openPR Recherche & Suche
Presseinformation

MARVECS Forum: Dauerbrenner AMNOG und AÜG

22.08.201214:07 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) Gesetzliche Rahmenbedingungen für Pharmavertrieb weiterhin Thema

Dauerbrenner im Pharmavertrieb bleibt das Thema AMNOG. Das wurde auch auf dem jüngsten MARVECS-Forum 2012 in Berlin erneut deutlich. Dabei bleibt der Eindruck erhalten, dass bei der Umsetzung des AMNOG nach wie vor ausschließlich die Kostensenkung im Fokus steht und weniger die tatsächliche Nutzenbewertung. Zweites Thema war das Spannungsfeld zwischen Arbeitnehmerüberlassung und Dienstvertrag. Hier müssten Pharmaunternehmen seit der Novellierung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (AÜG) im Jahr 2011 vor der Entscheidung für den Einsatz eines externen Dienstleisters genau überlegen, welche Form der Zusammenarbeit die geeignetere sei, so das Fazit. Auch bei der Gestaltung der Verträge bringe die Novellierung des Gesetzes einige Änderungen mit sich, die noch nicht von allen Unternehmen beachtet würden.



AMNOG: Nutzenbewertung nach wie vor im Fokus
27 Wirkstoffe in 54 Patientenpopulationen wurden seit Start des AMNOG bis Ende Juni vom IQWIG bewertet. Bei keinem einzigen wurde ein erheblicher Mehrnutzen gegenüber der Vergleichstherapie festgestellt und nur bei 9 Patientenpopulationen ein beträchtlicher Mehrwert. Demgegenüber stehen 33 Bewertungen (61 Prozent), in denen kein Mehr an Nutzen attestiert wurde. Für Dr. med. Tim Husemann, Leiter Health Care Management & Contracting bei der MSD SHARP & DOHME GmbH, stellt sich daher die Frage, ob die neuen Produkte wirklich „so schlecht“ sind oder der Prozess einer Optimierung bedarf, die den Nutzen für die Patienten besser herausarbeitet. Dabei sieht er sich als Freund der Nutzenbewertung für neue Medikamente und erkennt für die Pharmaindustrie eine echte Chance, langfristig ihr Image signifikant zu verbessern, weil die Diskussion um vermeintliche Mondpreise und Pseudoinnovationen mit dem AMNOG aufhört. Eine Nutzenbewertung, die neben dem medizinischen Outcome auch eine umfassende und objektive Analyse der Gesamtkosten der neuen versus alten Behandlungsoption inklusive aller Folgen zum Inhalt hat, würde eine noch bessere Diskussionsgrundlage bieten, wenn es um den Preis geht, schlussfolgerten die Teilnehmer. Bisher gehörte der deutsche Markt immer zu den Vorreitern, wenn es um die Einführung neuer Präparate ging. „Ich möchte gerne, dass dies so bleibt. Wenn ein Unternehmen für Präparate, die im Ausland als Innovationen deklariert werden, in Deutschland einen fehlenden bzw. fraglichen Mehrnutzen attestiert bekommen, Festbeträge das Maß der Dinge sind und Preise unter EU-Niveau eher Regel statt Ausnahme hilft das langfristig niemandem, zumal in Deutschland neu eingeführte Medikamente ohnehin beim Marktanteil im OECD-Vergleich schlecht abschneiden“, so Husemann weiter. Er hält das ursprüngliche Reformziel, Preise am Zusatznutzen und den Preisen vergleichbarer EU-Länder auszurichten für berechtigt und es bedarf lediglich der Lösung einiger weniger offener Punkte. Dazu gehören die marktgerechte bzw. faire Auswahl der Vergleichstherapie und der Preisreferenzländer sowie die ohne weitere Gesetzesänderung umsetzbare Nichtveröffentlichung der Rabatte, um deutschen Patienten auch in Zukunft wirksame und bezahlbare Innovationen bereit zu stellen. Konsens und zugleich Zuversicht bestand in der Runde jedoch auch darüber, dass es noch etwas Zeit braucht, bis alles wirklich rund läuft.

