openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Duales System mit weniger Einnahmen: Betrug bei Lizenzgebühren des Grünen Punktes? - Profitorientierung des Müllsammlers umstritten

24.10.200513:13 UhrEnergie & Umwelt

(openPR) Köln, www.ne-na.de - Das Duale System Deutschland (DSD) mit dem "Grünen Punkt" für Verpackungsmüll nimmt der "Bild am Sonntag" zufolge immer weniger Lizenzgebühren ein. Dies gehe aus einer neuen Studie der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (GVM) hervor. Als Ursache sehen Branchenkenner allerdings nicht Betrügereien, sondern die verstärkte Konkurrenz von alternativen Sammelsystemen. Von einem Hersteller oder Händler könne nicht erwartet werden, seine Verpackungen unterschiedlich zu bedrucken. Der Grüne Punkt sei auch auf Verpackungen, die von Wettbewerbern entsorgt werden. Die Vergütung der Entsorgungskosten verrechnet der ehemalige Müllmonopolist DSD nach der Lizenzquote und nicht nach der Sammelmenge. So sei bekannt, dass die marktbeherrschende DSD AG die von ihr beauftragten Entsorgungsunternehmen lediglich für eine 'Punktlandung' einschließlich eines zehnprozentigen 'Sicherheitszuschlages' bei der Erfüllung der vorgeschriebenen Erfassungs- und Verwertungsquoten vergütet. "Diese Quoten beziehen sich nicht auf eine absolute Menge von in Verkehr gebrachten Verkaufsverpackungen, sondern nur auf die beim Grünen Punkt-Konzern tatsächlich lizenzierten Verpackungen. Es ist also für duale Systeme unerheblich, ob sie ihren Pflichten durch die Entsorgung der bei ihnen oder bei Dritten lizenzierten Verpackungen genügen", erklärte ein mittelständischer Entsorger.



Je mehr Verpackungen bei Konkurrenzunternehmen entsorgt werden, desto weniger zahle das DSD an seine Entsorger. Mit dem Verkauf des Dualen Systems an den amerikanischen Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts (KKR) habe sich die Motivation der Konsumgüterindustrie im Verhältnis zum Grünen Punkt deutlich geändert. Wichtig für KKR sei das Geld, das zuverlässig beim DSD-Müllkonzern lande. Wenn ein Konsument im Supermarkt nach verpackter Ware mit dem Grünen Punkt greife, soll es auch weiterhin in der Kasse des Müllmultis klingeln, denn KKR verfolge in der Regel eine knallharte Renditepolitik.

Das faktische Monopol des DSD in den vergangenen Jahren war wohl eine wichtige Motivation für KKR, ins deutsche Müllgeschäft einzusteigen. Wenn jetzt die Dämme brechen, gehe das zu Lasten der Renditeziele der amerikanischen Firmenjäger. Zwischen Markenindustrie und Einzelhandel tobt seit Wochen ein harter Kampf um Gebühren für den Grünen Punkt. Der Verkauf des Dualen Systems Deutschland (DSD) an die US-Investmentgesellschaft KKR war verbunden mit Prämien und Rückvergütungen, damit Lizenznehmer des Grünen Punktes nicht zu Konkurrenten abwandern und um ihnen die Übernahme durch KKR schmackhaft zu machen. Dabei geht es um Rückvergütungen und Prämien von insgesamt bis zu 350 Millionen Euro. "Diese Summe hatte das DSD Markenproduzenten wie Nestlé, Danone oder Beiersdorf in Aussicht gestellt, falls sie dem Grüne Punkt-Unternehmen nach dessen Verkauf an die US-Beteiligungsgesellschaft KKR treu blieben", berichtet das Handelsblatt http://www.handelsblatt.de. Das finanzielle Entgegenkommen der Konsumgüterindustrie habe seinen Grund. Die Prämie werde vom DSD schließlich nur deshalb gewährt, weil dieses im Gegenzug künftig durch die Vertragsvereinbarungen Gewinne erzielen wolle. Ohne diese Rückvergütungen, Preissenkungen und "Treueprämien" wäre der Verkauf an KKR wohl nicht zustande gekommen. Das geht auch aus einem internen Papier des DSD hervor, dass im Vorfeld des KKR-Deals die Risiken bewertet hat.

