(openPR) An der Börse schützt Qualität nicht immer zwingend vor Kursverlusten. Diese Erfahrung mussten zuletzt unter anderem die Anteilseigner des amerikanischen Maschinen-Bauers Caterpillar machen. Obwohl das Unternehmen zum Besten gehört, was insbesondere der Baumaschinen-Sektor zu bieten hat, kollabierte die Aktie seit Frühjahr 2012 von rund 113 auf aktuell noch gut 81 Dollar. Und aller Voraussicht nach ist das Tal der Tränen noch nicht vollständig durchschritten.
Erste Abkühlungs-Erscheinungen bereits spürbar
Denn die sukzessiv zurückgehende wirtschaftliche Wachstumsdynamik in nahezu allen wichtigen Regionen hat auch bei Caterpillar bereits erste Bremsspuren hinterlassen. So sind sowohl die Umsätze in den Bereichen "Machines" als auch "Power Systems" im Mai gegenüber dem Vormonatsniveau leicht zurückgegangen. Im Jahresvergleich hat der Umsatz der Sparte "Machines" um elf Prozent zugenommen, nach einem Zuwachs von zwölf Prozent im April. Es ist wenig überraschend, dass das Umsatzwachstum in der Region Europa, Afrika und Naher Osten von 14 Prozent im April auf vier Prozent im Mai nachgelassen hat. Dies wurde allerdings durch eine Verlangsamung des Umsatzrückgangs auf minus sechs Prozent in Lateinamerika ausgeglichen. Im Bereich "Power Systems" habe der Umsatz im Jahresvergleich um zwei Prozent zugenommen, nach fünf Prozent. Zwar sind die Auftragsbücher der Amerikaner nach wie vor recht gut gefüllt, aber man kommt auch nicht umhin festzustellen, dass Caterpillar operativ schon bessere Zeiten gesehen haben. Und mit ein wenig Pech könnten die Zeiten sogar noch schlechter werden.
Rohstoff-Unternehmen als Hauptkunden
Immerhin gehören im Speziellen Rohstoff-Unternehmen zu den Hauptkunden des Maschinenbauers. Und gerade diese Branche kämpft schon seit geraumer Zeit mit fallenden Rohwaren-Notierungen. Bei nicht wenigen Big Playern haben sich die eingetrübten Rahmenbedingungen bereits in schwachen Quartalszahlen manifestiert und wenn die Gewinne schwinden, werden im Regelfall auch die Investitionen zurückgefahren, zumal die Situation bei vielen Energie- und Metall-Rohstoffen auch wenig Anlass für eine aggressive Expansionsstrategie bietet. Sollten sich die weltweiten konjunkturellen Aussichten nicht erheblich aufhellen, muss mit einer fallenden Nachfrage gerade bei den beiden erwähnten Rohstoff-Gattungen gerechnet werden. Dies sollte zu weiter rückläufigen Preisen führen und den Rohstoff-Giganten die Lust auf eine vollumfängliche Modernisierung ihres Fuhrparks möglicherweise teilweise vermiesen. Da wir dieses Szenario für recht wahrscheinlich erachten, gehen wir davon aus, dass Caterpillar in den kommenden Monaten in punkto Umsatz und Gewinn eher mit negativen als mit positiven Nachrichten aufwartet.
Dollar-Renaissance als potenzielles Damoklesschwert
Dies gilt umso mehr, als es aktuell den Anschein hat, als erlebe der US-Dollar eine Art Renaissance. Bei genauerer Betrachtung dürfte es sich zwar eher um eine Euro-Schwäche im Zusammenhang mit der Schuldenkrise handeln statt um eine echte Dollar-Stärke. Doch das ist letztlich zweitrangig. Für Caterpillar entscheidend ist der Umstand, dass die Produkte der Amerikaner in Nicht-Dollar-Räumen durch eine Aufwertung des Greenbacks teurer und damit nur noch eingeschränkt wettbewerbsfähiger werden. Und angesichts immer neuer Hiobsbotschaften aus der alten Welt könnte sich der Trend zur Aufwertung des Dollars durchaus fortsetzen. Schließlich haben die Amerikaner im Gegensatz zu den Euro-Ländern noch die volle Souveränität über die Notenpresse. Damit werden die Vereinigten Staaten aller Voraussicht nach niemals jemandem auch nur einen einzigen Dollar schuldig bleiben. Die Frage ist letztlich nur, wie viel dieser Dollar dann noch wert ist. Auf jeden Fall gilt der Greenback ungeachtet der mindestens genauso prekären Situation der amerikanischen Staatsfinanzen unverändert als sicherer Hafen und solche sind gegenwärtig stark gefragt. Auf Caterpillar dürften dadurch allerdings Absatz-Probleme und Wechselkursverluste resultieren. So gesehen ist das augenscheinlich niedrige einstellige Kurs/Gewinn-Verhältnis mit nicht zu unterschätzenden Risiken behaftet zu sein.
Charttechnik überwiegend bärisch
Der alles entscheidende Grund, warum wir bei Caterpillar aber von weiter fallenden Notierungen ausgehen, ist die Charttechnik.
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