Augen auf bei der Vertragsgestaltung
Peter Schindler, Geschäftsführer von Schindler + Döss – HR & Transformation – zeigte in seinem Vortrag auf, welche Fallstricke bei der Beauftragung externer Außendienste zu beachten sind. Denn seit der Änderung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes im Jahr 2011 ist festgelegt, dass die Arbeitnehmerüberlassung einen „vorübergehenden“ Charakter haben muss, es ist aber gesetzlich kein fester Zeitraum definiert worden. Entgegen anderslautender Interpretationen empfiehlt er in jedem Falle einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren im Vertrag festzuschreiben. Zudem müsse der Dienstleister in seinen Verträgen mit Entleihern und Mitarbeitern ebenfalls deutlich festlegen, dass diese nicht dauerhaft bei einem Entleiher eingesetzt werden. Für Schindler ist vor allem bei strategischen und umfangreichen Outsourcing-Projekten der Dienstvertrag die bessere Wahl, da die in einem externen Team eingesetzten Mitarbeiter rechtlich nicht als eigene Mitarbeiter zählen. Dies spiele besonders in Situationen, in denen ein Personalabbau geplant werde, eine wichtige Rolle, erläuterte der Experte. Allerdings sei in diesem Fall zu beachten, dass das Pharmaunternehmen gegenüber den externen Mitarbeitern keinerlei direkte Weisungsbefugnis mehr habe. „Ich empfehle, dieser Führungsherausforderung über genaue Prozessbeschreibungen, präzise Service Level Agreements und ein gemeinsames Steuerungsgremium zu begegnen“, rät Peter Schindler.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 657457
 158

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „MARVECS Forum: Dauerbrenner AMNOG und AÜG“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von MARVECS GmbH

