(openPR) Die Zahl der Berliner Kinder, die im vergangenen Schuljahr die zweite Klasse wiederholt haben, ist nach einem Bericht der Berliner Zeitung erneut gestiegen. Bei aller Kritik an der Hauptursache - der Früheinschulung - sieht die Gründerin und pädagogische Leiterin der Reformnachhilfeschule Lernwerk, Swantje Goldbach, auch ein positives Zeichen in der gestiegenen Zahl der Verweiler:
"Endlich ziehen mehr und mehr Eltern und Lehrer die Konsequenzen aus der Einführung von Früheinschulung und jahrgangsübergreifendem Lernen und lassen die Kinder verweilen. Es ist selbstverständlich, dass Kinder ohne die nötige Schulreife Zeit brauchen 'nachzureifen'. Früheinschulung und die flexible Schuleingangsphase gehören deshalb zwingend zusammen. Wenn jetzt mehr Kinder die Möglichkeit zum 'Verweilen' nutzen, ist das eine gute Nachricht und kein Alarmsignal!“
Dennoch macht sich Swantje Goldbach, Gründerin und Leiterin vom Lernwerk, weiter für die komplette Rücknahme der Früheinschulung und die Wiedereinführung der Vorklassen stark.
Den von den Berliner Grünen konzipierte Gesetzesentwurf zur Änderung der Schulpflicht lehnt Swantje Goldbach jedoch als unzureichend ab. Die Grünen möchten Kinder einschulen, die bis zum 30. September sechs Jahre alt werden. „Dieser Vorschlag greift nicht weit genug“, sagt die Expertin vom Lernwerk, die seit langem die Rückkehr zum Stichtag 31. August fordert.
In Berlin müssen seit Einführung der Früheinschulung alle Kinder, die bis zum 31. Dezember sechs Jahre alt werden zur Schule. Der Anteil der Eltern, die ihre schulpflichtigen Kinder entgegen den Vorgaben zurückstellen, bewegt sich nach Recherchen vom Tagesspiegel mit rund 10 Prozent auf Rekordhöhe.







