(openPR) Wer ist diese Frau? Bei der "Cinema for Peace"-Gala steht sie mit Stars wie Richard Gere, Bob Geldof, Forest Whitacker und Bille August auf der Bühne. Gere nimmt sie zu diesem Anlass brüderlich in den Arm und haucht ihr einen fürsorglichen Kuss aufs Haupthaar: Die Liste der Celebrities, mit denen die tibetische Sängerin Soname (sprich: Sonahm) Fotos, Illustriertenseiten und die Bühne teilte, ist lang geworden. Sie tritt bei Festivals auf, vor dem Dalai Lama, im Londoner Royal Opera House, der Berliner Philharmonie, der Kings Place Hall ...
Ihre Autobiografie Wolkenkind - Child of Tibet erschien 2005 in einer Auflage von 100.000 Stück und schaffte es in die Top 20 der Spiegel Bestsellerliste. Schon ihrer Herkunft als Tibeterin halber verortet man Soname vorschnell als Mosaikstein im andauernden Tibet-Medienrummel. Sie so zu reduzieren, führt jedoch in die Irre - hier sehen wir vor uns einen Menschen mit einer eigenen, durchaus vielseitigen Geschichte, einer, wie sie das Leben schreibt. Die Sängerin, Jahrgang 1973, versteht sich vorrangig als Musikerin, natürlich aber auch als Tibeterin, Buddhistin - und nun spricht alles dafür, dass ihr Name, der mit "Glücksmelodie" übersetzt werden könnte, endlich seine Erfüllung findet.
Das war die längste Zeit ihres Lebens nicht so. Wäre dies nicht bereits geschehen, müsste man über ihr anfänglich scheinbar chancenloses Leben, ihr Überleben, ihren Kampf um Freiheit ein Buch schreiben. In Wolkenkind erzählt sie selbst: "Hineingeboren wurde ich in eine Familie der tibetischen Oberschicht, die, wie so viele andere, während der Kulturrevolution alles verlor und anschließend in der Landwirtschaft nur mühselig ihr Leben fristete." Aus Not gab man Soname, damit wenigstens sie zu Essen hatte, im zarten Alter von sechs Jahren in gutem Glauben in eine Familie nach Lhasa. Diese versprach Unterhalt und Schulbildung, hielt das Mädchen indes jedoch als Haushaltssklavin. Soname begann verzweifelt von eine Flucht über die Berge nach Indien zu träumen. Als diese zehn Jahre später nach mehreren Versuchen endlich gelang, hörten die erlebten Grausamkeiten jedoch nicht auf: Hunger, Vergewaltigung, unfreiwillige Schwangerschaft, wieder Hunger - nichts wurde besser. Das Leben schien für Soname, gleich den Kindern in "Slumdog Millionaire", nur die schlimmsten Erfahrungen und Grausamkeiten bereitzuhalten.
Endlich, in Delhi, erschien Licht am Ende des Tunnels. Soname, die langsam mit der Denk- und Lebensweise "des Westens" Erfahrungen sammelte, knüpfte Kontakte. Über einen befreundeten Franzosen gelang ihr der Sprung nach Europa, schließlich nach England, wo sie Arbeit als Pflegekraft in einem Altersheim fand. Und dann ein Lied auf einer Hochzeitsfeier sang, bei der -Disney hätte es sich nicht besser ausdenken können - eine "wichtige Persönlichkeit der Musikbranche" anwesend war, die ihr weiterhalf. Ermutigt bereiste sie in Solokonzerten oder spontanen Auftritten mit Gastmusikern Europa, trat in Reykjavik mit den Sugarcubes auf, der Ex-Band von Björk und verzauberte allerorten ihr Publikum. Noch aus eigener Tasche finanzierte sie ihr Debütalbum Unforgettable Land.
In mancherlei Hinsicht aber bleibt die Sichtweise des Westens für Soname ein Rätsel. Zu unbedeutend und klein erscheinen ihr oft die hier herrschenden alltäglichen Sorgen und Nöte. "Ihr im Westen", pflegt sie dann zu sagen, "sprecht immer gleich von Stress und Depression. Das amüsiert mich! In Tibet hätten diese Worte einen völlig anderen Hintergrund."
