(openPR) Die Galerie Norbert Nieser in Stuttgart, zeigt vom 15.09. bis 24.11.2012 unter dem Titel "Das Andere sehen - das andere Sehen" virtuelle Collagen von Madelaine Linden. In ihren Arbeiten schafft die Künstlerin aus verschiedenen Szenen und Elementen mittels der digitalen Fotomontage neue surrealistisch anmutende Bildinhalte und ?aussagen.
Madelaine Linden bezeichnet sich selbst als "Assembleuse", von französisch "assembler" was so viel bedeutet wie zusammenfügen. In ihren virtuellen Collagen fügt sie Einzelnes, Bruchstückhaftes zu einem neuen Ganzen zusammen. Fotografien der Künstlerin Caroline Duchesne mit Stadtansichten, Fassaden und Graffiti oder auch Bilder, die die Künstlerin irgendwo im Internet entdeckt, oder auch selbst aufnimmt, bilden die Grundlage für ihre virtuellen Collagen. Aus diesem großen Fundus schöpft Madelaine Linden das Material und setzt verschiedene Szenen, Umgebungen und Personen in einen neuen Bezug zueinander und so entsteht Raum für neue oft absurde oder surrealistische Aussagen. Die neu geschaffenen Bilder muten dabei wie Gemälde an, die natürlichen Grenzen zwischen Malerei und Fotografie lösen sich auf. Dabei spielt die digitale Bildbearbeitung eine große Rolle. Einzelne Motive und Elemente kombiniert und verfremdet die Künstlerin am Bildschirm auf unterschiedlichste Weise. Sie verändert Farben und Transparenz, verwischt Konturen oder Umrisse und lässt durch ihre Mal- und Collage-Technik neue faszinierende Bilder entstehen, die über die "echte Wirklichkeit" hinwegtäuschen und eine andere Wirklichkeit, eine Illusion, zeigen.
"Das Andere sehen - das andere Sehen", so nennt die Künstlerin ihre Serie, und fordert bereits mit ihrem Titel den Betrachter auf, sich intensiver mit den Collagen auseinanderzusetzen, die Details zu suchen. "Zwischen surreal und Oxymoron ist meine Intention den Betrachter ins Unerwartete zu führen. Wirklichkeit oder Illusion, es sind erst die Bilder, die der Betrachter mit sich bringt, die das Bild entstehen lassen", so Madelaine Linden.
Plötzlich entdecken wir Dinge, die eigentlich nicht zusammengehören, die zum einen seltsam, geisterhaft oder gespenstisch anmuten und uns irritieren, verstören oder provozieren. Wichtig ist dabei auch die Spannung zwischen den düsteren Elementen und dem Skurrilen, dem Humor. Der Humor, der auch die beiden Künstlerinnen Madelaine Linden und Caroline Duchesne verbindet, ihr Geschmack für das Surreale, Morbide und Unmögliche. Die Motive sollen den Betrachter bewegen, egal ob er sie schön, hässlich oder traurig findet. Die Künstlerin möchte den Betrachter in die Bilder "eintauchen" lassen, in die Geschichten, die sie erzählen. Sie möchte Stimmungen vermitteln, Emotionen freilegen und jedem Betrachter die Chance geben, etwas Individuelles und Besonderes in ihren Bildern zu lesen.
Madelaine Linden, geboren 1954 in Montevideo, Uruguay, studierte in Buenos Aires Kunstgeschichte. Von 1973 bis 1989 lebte sie in Lausanne, Genf, Brüssel, New York und Hamburg. Seit 1989 lebt und arbeitet sie als unabhängige Künstlerin in Hamburg, und lebt seit 2000 in Stuttgart. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Ausstellungen in Deutschland, Belgien und Frankreich präsentiert.
Ein Teil der Ausstellung ist den Originalfotografien von Caroline Duchesne gewidmet. Fotografien, in denen sie das unbeachtete Detail aus dem Gesamtbild extrahiert und so den Blick auf das Schrullige, das Vergängliche lenkt. Caroline Duchesne wurde 1949 in Hamburg geboren und widmet sich seit über 35 Jahren der Fotografie, unter anderem als Dozentin an der Kunstschule in London. Sie ist Mitglied der Gruppe "Photographers at Missenden" und lebt und arbeitet in Witney, Oxfordshire.












