(openPR) LEIPZIG. (Ceto) Gerade mal einen Dollar hat das Barrel Brent binnen 24 Stunden zugelegt. Zu erstehen war ein Nordseeöl-Fass (159 Liter) gestern Morgen für 116 Dollar, heute wird es an der Londoner Rohölbörse ICE für 117 Dollar gehandelt. Das ist insofern überraschend, als dass dazwischen eine mit Spannung erwartete Entscheidung der US-Notenbank gefallen ist. Bei dünner Nachrichtenlage konzentrierten sich die Marktteilnehmer nahezu eine ganze Woche lang beinahe ausschließlich auf diese gestrige Sitzung. Deren Ergebnis: Der Leitzins bleibt gleich, bei 0,0 bis 0,25 Prozent. Wo soll er auch noch hin? Neu ist allerdings ein Kaufprogramm für Hypothekenanleihen. Das ist die konkrete Ausformulierung der „expansiven Maßnahmen“, die schon seit vielen, vielen Wochen im Gespräch sind – und vielfach auch schon früher erwartet worden. Die Ankündigung spült frisches Geld in die Rohstoffmärkte, und zumindest bei der amerikanischen Referenzsorte kam dies auch an: Western Texas Intermediate (WTI) legte um 3 Dollar je Barrel zu, wird aktuell für 100 Dollar je Barrel gehandelt. Insgesamt fehlt dennoch die Richtungsdynamik: Der Markt folgt der durchaus preistreibenden (bullischen) Logik nur bedingt – denn die Notenbankentscheidung ist schließlich keine Überraschung. Branchendienst Futures Services kommentiert: „Der bullishe Effekt kann sich allerdings nur mäßig auf den Devisenhandel und die Ölbörsen übertragen. Unterm Strich lässt sich die Marktreaktion aktuell so zusammenfassen: Pessimisten sind positiv überrascht, Optimisten etwas enttäuscht!“
Der Euro profitiert von der Entscheidung hingegen viel mehr. Gegenüber dem Dollar kann er an Wert deutlich gewinnen. Das ist (im Gegensatz zur trägen Reaktion der Ölpreise) nicht sonderlich überraschend, denn die Ankündigung frischer Banknoten in Übersee macht die US-Währung naturgemäß billiger. Weil die Gemeinschaftswährung also stärker zulegt als Rohöl, dürfte Heizöl heute preiswerter werden.
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