Zum besseren Verständnis - in Tibet, wie auch in weiten Teilen des großen chinesischen Reiches, spielt über viele Jahrhunderte bis heute das gemeinsame Musizieren eine wichtige Rolle. Die Musik stellt, mystisch, philosophisch und religiös betrachtet, die Verbindung zwischen den Menschen
und dem Himmel her. Wo Blitz und Donner die Boten des Himmels, da sind die Trommeln die Antwort der Menschen. Wo keine Instrumente vorhanden oder diese unerschwinglich sind, wird zumindest gesungen - in Tibet gilt dies für fast alle Menschen. So sang auch Soname bereits als Kind auf Familienfeiern. "Meine große Leidenschaft war das Singen. Ich liebte es, wenn ich meiner Familie etwas vorsingen konnte," schreibt sie in Wolkenkind. Ihre Großmutter brachte ihr die traditionellen Lieder bei. "Sie prophezeite mir, dass ich eines Tages eine Sängerin werden würde." Ihr Gesang begleitete Soname auch auf ihrer Flucht, sie sang an gegen Angst, Hunger und Müdigkeit, im Gebirge, beim Weg über die Grenzen. Ihr Gesang war Stütze auf ihrem Weg in die Freiheit, auf ihrer Reise um den halben Globus. Von daher ist es nicht verwunderlich, dass sie eben auch auf jener Hochzeitsfeier, weil es ihr dort gefiel und sie selbst etwas beitragen wollte - sang.
Sonames Musik ist ihre höchsteigene Musik. "Längst singt sie nicht mehr nur traditionelle Lieder aus ihrer Kindheit," merkte im Folker die Journalistin Suzanne Cords bereits zu einem früheren Album an, "sondern sie verknüpft ihre eigenen Erfahrungen und Musikvorstellungen zu neuen Klangerlebnissen." Wer also "rein tibetische" Musik erwartet, muss hier enttäuscht werden. Wie die Reisen und Erfahrungen ihres Lebens Sonames Persönlichkeit prägten, hinterließen auch die musikalischen Einflüsse dieses Weges Spuren. Und so hören und erleben wir auf Natural Mind Lieder, die berühren. Wir hören eine Stimme, die zwischen Obertongesang und "westlichem" Vokalklang changiert. Soname erzählt ihre Geschichten auf Tibetisch und dennoch scheinen wir zu verstehen, was sie uns sagen will: Ihre emphatischen Botschaften gehen mitten ins Herz. Trauer, Freude, Glück, Friede, aber auch Schmerz und Leid sprechen aus ihren Liedern direkt zu uns. Songtitel wie Freedom Song, Refuge, Turning Song oder Bird Sad Song geben Hinweise auf die thematische Vielfalt ihrer Texte.
Ähnlich international wie die Reihe der Länder, die sie auf ihrem Weg durchquerte, liest sich die Besetzung ihrer Band auf Natural Mind: Der Cellist Sonny Thet kommt aus Kambodscha, die tibetische Laute zupft der deutsche Musiker Jan Robert Blumenroth, an den Gitarren hören wir den Brasilianer Charlson Ximenes und den Engländer Rob Blake, die Kora spielt Jali Burama Mbye aus Gambia. Die Besetzung komplettiert am Schlagzeug der vielseitige amerikanische Szeneveteran Zam Johnson. Der schwebende, exquisit exotische Klang dieses Instrumentariums verquickt sich mit Sonames Gesang zu einem Soundgewebe, dessen roter Faden sich, nicht eben tibetisch, sondern sehr speziell, aus den verschiedensten Einflüssen knüpft: weich und warm, ungewöhnlich und melancholisch, aber gleichzeitig kraftvoll ist diese Musik.
