(openPR) Wie in vorherigen Artikeln berichtet, gab es in letzter Zeit den Gedanken, dass es in den Gymnasien in Bayern die Wahlmöglichkeit zwischen dem acht- und neunjährigen Gymnasium geben sollte.
Hinsichtlich dieser Wahlmöglichkeit gibt es mehrere Aspekte, die zu betrachten sind.
Lehrpläne:
Ein Änderung der Lehrpläne würde wahrscheinlich eine ziemlich große Konfusion bei allen Beteiligten herbeiführen und vielleicht in ein Chaos münden. Man könnte die Lehrpläne vom Grundsatz her beibehalten, die Inhalte aber an den 8-jährigen Zug oder den 9-jährigen Prozess anpassen.
Nachmittagsunterricht:
Hier liegt ein Vorteil für die Schüler beim G9. Sie hätten weniger Unterricht an den Nachmittagen. Zur Zeit haben Gymnasiasten des G8 in der 6. und 7. Klasse meistens an einem Nachmittag Schule. Die 8.-und 9.Achtklässler müssen an 2 bis 3 Nachmittage die Schulbank drücken. In der Oberstufe haben Schüler mindestens drei Mal die Pflicht,
am Nachmittagsunterricht teilzunehmen.
Für die Eltern, die auf dem Land leben, wäre weniger Nachmittagsunterricht eventuell auch angenehmer, da Schulbusse nachmittags oft nur in großen Abständen fahren.
Dieser Umstand bringt übrigens viele Eltern dazu, Ihre Kinder – trotz guter Noten- nicht auf Gymnasien zu schicken, sondern an Schularten, die in der Nähe ihres Wohnorts liegen.
Lernstress:
Viele Eltern und Schüler machen seit der Einführung des G8 in Bayern 2004 die Erfahrung, dass ihre Kinder sehr stark mit dem Lernen belastet sind.Oftmals melden sie ihre Sprösslinge auch von Sportaktivitäten in ihrem örtlichen Sportverein ab, damit die Kinder mit dem Lerntempo zurecht kommen.In diesem Falle wäre ein Wechsel auf das G9 ein Vorteil, da dann für die Kinder das Tempo entschleunigt würde.
Bei einem Wechsel zum G9 würden sie dann auch nicht als Sitzenbleiber gebrandmarkt.
Sollten aber viele Schüler auf den G9-Zug wechseln, könnte dies zu einer Vergrößerung der Klassen im G9 und einer damit verbundenen Verkleinerung der Klassenstärke des G8 bedeuten.
Bildungsqualität:
Die Umstellung auf das achtjährige Gymnasium hatte in allen Fächern eine Verknappung des Schulstoffs zur Folge. Dies war die Grundüberlegung des G8. Viele Dinge, die wir noch im G9 Rhythmus hatten, wurden als überflüssig angesehen.
Die Konsequenz aus dieser Verknappung war eine Reduzierung der Schulstunden pro Fach.
Insgesamt gesehen haben die Schüler des G8 200 Stunden weniger Englisch- und 180 Stunden weniger Mathe stunden. Viele Lehrer sind der Meinung, dass dieser Umstand dazu führt, dass die Qualität des Lernens und Könnens bei den Schülern gesunken ist – im Vergleich zu den Fähigkeiten von Schülern des G9.
Durch die fehlenden Nachmittagsstunden hätten Schüler des G9 auch mehr Zeit zu Hause, um zu lernen.
Alter der Schüler
Ein gewichtiger Grund für die damalige Einführung des G8 war es, dass die deutschen Abiturienten im Vergleich zu ihren Kollegen aus anderen Ländern zu alt waren. Diese ausländischen Abiturienten waren früher mit dem Abitur fertig und konnten somit früher in das Berufsleben eintreten.Ein frühere Arbeitsbeginn in Deutschland galt wiederum als Vorteil für die deutschen Sozialversicherungen und das deutsche Finanzamt.Doch bis dato ist nicht erwiesen, ob dieser frühere Eintritt ins Berufsleben tatsächlich dem Jobmarkt dient.
Auslandsaufenthalt:
Zu Zeiten des G9 haben anscheinend mehr Schüler eine Zeit lang im Ausland mittels eines Auslandsaufenthalts verbracht. Diese Tatsache wurde von vielen Arbeitgebern als sehr positives Einstellungskriterium bewertet. Die Zahl der Auslandsaufenthalte von G8 – Schülern hat anscheinend abgenommen













