openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Systemische versus Regionale Chemotherapie - Wo liegen die Unterschiede?

04.11.200508:22 UhrGesundheit & Medizin
Bild: Systemische versus Regionale Chemotherapie - Wo liegen die Unterschiede?
Prof. Dr. Aigner
Prof. Dr. Aigner

(openPR) Ransbach-Baumbach im November 2005. Diagnose Krebs: Für die meisten Betroffenen beginnt nach dem ersten Schock die Suche nach geeigneten Therapiemöglichkeiten und sicheren Wegen aus der Krankheit. Besonders bei Tumoren an Organen ist die systemische Chemotherapie bereits seit einigen Jahrzehnten erste Wahl. Zusätzlich zählen die Gabe von Hormonen, Bestrahlung und eine Operation zur Standardbehandlung in der heutigen Krebstherapie.


Besonders bei Organkrebsen, wie zum Beispiel Magen-, Blasen-, Brust-, Leber-, Bauchspeicheldrüsen- und Prostatakrebs erzielt jedoch die regionale Chemotherapie (kurz RCT) sehr gute Erfolge. Circa 95 Prozent aller Patienten vertragen die Behandlung ausgesprochen gut. In den 50er Jahren an der Tulane-Universitätsklinik in New Orleans von Dr. Krementz erstmalig durchgeführt, hat speziell in Deutschland Prof. Dr. K. R. Aigner während den vergangenen 30 Jahren maßgeblich an der Weiterentwicklung von Techniken und Kathetern der RCT gearbeitet. Doch was genau verbirgt sich hinter dem Begriff „Regionale Chemotherapie“ und wo liegen die Unterschiede zur herkömmlichen Chemotherapie?

Trotz der Ähnlichkeit der Namen arbeiten beide Therapiemethoden mit anderen Ansätzen und Techniken. In einer systemischen Chemotherapie setzen Ärzte so genannte Zytostatika ein, Zellgifte, die auf den ganzen Körper einwirken, um die Zellen an ihrer Teilung zu hindern. Diese Medikamente basieren auf der Annahme, dass sich Tumorzellen besonders schnell teilen und deshalb sehr empfindlich auf die zytostatische Behandlung reagieren. Doch da sich auch die übrigen Körperzellen im gesunden Organismus teilen und vermehren, ziehen die Zellgifte auch diese in Mitleidenschaft und es kommt es zu den bekannten Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Haarausfall und Mattigkeit. Durch die Wirkung auf den gesamten Organismus ist ihre Toxizität am Tumor dadurch anteilsmäßig begrenzt und die verabreichte Konzentration reicht in manchen Fällen nicht aus, um das Tumorgewebe nachhaltig zu zerstören. Eine Erhöhung der Dosis kann nicht beliebig erfolgen, da die Nebenwirkungen parallel dazu ansteigen. Hier gibt es drei verschiedene Wege zur Gabe der Zytostatika: als Infusion in die Vene, subkutan mit einer Spritze unter die Haut oder oral in Tablettenform.

