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"Menschen mit Behinderung – Bürger unserer Gemeinden?"

25.07.201216:55 UhrGesundheit & Medizin
Bild: "Menschen mit Behinderung – Bürger unserer Gemeinden?"
Diana E. Raedler, Dezernentin für Arbeit und Soziales Landkreis Ravensburg.
Diana E. Raedler, Dezernentin für Arbeit und Soziales Landkreis Ravensburg.

(openPR) KREIS RAVENSBURG – Wie arbeiten, wohnen und leben Menschen mit Behinderung in Zukunft in unseren Städten und Gemeinden, welche Aufgaben kommen dabei auf die Kommunen und die Träger der sozialen Arbeit zu? Eine Fachtagung des Landratsamtes Ravensburg ging dieser spannenden Frage nach und diskutierte vergangene Woche mit Vertretern aus Kreis- und Gemeindeverwaltungen sowie den Sozialunternehmen in der Akademie Weingarten, wie Inklusion vor Ort sinnvoll umgesetzt werden kann.



Kommunen, Politik und Träger müssen an einem Strang ziehen

Inklusion, die gesamtgesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung, ist ein Thema, das in Verbindung mit der UN-Behindertenrechtskonvention derzeit in aller Munde ist. Der Leitgedanke: Menschen mit Behinderung sollen als gleichberechtigte Bürger in den Gemeinden leben können und dort auch dezentrale Wohn- und Arbeitsangebote vorfinden. Das Thema Inklusion weckt aber nicht nur viele Hoffnungen, sondern wirft auch eine Reihe an Fragen nach der konkreten Umsetzung auf. "Menschen mit Behinderung – Bürger unserer Gemeinden?", den Tagungstitel habe man deshalb ganz bewusst mit einem provokanten Fragezeichen versehen, erklärte die Dezernentin für Arbeit und Soziales des Landkreises Ravensburg, Diana E. Raedler.

Denn noch gelinge es nicht immer, diesen Mitbürgern auch tatsächlich eine umfassende Teilhabe am Gemeindeleben zu ermöglichen. Spätestens seit der UN-Charta befinde sich die Behindertenhilfe jedoch auf jeden Fall in einem großen Umbruch. Deshalb habe der Landkreis Ravensburg auch eine Teilhabeplanung erarbeitet, so Raedler in ihrer Pressemitteilung weiter.

Von Integration zu Inklusion

Für den Landesbehindertenbeauftragten Gerd Weimer ist der Wechsel von der "Integration" zur "Inklusion" "deutlich mehr" als nur ein bloßes Wortspiel. Die dahinter stehende UN-Konvention verlange nämlich geradezu einen Paradigmenwechsel. Waren es nach seinen Worten nämlich in erster Linie die Menschen mit Behinderung, die sich in den letzten Jahrzehnten immer anpassen mussten um "integriert" zu werden, so drehe die Inklusion nun "den Spieß um" und fordere die Allgemeinheit auf, jedem das bereitzustellen, was er für eine umfassende Teilhabe am gesamten Leben brauche. Nach seiner Einschätzung eine "mittlere Revolution", die insbesondere auch die Region Oberschwaben mit ihrer hohen Dichte an Einrichtungen für behinderte Menschen treffe und von allen Beteiligten ein Umdenken erfordere.

"Wer Inklusion will, sucht Lösungen. Und wer sie nicht will, sucht Begründungen", ist er sich mit der Dezernentin für Arbeit und Soziales in der Ravensburger Kreisverwaltung einig. Beide plädieren deshalb für eine städte- und landkreisübergreifende Sozialraumplanung "aus einem Guss", die dem Wunsch- und Wahlrecht der Betroffenen entsprechend Rechnung tragen müsse. Klar sei dabei auch, dass der Wandel mit Kosten verbunden ist: "Inklusion wird es nicht zum Nulltarif geben", so Raedler.

Barrierefreiheit der Gedanken

Wie gehen die großen Sozialunternehmen der Region mit der Herausforderung um? Das war das Thema der anschließenden Podiumsdiskussion unter Leitung von Hermann Vogler. Für den Vorstand der Stiftung Liebenau, Dr. Berthold Broll, bedeutet Inklusion im Wesentlichen, dass jeder Mensch gleich wertvoll ist. Letztlich gehe es darum, jedem Menschen den Weg zu eröffnen, der seinen jeweiligen Bedürfnissen entspreche. Zuallererst brauche es dazu eine "Barrierefreiheit in den Gedanken". Einig war man sich auch, dass es nicht um ein "Entweder-oder" geht zwischen stationären und ambulanten Angeboten, sondern um ein "Sowohl als auch" und dementsprechend eine Vielzahl an Angeboten für eine Vielzahl an Bedürfnissen.

Ob in den Bereichen Wohnen oder Arbeit, "für einen bestimmten Personenkreis braucht es nach wie vor Spezialeinrichtungen", so Prof. Dr. Harald Rau, der Vorstandsvorsitzende der Zieglerschen. Größere Standorte werden deshalb auch in Zukunft von Bedeutung sein, ist sich er mit seinem Kollegen Dr. Broll einig. Einigkeit herrschte bei allen Beteiligten auch bei der Feststellung, dass das Thema Inklusion keine Ideologie sein dürfe, sondern auf praktischer Erfahrung aufbauen müsse. Und diese sei gerade hier in einer Region vorhanden, die sich durch die Vielzahl an professionellen Einrichtungen und kompetenten Fachkräften auszeichne.

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