(openPR) Galerie Lichtkreuzung zeigt:
„ Rückenbilder“ und „Serious Play“ von Ray Moore
Eröffnung am Donnerstag 13. September 2012 ab 19 Uhr
Ausstellung bis 31.10.2012
Ray Moores „Serious Play“
„Kreaturen“ – und zwar in unterschiedlichsten Formen und Facetten – das sind die Motive des gebürtigen US-Amerikaners Ray Moore. Sie bevölkern – oft zahlreich und meist farbgewaltig – die Werke des heutigen Wahlmünchners. Es sind Dämonen und Engel, Heilige und Huren, Männlein wie Weiblein, die erin mitunter bizarren Posen auf seinen Werken präsentiert.
Geboren in Brookhaven und aufgewachsen in der amerikanischen Kleinstadt McComb im tiefsten US-Südstaatenbundesstaat Mississippi, deutete ursprünglich nichts darauf hin, dass der heute 41-jährige Ray Moore einmal eine künstlerische Laufbahn einschlagen würde. Als Sprössling einer weitestgehend bildungsfernen afro-amerikanischen Unterschichtsfamilie war sein einziger Weg, einer kriminellen Karriere zu entkommen, der Beitritt zur US-Army, mit der er im Jahr 1993 nach Deutschland kam – dem Land, das er seitdem zu seiner Heimat gemacht hat.
In seiner Jugend war es überwiegend die Musik – die treibenden Rhythmen des Jazz, Blues und auch des HipHop, die ihn stetig begleitete und ihm als Quelle der Ablenkung von der Alltagstristesse sowie der Inspiration diente. Denn ein enormes kreatives Potential schlummerte schon immer in Moore. Skizzenbücher und Bleistift waren seine steten Begleiter, ständig kritzelte er sie mit verrückt aussehenden Kreaturen und Mustern voll. Jedoch erst Jahre später begann er auf Anraten von Freunden, diese Zeichnungen auch auf einen weiteren Kontext auszudehnen. Fortan war Moore regelrecht besessen davon, seine Figuren auf den unterschiedlichsten Hintergründen und vor allem auch in Farbe zu inszenieren. Seitdem ist der künstlerische Schaffensprozess dominierend in Moores Leben, permanent arbeitet er parallel an mehreren Werken, nutzt und probiert neben klassischen Hintergründen wie der Leinwand auch andere Materialen wie Holzreste aus Schreinereien, alte Zeitungen und andere Abfallprodukte aus; seine zentralen Farben sind diverse Orange-, Gelb- und Rottöne, aber auch weiterhin klassisch Schwarz und Weiß. Er arbeitet heute überwiegend mit Acryl-Farbe bzw. Acryl-Stiften. Moore geht ohne konkretes Konzept vor, es sind in der Regel keine fixen Vorstellungen des
Endproduktes, die ihn leiten. Seine Kunst entsteht vielmehr spontan, vergleichbar mit der musikalischen Technik des Freestyle-Raps. Dennoch handelt es sich bei seinen Werken keinesfalls um oberflächliche, naive Bilder: es verbergen sich zumeist – mehr oder weniger explizite – Botschaften in seinen Zeichnungen. Auf seinen neueren Werken finden sich häufig Phrasen, Textfragmente und sog. „Tags“ – teils verschwommen im Hintergrund, teils direkt eingebettet in seine Kreaturen – , die bisweilen auf bissig, satirische Weise sozio-politische Missstände anprangern. So gibt es zum Beispiel eine ganze Reihe von Bildern, die sich kritisch mit der akuten Weltwirtschaftskrise auseinandersetzen. Die sprachlichen Elemente in seinenWerken erinnern stark an HipHop-Lyrics, was nicht verwundert angesichts der Tatsache, dass Moore selbst lange Jahre als Texter und Produzent in der Rap-Szene aktiv war.Wichtig an den Sprüchen ist Moore jedoch immer, niemals den moralischen Zeigefinger zu erheben. Ihm geht es vielmehr um eine humoristische Auseinandersetzung mit der (auch unschönen Seite der) Realität und vor allem darum, die Dinge – aber auch sich selber – auf keinen Fall zu ernst zu nehmen. Das, so Moore, würde nämlich nur dazu führen, dass wir letztlich verrückt würden. Bei seiner Kunst steht also der spielerische Aspekt nach wie vor im Vordergrund, versetzt mit ernsten Untertönen – „serious play“, eben.
Ray Moore hat im künstlerischen Schaffen definitiv seinen optimalen Weg gefunden, sämtliche Reize und Impulse– ob positiv oder negativ –, die tagtäglich auf ihn einströmen, zu kanalisieren. Seit nun 10 Jahren lebt und arbeitet er in München, seine Werke sind seit 2011 unter anderem regelmäßig auf der Ausstellung Stroke Urban Art zu sehen.
Ray Moore muss als zeitgenössischer Künstler mit dem Finger am Puls des Geschehens gesehen werden: der Autodidakt hat definitiv einen vollkommen eigenen, unverwechselbaren Stil entwickelt.
RÜCKENBILDER - VERKÖRPERUNGEN
Der „Rahmenmacher“ untersucht mittels der klassischen Bildgenres Akt, Stilleben, und dem Porträt den Bild-Körper sowohl in seiner grundlegenden wie auch in seiner abzubildenden Funktion und vereint Träger und Motiv miteinander. Die zugrundeliegende neu entwickelte bildnerische Technik setzt die gewohnte Sichtweise auf ein Reportoirethema der Malerei außer Kraft: Mittels dem diachronen Farbauftragen und dem Durchpressen der Farbe durch die nicht grundierte Leinwand, ensteht das Bild von der Vorderseite zur Rückeite hin. Der gewohnte Bildgegenstand und der Künstlerduktus ist für den Betrachter nicht mehr erfahrbar, mittels einer vollständigen Absorption von Farbe und einer hermetischen Abgeschlossenheit der Bildvorderseite. Das Bild ist nicht mehr trennbar in Bild- und Mal-Körper, in Vorder- und Rückseite. Das Bild ist als eine organische Einheit, als eine Entität erkennbar.
Der Urheber der "Rückbilder" tritt hinter das Kunstwerk zurück und soll fortan nur als "Rahmenmacher" genannt werden.
Der Rahmenmacher ist bei der Ausstellung nicht anwesend.