Bild: MARVECS erhält Gütesiegel „OPEN COMPANY“Bild: MARVECS erhält Gütesiegel „OPEN COMPANY“
MARVECS erhält Gütesiegel „OPEN COMPANY“
Mitarbeiter und Bewerber bewerten das Unternehmen bei kununu mit durchschnittlich 3,8 von 5 Punkten Authentizität, Offenheit für Kritik und Kommunikation auf Augenhöhe – allesamt Eigenschaften, die ein zeitgemäßes HR-Management ausmachen. Dass der Ulmer Pharmadienstleister MARVECS diesen Ansprüchen gerecht wird, bestätigt die Auszeichnung mit dem Gütesiegel „OPEN COMPANY“ auf der Arbeitgeberbewertungsplattform kununu. Neben MARVECS wird lediglich knapp ein Prozent der übrigen dort beurteilten Firmen den Anforderungen dafür gerecht. Es gilt, …
Bild: MARVECS Bilanz 2013: Deutliches Wachstum bei Umsatz und MitarbeiternBild: MARVECS Bilanz 2013: Deutliches Wachstum bei Umsatz und Mitarbeitern
MARVECS Bilanz 2013: Deutliches Wachstum bei Umsatz und Mitarbeitern
Wachstumsdelle von 2012 mehr als ausgeglichen Mit einem deutlichen Plus bei Umsatz und Mitarbeitern ist der Ulmer Pharmadienstleister MARVECS im abgelaufenen Geschäftsjahr 2013 in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Gegenüber dem starken Jahr 2011 wuchs der Umsatz um rund 15 Prozent von 32,7 auf 37,4 Millionen Euro, im Vergleich zum schwächeren Vorjahr waren es sogar mehr als 40 Prozent. Die Zahl der Mitarbeiter stieg von 344 im Jahr 2012 auf 420 im vergangenen Jahr (ohne freie Mitarbeiter). „2012 war der Markt allgemein von einer starken Zurückh…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Pharmavertrieb: Die Apotheke rückt in den FokusBild: Pharmavertrieb: Die Apotheke rückt in den Fokus
Pharmavertrieb: Die Apotheke rückt in den Fokus
MARVECS baut Dienstleistungsangebot entsprechend aus Pharma- und OTC-Produkthersteller stehen zunehmend vor der Herausforderung, den Endkunden direkt adressieren zu müssen. Dabei rückt zunehmend die Apotheke in den Fokus des Interesses. Deswegen baut MARVECS, der Spezialist für Sales und Marketing-Lösungen für die Pharmaindustrie, sein Dienstleistungsangebot …
Bild: MARVECS Bilanz 2013: Deutliches Wachstum bei Umsatz und MitarbeiternBild: MARVECS Bilanz 2013: Deutliches Wachstum bei Umsatz und Mitarbeitern
MARVECS Bilanz 2013: Deutliches Wachstum bei Umsatz und Mitarbeitern
Wachstumsdelle von 2012 mehr als ausgeglichen Mit einem deutlichen Plus bei Umsatz und Mitarbeitern ist der Ulmer Pharmadienstleister MARVECS im abgelaufenen Geschäftsjahr 2013 in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Gegenüber dem starken Jahr 2011 wuchs der Umsatz um rund 15 Prozent von 32,7 auf 37,4 Millionen Euro, im Vergleich zum schwächeren Vorjahr waren …
Bild: MARVECS-Forum 2011: Das AMNOG als Innovationsbremse?Bild: MARVECS-Forum 2011: Das AMNOG als Innovationsbremse?
MARVECS-Forum 2011: Das AMNOG als Innovationsbremse?
… Management & Contracting bei der MSD SHARP & DOHME GmbH, seinen Vortrag zum Thema Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz. Auch sonst war das AMNOG eines der beherrschenden Themen des diesjährigen MARVECS-Forums, zu dem am 7. und 8. April 2011 mehr als 50 Fachleute aus der Pharma-Branche nach Ulm gekommen waren. Im Zentrum der Kritik stand vor allem …
Bild: MARVECS-Bilanz 2011: Weiteres Wachstum in einem zurückhaltenden MarktBild: MARVECS-Bilanz 2011: Weiteres Wachstum in einem zurückhaltenden Markt
MARVECS-Bilanz 2011: Weiteres Wachstum in einem zurückhaltenden Markt
Umsatzplus von fünf Prozent, Anforderungen an Außendienstmitarbeiter gestiegen Trotz eines eher zurückhaltenden Marktes konnte der Ulmer Pharmadienstleister MARVECS seinen Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011 erneut um knapp fünf Prozent auf jetzt 32,7 Millionen Euro steigern. Die Zahl der Mitarbeiter erreichte im Jahresdurchschnitt erstmals die …
MARVECS-Bilanz 2009: Wachstum trotz Krise
MARVECS-Bilanz 2009: Wachstum trotz Krise
Für das Ulmer Pharmadienstleistungsunternehmen MARVECS war das Jahr 2009 trotz Finanzkrise ein erfolgreiches Jahr. Wichtiger Umsatzträger war das Vakanzmanagement, wo MARVECS im vergangenen Jahr eine deutlich steigende Nachfrage verzeichnen konnte. Das belegen zahlreiche Neukunden, darunter vor allem auch mittelständische Pharmaunternehmen wie Pierre …
Drei Jahre Preisregulierung im Pharma-Markt: Was hat es den Verbrauchern gebracht?
Drei Jahre Preisregulierung im Pharma-Markt: Was hat es den Verbrauchern gebracht?
Seit drei Jahren gibt es das Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes (AMNOG). Ziele sind ein fairer Wettbewerb und eine stärkere Orientierung am Wohl der Patienten. Grund für das Gesetz waren die überproportional steigenden Arzneimittelkosten im Vergleich zu anderen gesundheitlichen Leistungen. Jetzt, drei Jahre später, haben Top-Experten während …
Bild: Zwang zu mehr Flexibilität: MARVECS baut Partnering-Teams ausBild: Zwang zu mehr Flexibilität: MARVECS baut Partnering-Teams aus
Zwang zu mehr Flexibilität: MARVECS baut Partnering-Teams aus
… flexiblen Außendienstlösungen. Denn durch die zeitliche Taktung bei der Markteinführung eines neuen Arzneimittels wird der Zeitrahmen künftig sehr eng. Daher hat der Ulmer Pharmadienstleiter MARVECS jetzt sein Angebot an Partnering-Teams weiter ausgebaut. So stehen nun nicht nur mehr Kapazitäten für die Zielgruppe der Gynäkologen zur Verfügung. Für den …
Bild: MARVECS-Forum 2007: Drastischer Paradigmenwechsel im PharmavertriebBild: MARVECS-Forum 2007: Drastischer Paradigmenwechsel im Pharmavertrieb
MARVECS-Forum 2007: Drastischer Paradigmenwechsel im Pharmavertrieb
… werden in den kommenden zwei Jahren neue Geschäftsmodelle im Pharmavertrieb einführen. Das ist das Ergebnis einer Studie des Beratungsunternehmens Roland Berger, die auf dem 3. MARVECS-Forum am 18. und 19. Oktober 2007 in Ulm vorgestellt wurde. Dabei steht die Pharmabranche vor einem drastischen Paradigmenwechsel. Nicht nur was die neuen Zielgruppen …
MARVECS-Premiere mit Apotheken-Teams und Vertrieb 3.0
MARVECS-Premiere mit Apotheken-Teams und Vertrieb 3.0
… Pharmadienstleister erstmals Aussteller auf der expopharm expopharm 2013 – Düsseldorf, 18.-21. September 2013 – Halle 15, Stand 15 Bei seiner expopharm-Premiere präsentiert MARVECS, der Spezialist für integrierte Vertriebs- und Marketinglösungen für die Health Care-Industrie sein komplettes Service-Angebot für die Zielgruppe „Apotheke“. Daneben zeigt …
Bild: Vom Lieferanten zum Partner: Die Zukunft des Pharma-AußendienstesBild: Vom Lieferanten zum Partner: Die Zukunft des Pharma-Außendienstes
Vom Lieferanten zum Partner: Die Zukunft des Pharma-Außendienstes
… zahlreiche neue Zielgruppen, von den Krankenkassen über die Apotheken und die sich neu formierenden Gesundheitszentren bis hin zum Patienten selbst. Das ist das Fazit des diesjährigen MARVECS-Forums, an dem am 12. und 13. Oktober in Ulm mehr als 50 Fachleute aus allen Bereichen der Pharmaindustrie teilgenommen haben. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an …
Sie lesen gerade: MARVECS Forum: Dauerbrenner AMNOG und AÜG