(openPR) BENJAMIN BRONNI »STUCK IN HEAVEN«
JOCHEN PLOGSTIES »MEIN FREUND SPIELT BASS (XC)«
STUTTGART: 14. SEPTEMBER – 20. OKTOBER 2012
ERÖFFNUNG: DONNERSTAG, 13. SEPTEMBER 2012, 19 - 21 UHR
SONDERÖFFNUNGSZEITEN WÄHREND DES 13. GALERIENRUNDGANGS »ART ALARM« AM 15.+16. SEPTEMBER 2012: SAMSTAG 10 – 20 UHR, SONNTAGS 11 – 18 UHR
Auf einem Tondo übermenschlichen Ausmaßes komponiert Benjamin Bronni vor rauchig schwarzem Hintergrund über einer Gitterstruktur in blau und violett Dreieckssegmente in wolkig hellen Tönen zu einer Art Urknall. Schon die Wahl des runden Formates, das zuletzt in der Renaissance ein Sinnbild der Vollkommenheit sein durfte, seither aber - wohl aus jenem Grund - eher ein Schattendasein führt, zeugt von höheren Weihen. Bronnis abstrakt geometrische Formationen nehmen heraldische Züge an, die nicht von Ungefähr an starke Symbole, wie Sonne und Stern erinnern. In Verbindung mit seiner Sprühtechnik scheint in den raumgreifenden Arbeiten Benjamin Bronnis ein unorthodoxer ‚Konstruktivistischer Frühling’ auf, in dem sich das Emblematische mit dem Chaotischen, einem selbstgefährdenden Potential verbindet. Malerisch liegt diese Selbstgefährdung an den beiden Enden der Farbskala - dem Entschwinden im tiefen Schwarz oder ätherisch Weißen. Bildhauerisch liegt sie in einem labilen Gleichgewicht riesiger Formen, die den Raum in ihrer Fremdartigkeit dominieren
Ob Kopien aus Verehrung für einen anerkannten Künstler oder im Wettbewerb mit einem älteren Meister geschaffen wurden, ob sie im eigenen bzw. fremden Auftrag oder im Werkstattzusammenhang, zu Lehrzwecken oder aus kommerziellen Interessen entstanden, ob sie zur urheberrechtlichen Absicherung oder im Gegenteil zur Verbreitung einer Bildidee dienten und mit einem Medienwechsel einhergehen oder ob sie als Kritik der modernen Idee des Originals auf einer Metaebene des Bildlichen angesiedelt sind: Immer wieder werden wir unscharfe Ränder wahrnehmen, werden sich mehrere Kategorien in einem Werk überlagern oder vermischen und uns zu der allfälligen Beobachtung veranlassen, dass sich Kunstwerke nur schwer in Kategorien fassen lassen. Es gilt deshalb auch hier, das Eigenrecht und die Eigenlogik jener Kunstwerke zu betonen, die nicht in einer oder in mehreren Kategorien aufgehen, die widerständig bleiben, wenn wir uns ihnen klassifizierend und deutend zuwenden. Gleichwohl besteht (...) der Mehrwert oft in einer solch kategorialen, das heißt konzeptuellen Bestimmung des Werkes in Relation zu einem vorgängigen Werk, in seinem „strategischen Bild-zu-Bild-Verhältnis“. Text: Jochen Plogsties zitiert Pia Müller-Tamm in Ausstellungskatalog Staatliche Kunsthalle Karlsruhe: Déjà-Vu? Die Kunst der Wiederholung von Dürer bis YouTube, Bielefeld 2012, S.22.