Schwierigkeiten im laufenden Geschäft könnten sich durch eine geringere Kundenbindung ergeben. Das Ausscheiden der bisherigen Gesellschafter könne zu einer "höheren Abwanderung zum Wettbewerb oder in die Verweigerung führen". Entwicklungen im politischen Umfeld könnten sich negativ auf das DSD auswirken. Entscheidungen der EU und Änderungen "in der Verpackungsverordnung sind nicht auszuschließen". Und weiter heißt es: "Risiken, die in der Umwandlung des DSD von einem Non-Profit zu einem Profi-orientierten Unternehmen liegen, sind nicht quantifizierbar und demnach nicht planbar". Kunden des Grünen Punktes sollen einen Teil der KKR-Zuwendungen nur dann erhalten, wenn sie dem Dualen System treu bleiben. In dem DSD-Papier nennt sich das lapidar "Honorierung der Kundentreue durch eine attraktive Vertragsumstellungsprämie". Einige Seiten weiter nennt man das "Voraussetzungen", die an die Vertragsumstellungsprämie geknüpft werden: "Rechtswirksamer Erwerb von mindestens 95 Prozent der Aktien durch die Erwerberin". Erwerberin ist das KKR-Tochterunternehmen Deutsche Umwelt Investment AG. Weitere "Voraussetzungen": "Zustimmung zur Vertragsänderung; laufender, ungekündigter Vertrag; Jahresabschlussmeldungen für die Jahre 2001 bis 2003 liegen vor und sind testiert; keine offenen Forderungen bzw. Verrechnung".

Doch diesen Deal wollte der Einzelhandel nicht akzeptieren. In einem Rundschreiben forderte beispielsweise Rewe seine Lieferanten auf, das vom DSD versprochene Geld an die Kölner Handelsgruppe weiterzureichen. "Ähnliche Schreiben erhielten die Markenhersteller nach eigenen Aussagen von Metro, Tengelmann, Schlecker, Dohle und Handelshof", schreibt das Handelsblatt. Auf Seiten der Konsumgüterhersteller hat man für die Forderungen der Handelskonzerne wenig Verständnis. "Sie sind absolut unberechtigt und rechtlich fragwürdig", sagte Timothy Glaz, Geschäftsführungsmitglied beim Wiesbadener Markenverband. Bei diesen Forderungen ohne Gegenleistung, glaubt der Vertreter der Markenindustrie, handele es sich um einen Verstoß gegen das Wettbewerbsgesetz.

Die von der GVM verursachte Aufregung um angebliche Betrügereien mit den Gebühren für den Grünen Punkt sei nach Auffassung von Unternehmen der Konsumgüterindustrie nur eine "taktische Maßnahme", um Abwanderungen zur Konkurrenz zu verhindern. Wie groß die Macht es Ex-Monopolisten immer noch sei, zeige der Fall der Firma Jakob Gerhardt in Nierstein am Rhein. Nach einem Bericht des Handelsblattes habe sich der nach Pieroth zweitgrößte Wein- und Sekt-Direktvertreiber Deutschlands nach der KKR-Übernahme des Müllmultis geweigert, die Umwandlung des DSD in ein profitorientiertes Unternehmen zu akzeptieren. Daraufhin kündigte ihm die Grüne-Punkt-Firma zum 31. Dezember 2005 den Vertrag – mit fatalen Folgen für den Weinhändler: Weil DSD-Konkurrenten wie Landbell und Interseroh bislang nur eine Zulassung in wenigen Bundesländern vorweisen, findet Jakob Gerhardt in den restlichen Regionen keinen Entsorger mehr. Dem DSD-Abtrünnigen droht nun das teure Einwegpfand", schreibt das Handelsblatt.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 65360
 191

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Duales System mit weniger Einnahmen: Betrug bei Lizenzgebühren des Grünen Punktes? - Profitorientierung des Müllsammlers umstritten“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von medienbüro.sohn