"Wir alle haben denselben Traum vom Weltfrieden", fasst Soname ihre Überzeugzungen zusammen, "von Freiheit und Menschlichkeit. Doch wir alle leben nicht nur in dieser immer globaler werdenden einen materiellen Welt, sondern auch in einer spirituellen Welt zusammen, um einander zu verstehen und unterstützen zu können". Es sei deshalb egal, ob man an Buddha, Jesus, Allah oder Jehova glaube. "Als Künstlerin bin ich dieser einen spirituellen Welt und den Menschen verpflichtet, die aus ihrem ganz persönlichen Glauben heraus ihre täglichen Erfahrungen machen und daraus ihre Werke schaffen." So gibt sie, die sich inzwischen durchaus als privilegiert betrachtet, auch den Tibetern außerhalb Tibets eine Stimme, schafft Aufmerksamkeit für sie, und gibt ihrem Volk auf diesem Wege etwas zurück.
+++ Biografie Soname Yangchen+++
Als Kind einer alten tibetischen Adelsfamilie wurde Soname 1973 in Yarlung/Tibet geboren. Bedingt durch die chinesische Besetzung wurde sie mit 6 Jahren von ihren Eltern getrennt und erlebte in der tibetischen Hauptstadt Lhasa eine traumatische Kindheit in Knechtschaft. Mit Sechzehn floh Soname mit einer Gruppe von Mönchen über den Himalaya nach Dharamsala/Indien, dem Regierungssitz des Dalai Lama. Sechs Jahre später reiste sie über Frankreich nach England, wo sie seither lebt und wo ihre fast märchenhaft anmutende Karriere zufällig 1998 bei einem Hochzeitsfest begann, als sie spontan ein Hochzeitsständchen für die Brautleute sang und von einem Ex-Mitglied der Sex Pistols entdeckt wurde. Anfangs veranstaltete sie ihre eigenen Konzerte mit dem Geld, dass sie tagsüber als Putzfrau verdiente. Wenig später gab sie bereits in Reykjavik mit den Sugarcubes, der Ex Band von Björk, ein umjubeltes Konzert. 2003 feierte Soname ihr Konzertdebüt als Solisten im ausverkauften Royal Opera House in London. Ein Jahr später wurde der gläubigen Buddhistin die Ehre zuteil, für den Dalai Lama in der Usher Hall in Edinburgh singen zu dürfen. Nachdem sie in ihrer Wahlheimat England ihr Publikum mit zahlreichen Konzerten und Festivalauftritten quasi im Sturm erobert hatte, erschien 2005 hierzulande ihre Bestseller-Autobiografie Wolkenkind (Auflage 100.000; Top 20 der Spiegel-Bestsellerliste) und machte sie auch im deutschsprachigen Raum schlagartig bekannt. 2006 wurde ihr CD-Debüt Unforgettable Land veröffentlicht, 2009 folgte mit Plateau das hochgelobte Nachfolgealbum. Auf weltweiten Konzerttourneen (u.a. Australien, Deutschland, England, Frankreich, Italien, Island, Portugal, Schweiz, Spanien, Venezuela) wurde Soname begeistert gefeiert. Zudem ist sie häufiger Gast bei der "Cinema für Peace-Gala" in Berlin, wo sie an der Seite von Stars wie Richard Gere, Bob Geldorf und Bille August auftritt. Heute lebt Soname Yangchen als international anerkannte Künstlerin in London, tritt regelmäßig in den großen Konzerthäusern Europas auf und spielt mit Musikern aus der ganzen Welt. Ihre dritte CD Natural Mind, bei der sie alle Songs komponiert und mit internationalen Musikern eingespielt hat, wird beim renommierten Münchner Label ENJA RECORDS am 26. Oktober erscheinen - begleitet von einer umfassenden Konzerttournee mit Premiere am 3. November in der Nikolaikirche in Potsdam.
+++Diskografie+++
2012 Soname: Natural Mind ENJA RECORDS TIP 888852
2009 Soname: Plateau World (World Village)
2006 Soname: Unforgettable Land (Harmonia Mundi)
+++Tourdaten Soname+++
03.11.2012 Potsdam-Nikolaikirche
17.11.2012 Heidelberg-Heiliggeistkirche
18.11.2012 Freiburg-Lutherkirche
20.11.2012 Osnabrück-Rosenhof
16.02.2013 Volkshaus-Jena
17.02.2013 Staatschauspiel-Dresden
22.02.2013 Philharmonie/Kammermusiksaal-Berlin






















