sonne 126,6 Stunden vom Himmel lachte, was 121 Prozent der Norm entspreche. Einem solchen Oktober folge, vorausgesetzt, er wäre um mindestens 1,5 Grad zu warm gewesen, in 85 Prozent der Fälle ein zu kalter Januar. Grund dafür sind Hochdruck-Wetterlagen, die von den Strömungsverhältnissen der Luft in 5 bis 10 Kilometer Höhe gesteuert werden. Diese weisen unter bestimmten meteorologischen Randbedingungen offensichtlich einen Rhythmus auf, der eine ähnliche Strömungskonfiguration im Januar zur Folge hat. Müller hat dafür eigens einen Bauernspruch kreiert: „Fällt warm und trocken der Oktober aus, dann schütze vor Winterkälte dein Haus.“
Schauen wir auf den November. Der war bisher nicht sonderlich nebelig, wie man eigentlich von einem Monat, der den altdeutschen Namen Nebelung trägt, erwarten würde. Ziehe man statt „neblig“ die Begriffe „trüb“, „feucht“ und „lind“ in Betracht, dann passe folgender Reim besser: „Wenn an Martini Nebel sind, wird der Winter meist gelind.“ Wie am vergangenen Sonntag das Wetter war, weiß jeder noch selbst. Nebelig war es in Deutschland nur stellenweise, feucht hingegen fast überall. Müller schätzt deswegen die Wahrscheinlichkeit auf einen milden Winter auf gut 65 Prozent. „Wenn man das Wetter in der Zeit vom 19. bis 23. November, also rund zehn Tage später, in Betracht zieht, muss sogar mit 75-prozentiger Wahrscheinlichkeit mit einem milden Winter gerechnet werden“, so der Diplom-Meteorologe weiter.
Ein weiteres Indiz seien die Frosttage in den ersten zehn Novembertagen. „Friert im November zeitig das Wasser, wird’s im Januar umso nasser“, lautet eine Regel. Von flächendeckenden Frösten war man in diesen Tagen in Deutschland jedoch weit entfernt. Liegt die Anzahl der Frosttage in der ersten Novemberdekade über dem langjährigen Durchschnitt, so wird mit einer Wahrscheinlichkeit von 75 Prozent im darauffolgenden Januar die Zahl der Regentage übernormal hoch bzw. die Zahl der Schneefalltage unterdurchschnittlich niedrig sein. „Auch wenn der für den Fall frühwinterlicher Verhältnisse im ersten Novemberdrittel aufgezeigte Zusammenhang für einen faden Beigeschmack bei Wintersportlern sorgen dürfte, besitzt diese Regel eine verhältnismäßig hohe Trefferquote“, so Müller.
Müllers Fazit:
„Legt man die Bauernregeln zugrunde, dürfte ein stinknormaler Winter ins Haus stehen, sowohl hinsichtlich der Frost- als auch der Schneedeckentage. Kältere, winterliche Abschnitte, werden mit milderen, regnerischen Perioden wechseln. Das Temperaturspektrum wird von strengen bis sehr strengen Frösten bis hin zu frühlingshaften Temperaturen reichen“.

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