Bei der regionalen Chemotherapie (RCT) injiziert der Arzt je nach Art, Größe und Metastasierung eines Tumors eine drei- bis zehnfach höhere Zytostatikakonzentration als bei der herkömmlichen Chemotherapie, in besonders schwierigen Fällen auch das bis zu Siebzigfache. Da diese hohe Wirkkonzentration der Zytostatika unmittelbar in die Blutgefäße, die den Tumor versorgen beziehungsweise in die vom Tumor befallenen Organe gegeben werden, erfolgt ihre Wirkung direkt am Tumor und die Zellgifte greifen lokal und unmittelbar nur die betroffene Region an. Da mit Hilfe der systemischen Entgiftung durch eine Chemofiltration im Anschluss an jeden therapeutischen Eingriff eine Reinigung des Blutes erfolgt, bestehen stark verringerte Nebenwirkungen für den Gesamtorganismus. „Außerdem haben wir die Möglichkeit, über die Anpassung von Dosis, Einwirkzeit sowie des jeweiligen Blutflusses bei jeder Tumorart individuell und zielsicher zu reagieren“, erklärt Prof. K.R. Aigner, ärztlicher Direktor der onkologischen Chirurgie der medias Klinik in Ransbach-Baumbach. Ein Therapieerfolg bei der regionalen Chemotherapie hängt deshalb stark mit der Blutversorgung des Tumors beziehungsweise des Organs zusammen. Es bestehen kaum Möglichkeiten, über den direkten arteriellen Weg ein Zytostatikum zu einem schlecht durchbluteten Tumor zu bringen.
Beide Chemotherapien laufen in Zyklen ab. In regelmäßigen Abständen erfolgen Einzelbehandlungen mit einer Dauer von einigen Tagen, an denen der Patient die Medikamente erhält. Bei der systemischen Chemotherapie kann die Gabe von Zytostatika auch ambulant erfolgen. In der regionalen Chemotherapie arbeitet Prof. Aigner je nach Art und Größe des Tumors mit drei verschiedenen Techniken, die einen kurzen stationären Klinikaufenthalt mit sich bringen. Bei der arteriellen Infusion führt er einen Katheter bei lokaler Betäubung in Höhe der Leiste in die Arterie ein und unter Röntgenkontrolle direkt an die Tumorregion. Mit der chirurgischen Applikation implantiert er einen arteriellen Portkatheter in das den Tumor versorgende Gefäß. So ist es möglich, den Tumor direkt am Entstehungsherd zu behandeln – und dies so oft wie nötig, ohne einen erneuten operativen Eingriff. Bei der isolierten Perfusion isoliert der Arzt in einer OP das betroffene Organ oder die Körperregion mit Kathetersystemen und durchströmt diese Region mit einer hohen Zytostatikakonzentration. Gleichzeitig führt er dem Tumor Wärme zu (Hyperthermie). In akuten Fällen setzt der Arzt den Sauerstoffgehalt des Blutes herab (Hypoxie). Bei einigen Zytostatika bewirkt er so eine bis zu zehnfach höhere "Giftigkeit" (Toxizität) am Tumor. Resultat: Geschwulste verschwinden schneller. Diese Techniken erfordern ein hohes Maß an gefäßchirurgischem Geschick, gepaart mit Erfahrung und medizinischem Know-how.

Vorrangiges Ziel der regionalen Chemotherapie: eine Verkleinerung der tödlichen Geschwulst bis hin zum völligen Verschwinden, um eine zusätzliche OP zur Entfernung des Tumors möglichst zu vermeiden. Eine herkömmliche Chemotherapie kann sowohl vor als nach der Entfernung eines Tumors erfolgen, häufig in Verbindung mit Strahlen- oder Hormontherapie bei Krebspatienten, deren Tumor bereits operativ entfernt wurde. Die so genannte adjuvante Therapie soll möglichen Rückfällen vorbeugen und kommt bei allen Krebsarten zum Einsatz. Im Gegensatz zur regionalen Chemotherapie ebenfalls bei akuter Leukämie, Lymphomen, Sarkomen sowie Morbus Hodgkin.
Bei systemischen Chemotherapien können mehrere Zyklen vergehen, um eine positive Auswirkung auf den Tumor festzustellen. Aussagen über Ansprechraten lassen sich schwer treffen, sie variieren hier je nach Krebsart und Stadium der Erkrankung.

Großer Vorteil der RCT: Der Patient leidet normalerweise zu keinem Stadium seiner Therapie unter Nebenwirkungen und die Lebensqualität bleibt weitestgehend erhalten. Je nach Schwere der Erkrankung können Patienten während ihrer Behandlung – den Umständen entsprechend – normal weiterleben ohne Beeinträchtigung des körperlichen Allgemeinzustandes. „Wir können circa 80 Prozent der Patienten helfen, die zu uns kommen – dabei lässt sich nach unseren Erfahrungen sagen, dass die Methode entweder sofort wirkt oder gar nicht“, erklärt Prof. Aigner abschließend.



Klinik-Kontakt: medias Klinik GmbH, Erlenhofstraße 3, 56235 Ransbach-Baumbach, Tel: 02623/890-554, Fax: 02623 / 890-486, Onkologische Chirurgie Prof. Dr. Aigner, E-Mail, Geschäftsführerin Anja Friedrich, Tel: 02623 / 890-364, Fax: 02326 / 890-492, E-Mail

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 66740
 8074

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Systemische versus Regionale Chemotherapie - Wo liegen die Unterschiede?“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von medias Klinik GmbH