Sascha Lobo und die halbautomatische Netzkommunikation
Sascha Lobo und die halbautomatische Netzkommunikation
Facebook-Browser könnte soziale Netzwerke umpflügen Berlin/München, 27. Februar 2009 - Millionen Deutsche sind mittlerweile in sozialen Netzwerken wie XING, Wer-kennt-wen, Facebook oder StudiVZ organisiert, haben ein Profil und präsentieren sich auf irgendeine Art im Web, ob mit Bildern, kurzen Texten, Blog-Beiträgen oder Links, die sie interessant finden. „Es lässt sich kaum leugnen: Wir sind zum Glück nicht mehr Papst, wir sind jetzt Netz. Die Menschen haben begonnen, wichtige Teile ihres gesellschaftlichen Treibens ins Internet zu verlag…
Finanzbehörden müssen mit Mittelstand innovativer umgehen
Finanzbehörden müssen mit Mittelstand innovativer umgehen
Schnelle Verfahren zur Stundung von Steuern und Anpassung von Vorauszahlungen Berlin, 26. Februar 2009 – Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) bvmw.de fordert die Finanzbehörden und Sozialversicherungen zu einem flexiblen und innovativen Umgang mit kleinen und mittleren Unternehmen auf, die unverschuldet in Not geraten sind und bei denen unerwartete Liquiditätsengpässe auftreten. Eine Möglichkeit bestünde in einfachen und schnellen Verfahren, um Steuern und Sozialabgaben vorübergehend zu stunden oder Vorauszahlungen anzupassen…

Das könnte Sie auch interessieren:

Würzburger Verpackungsforum: KKR bereitet Verkauf des Grünen Punkt-Konzerns an Remondis vor – Mittelstand fürchtet neuen Marktdominator
Würzburger Verpackungsforum: KKR bereitet Verkauf des Grünen Punkt-Konzerns an Remondis vor – Mittelstand fürchtet neuen Marktdominator
… abspecken und Marktanteile an Konkurrenten abgeben", spekulierte Fischer. Zudem versuchten interessierte Kreise des DSD derzeitig, die Umsätze und den Entsorgungsanteil des Grünen Punkt-Müllsammlers runter zu rechnen. Warum komme gerade jetzt eine Statistik an die Öffentlichkeit, die den hohen Anteil von Herstellern, Abfüllern und Händlern belege, die …
Altpapier, Grüne Punkt-Gebühren und der Streit um klebrige Brötchentüten
Altpapier, Grüne Punkt-Gebühren und der Streit um klebrige Brötchentüten
… Altpapiersammlung erfasst. „Die Kosten der so organisierten Altpapierentsorgung der Haushalte werden dabei nach einer 25/75-Prozent-Regel aufgeteilt: Für 25 Prozent der PPK-Erfassungsmenge des Grünen Punktes erhält der Entsorger als Vertragspartner des DSD ein Leistungsentgelt, das sich im wesentlichen nach gesammelter Menge pro Einwohner und Jahr ausrichtet. …
Konkurrenz bläst zum Angriff auf das Müllmonopol des Grünen Punktes - Politik hätte viel früher für Wettbewerb sorgen müssen
Konkurrenz bläst zum Angriff auf das Müllmonopol des Grünen Punktes - Politik hätte viel früher für Wettbewerb sorgen müssen
Berlin - Der deutsche Recycling-Markt ist in Bewegung. Die Konkurrenz des Grünen Punktes bläst zum Angriff auf den DSD-Müllkonzern. "Sukzessive genehmigen die Landesumweltministerien den Aufbau von Konkurrenz-Firmen", schreibt die Tageszeitung "Die Welt". So baut die Landbell AG ihr duales System weiter aus. Der Mainzer Entsorgungsspezialist erwartet …
Firmenjäger und die verborgenen Schätze des Grünen Punktes - Malik: Ich finde es schlecht und gefährlich - Sanierungsgewinne des DSD
Firmenjäger und die verborgenen Schätze des Grünen Punktes - Malik: Ich finde es schlecht und gefährlich - Sanierungsgewinne des DSD
… die Kritik an den hohen Barreserven zurückgewiesen. Diese in einen direkten Vergleich zum Kaufpreis zu setzen, sei "betriebswirtschaftlich nicht haltbar". Der Anbieter des "Grünen Punktes" wehrt sich gegen Kritik an den Umständen der geplanten Übernahme durch den amerikanischen Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts (KKR). Es sei "irreführend und betriebswirtschaftlich …
Bild: DSD könnte in seiner derzeitigen Form Ende 2007 zusammenbrechenBild: DSD könnte in seiner derzeitigen Form Ende 2007 zusammenbrechen
DSD könnte in seiner derzeitigen Form Ende 2007 zusammenbrechen
… dort die Meinung vorherrsche: "Wenn KKR klug sei, wird das DSD sehr schnell veräußert", Allerdings müsste der Controller Schreiter schnell handeln, denn die Werthaltigkeit des Müllsammlers sei eigentlich nicht mehr zu retten. Die Stimmung in der zweiten und dritten Reihe der DSD-Mitarbeiter geht gegen null. Da sind schon Absetzbewegungen zu erkennen, …
Verpackungsverordnung behindert Wettbewerb in der Abfallwirtschaft - Monopolkommission fordert Beseitigung von bürokratischen Hürden
Verpackungsverordnung behindert Wettbewerb in der Abfallwirtschaft - Monopolkommission fordert Beseitigung von bürokratischen Hürden
… Die Monopolkommission http://www.monopolkommission.de plädiert für mehr Wettbewerb in der Kreislauf- und Abfallwirtschaft. Bei der Verpackungsverordnung bedeutet dies eine Entkoppelung der Lizenzgebühren von der Nutzung des Zeichens "Der Grüne Punkt" und eine diskriminierungsfreie Vergabe der Leistungs- und Garantieverträge sowie eine Mitbenutzung von …
Übernahme des Grünen Punktes durch KKR gesichert - Praktiken der Firmenjäger in der Kritik
Übernahme des Grünen Punktes durch KKR gesichert - Praktiken der Firmenjäger in der Kritik
München/Bonn, www.ne-na.de - "Fast 80 Prozent aller Deutschen kennen ihn - den Grünen Punkt. Allein dieses Jahr wurde das Logo des Recyclingriesen Duales System Deutschland (DSD) auf 480 Milliarden Verpackungen aller Art gedruckt. Was aber weder die DSD-Eigner - Kommunen und Handelskonzerne - noch inländische Investoren erkannten: Hinter dem scheinbar …
Manager Magazin: KKR bleibt vorerst Eigentümer des DSD-Müllsystems – Verkauf des Grünen Punktes an Blackstone und Apax gescheitert – Lidl geht neue Wege bei der Lizenzierung
Manager Magazin: KKR bleibt vorerst Eigentümer des DSD-Müllsystems – Verkauf des Grünen Punktes an Blackstone und Apax gescheitert – Lidl geht neue Wege bei der Lizenzierung
… hinter dem KKR-Deal hochrangige Anleger aus dem Dunstkreis großer Handelskonzerne stammen und kräftig an den liquiden Mitteln des Müllsammlers verdient haben. Das kann den Konkurrenten im Einzelhandel nicht egal sein“. Online-Nachrichtendienst NeueNachricht www.ne-na.de Medienbüro.sohn V.i.S.d.P: Gunnar Sohn Ettighoffer Strasse 26a 53123 Bonn Germany
Nonsens oder Konsens? Der Grüne Punkt auf Sinnsuche
Nonsens oder Konsens? Der Grüne Punkt auf Sinnsuche
… Milliarden Euro. Von den üppigen Rücklagen werden die Firmenjäger wohl auch nicht mehr viel übrig lassen. Im Werbetext brachten es die Kreativberater des Müllsammlers auf den Punkt: „Das System muss halten. Sonst zerfällt alles.“ Value for people – wo sind sie geblieben? *** medienbüro.sohn V.i.S.d.P: Gunnar Sohn Ettighoffer Strasse 26a 53123 Bonn Germany
Wettbewerbsrechtler kritisieren Kampfpreispolitik des Grünen Punktes - Kartellgesetz verbietet Marktbeherrschern gezielte Rabatte
Wettbewerbsrechtler kritisieren Kampfpreispolitik des Grünen Punktes - Kartellgesetz verbietet Marktbeherrschern gezielte Rabatte
… Renditekurs getrimmt habe und bei den Renditeerwartungen nicht zimperlich sei. Das könne nur bedeuten, dass in der Vergangenheit immense Gewinne erwirtschaftet und bei den Lizenzgebühren überhöhte Preise kassiert worden seien. „Die Hauptleidtragenden sind nicht nur die Wettbewerber wie Landbell, Interseroh oder Belland, sondern auch die Lizenznehmer des Grünen …
Sie lesen gerade: Duales System mit weniger Einnahmen: Betrug bei Lizenzgebühren des Grünen Punktes? - Profitorientierung des Müllsammlers umstritten