(openPR) Webpages und der Mensch dahinter !
Ist es nicht eine Schande wie manche Internetseiten in Szene gesetzt werden ? Ich habe selbst über Jahre eine homepage betrieben. Sie war das Aushängeschild meiner Firma. Lang ist's her, doch noch längst nicht antiquarisch.
Sie lag im weltweiten Ranking auf Platz tausendsechshundertirgendwas. Das ist richtig viel Geld wert. Doch dazu später mehr.
Unter Millionen homepages in der Welt des Internets gewinnt eigentlich welche ?
Doofe Frage, ich weiß. Was heißt gewinnen ? Eine homepage wird immer mit einem Ziel ins internationale Netz gestellt. Der geborene Familienvater, der sein Glück über die richtige Ehefrau, seine zwei Kinder und das letzte Urlaubsereignis online stellt, hat nicht im geringsten im Sinn, die ganze Welt zu erreichen - auch wenn er es könnte...
Er hat nur im Sinn, daß Geschwister, Neffen, Tanten usw. neidisch werden oder ihm Zuspruch gewähren.
Bei kommerziellen Seiten sieht das anders aus. Es gibt viele, die legen keinen Wert auf Ranking. Sie haben es nicht nötig oder wünschen es gar nicht.
Waffenhändler brauchen keine große Publicity. Sie müssen lediglich von Eingeweihen gefunden werden. Wer nicht eingeweiht ist, wird gar nicht erst danach suchen. Solche Seiten finden sich im unteren Drittel des weltweiten Rankings, genau wie Seiten von Kinderschändern, Al Keyda und co.
Viele hochspezialisierte Konzerne legen ebenso keinen Wert auf das Ranking im Netz. Es spielt keine Rolle. Ihre Kontakte kommen auf anderer Ebene zustande. Ihre Kunden sind keine jugendlichen Hacker und was immer sich dafür hält ( ich wollte das Un-Wort Nerds nicht gebrauchen, muß es aber doch bemühen).
Regierungsseiten und auch solche, die unabhängig solide Informationen bieten, liegen schon besser im Rennen. Auch sie legen es gar nicht darauf an. Sie liegen gut in einem Rennen an dem sie gar nicht an den Start gingen.
Glückstreffer möchte man meinen. Stimmt allerdings nicht - sie sind objektiv und werden deshalb häufiger frequentiert als es den Nerds und allen Hochdruckverkäufern lieb ist.
Der Rest - und dabei handelt es sich um Millionen Websites - kämft täglich um das weltweite Ranking, um seinen Platz in der Hitparade namens Google.
Als ich Kind war mußte ich jeden Samstag meiner Mutter auf den Wochenmarkt in Duisburg Hamborn folgen. Verdammt, war das langweilig. Am Fuße des Marktplatzes gab es ein großes Multiartikelgeschäft namens Horten. Horten ist lange pleite und Geschichte.
Ich hoffte als Knirps, daß Mama nicht nur Kartoffeln brauchte sondern vieles mehr. Wenn sie nämlich Zeit benötigte und kein quängelndes Kind im Hintergrund gebrauchen konnte, durfte ich bei Horten die Spielzeugabteilung durchforsten. Und da fiel im Anschluß an Mamas Marktbesuch immer etwas für mich ab. Meinen braunen Augen, getränkt in dem Anflug einer Träne konnte sie nie widerstehen...
Mein Ranking als Kind bestand darin, besser zu sein als der Busfahrplan. Der hatte im Ranking meiner Mutter Priorität. Den Bus zu verpassen hieß für sie, zehn Minuten später heim zu kommen. Um diese zehn Minuten drehte sich in meinen Gedanken das begehrte Spielzeug. In diesem Rankingspiel gewann ich immer, selbst wenn es eine halbe Stunde dauerte. Aus der Spielzeugabteilung des Kaufhauses Horten bin ich nie leer rausgegangen.
Heute, zu Internetzeiten spielen dieses Rankingspiel viele Millionen Websites. Viele von ihnen sind seriöse Geschäfte, manche nur windige Geschäftemacher. Die Grenzen sind leider sehr verschwommen.
Größere Firmen, die vom Ranking leben und eine Hundertschaft Informatiker beschäftigen, die sich nur darum kümmern, ihren Platz im Ranking aufrecht zu erhalten, mag ich ausklammern. Sie liegen ohnehin immer weit vorn. Geld regiert die Welt, Das schließt die heutigen Möglichkeiten absolut ein.
Aber was ist mit den vielen kleinen Unternehmern ? Sie machen den größten Teil unserer Wirtschaftskraft aus. Früher war das ein Tante-Emma-Laden um die Ecke. Oder es war der Spezialist in der Nachbarschaft.
