(openPR) Wer hat die besseren Knöpfe für den Heiligen Vater? Im Vatikan ist der Soutane-Krieg entbrannt. Die Schneider Annibale Gammarelli und Raniero Mancinelli kämpfen darum, für Papst Benedikt XVI. die Soutane mit den dreißig Knopflöchern anfertigen zu dürfen.
„Die Soutane von Gammarelli war jenseits aller Regeln der Nähkunst. Papst Benedetto hat sich sichtbar unwohl gefühlt. Deshalb ist er wieder zu uns gekommen und bricht mit der alten Tradition“, erklärt Raniero Mancinelli in der Zeitschrift „die aktuelle“. Er hat vor 45 Jahren seinen kleinen Laden direkt gegenüber der Vatikanpforte eröffnet. Maria Ratzinger hat vor 20 Jahren ihren Bruder Joseph nach Rom begleitet, um seinen Haushalt zu führen, und dabei den Mancinelli für den heutigen Papst entdeckt.
„Das ist üble Nachrede. Wir arbeiten absolut akkurat mit den besten Näherinnen. Das ist Mobbing und Neid“, wütet Annibale Gammarelli in „die aktuelle“ und wütet: „Ich lasse mich von Raniero Mancinelli nicht ausbooten“. Sein Familienunternehmen, das sich direkt hinter dem Pantheon befindet, versorgt seit 1792 die Päpste mit Gewändern und Talaren. Aber der 1,70 Meter große Benedikt XVI. aus Bayern will jetzt mit diesen Traditionen brechen.
Das Oberhaupt der katholischen Kirche vertraut seit 20 Jahren dem Soutane-Spezialisten Raniero Mancinelli. Der heute 78-jährige ließ sich in seiner Zeit als Kurienkardinal von dem Nadel-Künstler jedes Kleidungsstück in dreifacher Ausführung nähen. Zwei Normalgrößen und eines in einer halben Nummer größer - für den Festtagsspeck.
Noch während der Enklave hatte Annibale Gammarelli für den neuen Pontifex bereits Kleidung geliefert – klein, mittel, groß. Für jeden etwas. Egal, wer gewählt wird. Benedikt XVI. musste, ob er wollte oder nicht, bei seinem ersten öffentlichen Auftritt eine Gammarelli-Soutane in Weiß tragen. Aber jetzt schenkt er ausschließlich Raniero Mancinelli seien Gunst und übergab ihm eine lange Liste mit Aufträgen: Alltags- und Festtagssoutanen, Schuhe, Strümpfe, Chorhemden, Umhänge, Schärpen...
Für eine Soutane braucht der Schneider 4,5 Meter Stoff. Im Winter aus feiner Wolle, im Sommer aus Baumwolle. Die Soutane wird von vier Näherinnen in zwanzig Stunden hergestellt.
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