40 Nationen beim ersten World Health Tourism Congress in Wiesbaden erwartet
40 Nationen beim ersten World Health Tourism Congress in Wiesbaden erwartet
Ransbach-Baumbach im Mai 2006. Vom 27. bis 29. Mai 2006 findet zum ersten Mal in Deutschland der World Health Tourism Kongress im Wiesbadener Hotel Dorint Sofitel Pallas statt. Anders als bei Messen ermöglicht dieses Kongressprogramm mit Business- und One-to-One-Meetings, Workshops und Networking Lunches den 200 erwarteten Gästen aus 40 Ländern ein exklusives Aufeinandertreffen an einem Ort. Beide Veranstalter, die medias Klinik GmbH in Ransbach-Baumbach bei Koblenz und Aura International in Dubai Media City, stellen den Teilnehmern eine Plat…
Bild: Brustkrebs muss kein Todesurteil seinBild: Brustkrebs muss kein Todesurteil sein
Brustkrebs muss kein Todesurteil sein
Neue Behandlungsmethoden und Eigeninitiative der Patientinnen erhöhen Überlebenschancen Ransbach-Baumbach im November 2005. Jährlich sterben circa 18.000 Patientinnen an Brustkrebs – auch 2005 ist Brustkrebs mit 50.000 Neuerkrankungen die häufigste Krebsart bei Frauen. Dabei verzeichnet die Krebsforschung ständig Fortschritte, neue wissenschaftliche Erkenntnisse und Medikamente machen Hoffnung auf bessere Heilungschancen und Erhaltung der Brust. Therapieformen wie die regionale Chemotherapie (RCT) setzen beim Kampf gegen den Krebs erfolgrei…

Das könnte Sie auch interessieren:

Chemotherapie: Wenn die Übelkeit nicht aufhört
Chemotherapie: Wenn die Übelkeit nicht aufhört
Genetische Unterschiede beeinflussen die Wirkung von Anti-Brechmitteln Heidelberg (gb) – Häufige Nebenwirkungen einer Chemotherapie sind Übelkeit und Erbrechen. Gegen diese Beschwerden gibt es medikamentöse Behandlungsverfahren. Doch bei rund einem Drittel aller Krebs-Patienten, die eine Chemotherapie erhalten, sind diese Medikamente nicht ausreichend …
Bild: Lungenzentrum Bonn/Rhein-Sieg bietet Lungenkrebspatienten breite Unterstützung anBild: Lungenzentrum Bonn/Rhein-Sieg bietet Lungenkrebspatienten breite Unterstützung an
Lungenzentrum Bonn/Rhein-Sieg bietet Lungenkrebspatienten breite Unterstützung an
… den besten wissenschaftlichen Erkenntnissen machen die Ärzte ihren Patienten einen Vorschlag, wie sie gegen den Krebs vorgehen würden. Hier stehen Operation, Strahlentherapie und/oder Chemotherapie zur Option. Letztlich muss aber der Patient - oft auch mit Unterstützung seines Hausarztes – sich für seine Therapie entscheiden. In einer abschließenden …
Bild: ISTUP - Frankfurt Systemische Geschichten für PraktikerBild: ISTUP - Frankfurt Systemische Geschichten für Praktiker
ISTUP - Frankfurt Systemische Geschichten für Praktiker
… Gründer, vieler Autoren und verschiedener Denkzirkel. Diese sind einerseits durch ein im Ansatz gemeinsames Paradigma verbunden, sie sind aber auch durch Unterschiede getrennt. „Systemische Geschichten für Praktiker“ bringt diese Vielfalt zum Ausdruck. Systemische Beratung ist in unterschiedlichen Praxisfeldern angekommen und wird herausgefordert, in …
Krebs-Symposium in Ludwigsburg am 15.12.2007 14 Uhr
Krebs-Symposium in Ludwigsburg am 15.12.2007 14 Uhr
… Erkenntnisse und Behandlungsmöglichkeiten aufzuklären. Der ärztliche Direktor der medias Klinik Prof. Dr. Karl Reinhard Aigner wird einen Vortrag über die Regionale Chemotherapie (RCT) halten. Prof. Dr. ThomasVogl vom Universitätsklinikum Frankfurt/Main wird über eine neue Methode zur Tumorentfernung mittels modernster Lasertechnik berichten. Die naturheilkundlichen …
Bild: Oncothermie und Hyperthermie bei der Jahrestagung der Gesellschaft für Radioonkologie, MS 13.-16.6.2019Bild: Oncothermie und Hyperthermie bei der Jahrestagung der Gesellschaft für Radioonkologie, MS 13.-16.6.2019
Oncothermie und Hyperthermie bei der Jahrestagung der Gesellschaft für Radioonkologie, MS 13.-16.6.2019
… unterstützt, indem sie Patienten gegen mögliche Nebenwirkungen stärkt“, so Prof. Dr. Szász„ Die Hyperthermie kann vierte Säule der Krebstherapie sein - neben Operation, Chemotherapie und Bestrahlung. Sie kann der Radioonkologie assistieren, indem sie deren Wirkung verstärkt, da der Patient mit einem ertüchtigten Immunsystem die Chemo- und/oder Strahlentherapie …
Bild: 32. Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für Hyperthermische Onkologie Berlin mit PatiententagBild: 32. Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für Hyperthermische Onkologie Berlin mit Patiententag
32. Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für Hyperthermische Onkologie Berlin mit Patiententag
… mit oder ohne assoziierte HIV-Infektion und modulierte Elektro-Hyperthermie in Kombination mit Chemo-Strahlentherapie“, „Hyperthermie in Kombination mit Strahlentherapie und Chemotherapie bei lokal fortgeschrittenen, rezidivierenden oder metastasierten Erkrankungen“. Dazu kommen spezielle Anwendungen wie: „ Hyperthermie bei Bauchspeicheldrüsenkrebs und …
Onkologische Versorgung am Lebensende zeigt:
Onkologische Versorgung am Lebensende zeigt:
… der onkologischen Versorgung am Lebensende gelten international anerkannt folgende Kriterien: hoher Anteil an stationären Todesfällen, eine Anwendung systemischer Chemotherapie sowie Einweisungen auf Intensivstationen und, Krankenhausaufenthalte innerhalb der allerletzten Lebensphase sowie die zuvor erwähnten Überweisungen auf Palliativstationen. Bei …
Diagnose Krebs: Was tun? Regelmäßige Krebs-Sprechstunde in Berlin für Betroffene und Angehörige
Diagnose Krebs: Was tun? Regelmäßige Krebs-Sprechstunde in Berlin für Betroffene und Angehörige
… (9. Etage) statt. Im Anschluss daran, um 19 Uhr, hält der ärztliche Direktor der medias Klinik Prof. Dr. Karl Reinhard Aigner einen Vortrag über die Regionale Chemotherapie (RCT). Raum für offene Fragen bietet die darauf folgende Diskussionsrunde. Bei der lokal begrenzten Chemotherapie injiziert der Arzt je nach Art, Größe und Metastasierung eines Tumors …
Bild: Komplementärmedizin: Krankenkasse zahlt Wärmetherapie gegen Krebs - auch ohne parallele ChemotherapieBild: Komplementärmedizin: Krankenkasse zahlt Wärmetherapie gegen Krebs - auch ohne parallele Chemotherapie
Komplementärmedizin: Krankenkasse zahlt Wärmetherapie gegen Krebs - auch ohne parallele Chemotherapie
… Bayern(LSG) einen Meilenstein auf höherer Instanz gesetzt: Es verpflichtete die Techniker Krankenkasse, für tiefen-hyperthermische Behandlungen zu zahlen, obwohl die Patientin Chemotherapie zu Gunsten Hyperthermie und Heilkunde ablehnt. Bisher übernehmen gesetzliche Krankenkassen eine hyperthermische Komplementärmedizin durch Hyperthermie nur, wenn diese …
Bild: Wirtschaftsmesse b2d setzt auf soziale Netzwerke und strategische Business-Kommunikation 2.0Bild: Wirtschaftsmesse b2d setzt auf soziale Netzwerke und strategische Business-Kommunikation 2.0
Wirtschaftsmesse b2d setzt auf soziale Netzwerke und strategische Business-Kommunikation 2.0
Innsbrucker Spezialist für systemische Online-Kommunikation berät Deutschlands größte Mittelstandsmesse Innsbruck / Braunschweig. Günter Jaritz, Innsbrucker Spezialist für systemische Online-Kommunikation berät und begleitet die größte deutsche Mittelstandsmesse BUSINESS TO DIALOG (b2d) auf ihrem Weg zur Kommunikation 2.0. Der Messeveranstalter möchte …
Sie lesen gerade: Systemische versus Regionale Chemotherapie - Wo liegen die Unterschiede?