Als mein Vater um 1970 herum seine erste Stereoanlage kaufte, gab es noch keinen Mediamarkt. Wir gingen in der Nachbarschaft in den Elektroladen des Herrn van der Straat. Der ist heute längst vom Media Markt plattgemacht worden.
Media Markt beherrscht heute den Elektromarkt. Der Pseudokonkurrent Saturn (einst ein Schallplattenladen in Köln, den ich nie besuchen durfte), gehört zum gleichen Konzern.
Da gibt es keine echte Konkurrenz mehr. Es gibt allerdings noch tausende andere Branchen, in denen echte Konkurrenz herrscht, Vielleicht werden auch die einst von gigantischen Konzernen gefressen. Es ist immer nur eine Frage der Rentabilität.
Solange die Rentabilität außerhalb des Interesses multilateraler Konzerne liegt, werden Millionen kleiner und kleinster Betrieb weltweit in Konkurrenz stehen. Früher ging es höchstens zwei Kiosken darum Platzhirsch im Viertel zu sein.
Dank Internet sind selbst Kleinstunternehmer in internationaler Konkurrenz. Und genau für die ist das Ranking im Glücksspiel Googl - von existenzieller Bedeutung. Googl, das ist heute Bigbrother der Kleinunterenehmer. Ob sich Orsen Wells das so vorgestellt hat ?
Der richtige Link am richtigen Ort kann heute über Leben und Tod eines Kleinunternehmens entscheiden.
Der Markthändler, der meine Mutter von meinen Spielzeugwünschen ablenkte ist tot.
Der Markthändler der heutige Mütter verführt, ist im Googl Ranking auf Platz eins. Alle anderen sind nur Makulatur in einer papierlosen Welt.
Wie aber findet man den richtigen heraus ? Ich weiß es nicht. Es gibt Techniken, Tipps und Kniffe nicht auf Betrüger herein zu fallen. Doch wer ist der beste ? Dafür gibt es wiederum homepages. Heraus zu finden was wir wirklich wollen und wo wir das am günstigsten bekommen, dafür gibt es homepages. Wer hat die programmiert ? Und wer hat sie manipuliert ? Die neue Welt des Internets ist tückisch. Und sie ist undurchsichtig.
Während ich als Achtjähriger die Qual der Wahl zwischen dem neuesten Lego-Tech-Eisenbahn-Zubehör und einem Ju 52 Bausatz von Revell hatte, mußte meine Mutter bei drei verschiedenen Karoffel-Anbietern auf dem kleinen Hamborener Marktplatz eine Entscheidung für die besten Erdäpfel des Tages fällen.
Im Internet können wir die Kartoffeln noch nicht einmal anfassen. Wie sollen wir uns für die richtige Sorte entscheiden ?
Liebe Freunde: wir können ! es ist zwar deutlich schwieriger geworden in den letzten 30 Jahren. Aber wir sind immer noch frei in unserere Entscheidung. Wir müssen nur genauer hinsehen. Wir müssen viel mehr hinterfragen. Wir müssen suchen.
Zehn Minuten im Bus sind heute unbedeutend. Der Bus ist heute ein Datenbus, ein Leitungssystem, das uns mit Lichtgeschwindigkeit mit der ganzen Welt verbindet. Dafür müssen wir genauer hinsehen.
Unsere Aufmerksamkeit dient nicht mehr der Kartoffel einer der drei Karoffelhändler am Hamborner Wochenmarkt. Sie dient dem Anbieter unserer Begierde im Internet. Und dabei sollten wir uns bewußt sein, daß nur wir, als mündige Bürger, dieses Ranking beinflussen können !
Um uns das bewußt zu machen habe ich mal gegoogelt. Für ein Nischenprodukt wie einer Shisha, einem exotischen Rauchgerät, das seit einigen Jahren auch Beliebtheit in unseren Breitengraden genießt, gibt es allein in Deutschland mehrere Dutzend Anbieter.
Ihre Bezugsquellen sind nahezu identisch. Sie bekämpfen sich bis aufs Blut. Jeder Rankingplatz ist Geld und Kampf wert.
Wie können wir nur wieder dahin kommen, daß Qualität in der Sache und Beratung zu Erfolg führen ? Herr van de Straat war schon 1970 nicht der günstigste. Dennoch kaufte mein Vater bei ihm seine Stereoanlage. Er hatte gute Gründe.
Wer sich heute für eine Shisha interessiert, sollte das Ranking bei Google vergessen und zuerst auf http://www.shisha.de/ schauen.
Vielleicht wird ihm dann der Unterschied zwischen Ranking und Qualität bewußt.





