(openPR) Durch die Umsetzung der ICF in die Praxis werden psychosozialer Aspekte bei der Therpieplanung berücksichtig. Diese Entwicklung wird begrüßt. Es besteht jedoch der Wunsch nach mehr Aufklärung und nach einer Verteilung der Kompetenz auf alle beteiligten Berufsgruppen. Zu diesem Ergebnis kommt lerniversum mit seiner Marktforschungsstudie unter 120 SprachtherapeutInnen.
ICF Einführung
Die „International Classification of Functioning, Disability and Health“ wurde 2001 als eine international gültige Klassifikation von Krankheitsfolgen von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eingeführt. Erkrankungen werden nicht mehr nur als reine Störungen der Biologie, sondern als ein Zusammentreffen psychosozialer Faktoren gesehen. Die Übernahme der ICF Klassifikation ist im deutsch-sprachigen Raum schon weit fortgeschritten. Sie bildet unter anderem die Grundlage für die aktuelle Heil- und Hilfsmittelverordnung. In Kliniken und Rehabilitationszentren verwenden die verschiedenen Berufsgruppen, wie z.B. Logopädinnen, Ergo- und Physiotherapeutinnen diese Klassifikation als Basis, um u.a. die gemeinsame Arbeit am Patienten nach einem einheitlichen Standard dokumentieren und dadurch Zielsetzungen besser aufeinander abstimmen zu können.
Die UmfrageteilnehmerInnen sehen diese Entwicklung hin zu mehr Standards und höherer Transparenz jedoch zweigeteilt.
Erwartungen und Kritik
Positiv wird insbesondere die Berücksichtigung von psychosozialen Aspekten (z.B. umwelt- und personenbezogene Kontextfaktoren) bei der Diagnoseableitung bewertet. Die praktische Umsetzung der ICF-Thematik wird jedoch aus diversen Gründen als unrealistisch angesehen. Vor allem die zeitliche Komponente spielt eine wichtige Rolle. Es wird davon ausgegangen, dass sich sowohl Therapeutinnen als auch Ärztinnen verstärkt in die ICF-Systematik einarbeiten müssten, um die geforderten Ziele methodisch korrekt in die praktische Arbeit integrieren zu können. Eine Befürchtung der Kolleginnen ist, dass der wesentliche Einarbeitungsaufwand bei den Therapeutinnen anfallen könnte und sich bspw. Ärztinnen auf die Kompetenzen der Therapeutinnen verlassen würden. Es ist ebenfalls zu entnehmen, dass manche Studienteilnehmerinnen hier einen erhöhten Auf-klärungsbedarf sehen. In diesem Zusammenhang wird der Wunsch nach einer professionellen Unterstützung bei der Umsetzung geäußert.
Die Studie steht kostenfrei zum Download zur Verfügung unter: www.lerniversum.de









