(openPR) Am Montag, den 30.04.2012, kamen Mitglieder und Gäste des Frankfurter Zukunftsrates zur interdisziplinären Zukunftskreissitzung der Arbeitskreise Politik & Wirtschaft / Medien & Kommunikation bei der Köhl Sitzmöbel GmbH zusammen.
Unter der Leitung von Dr. h.c. Wolfgang Clement wurde zunächst für den Arbeitskreis Politik & Wirtschaft die Notwendigkeit einer Europäischen Öffentlichkeit thematisiert. Das von Dr. h.c. Clement vorgestellte Thesenpapier „Europäische Öffentlichkeit. Europa verdient Öffentlichkeit“ überzeugte die Anwesenden und wird in naher Zukunft publiziert werden. Grundgedanke des Arbeitspapiers ist, dass ohne eine Europäische Öffentlichkeit es nicht gelingen wird, der Europäischen Union, die ja noch zu einer politischen Union werden muss, in der Wahrnehmung der BürgerInnen eine für sie relevante Identität zu schaffen. Hierzu empfiehlt das Thesenpapier private wie öffentlich-rechtliche Initiativen, u.a. ein umfassendes, ausschließlich europäisches TV- und Radio-Programm, das von den bedeutenden öffentlich-rechtlichen TV- und Radio-Veranstaltern getragen werden sollte. Das Thesenpapier wird zeitnah zum Herunterladen auf der Homepage des Frankfurter Zukunftsrates zur Verfügung stehen.
In einem spannenden und außergewöhnlichen Vortrag präsentierte und erläuterte im Anschluss Uwe Mommert, Leiter des Zukunftskreises Medien & Kommunikation und Vorstandsmitglied der Landau Media AG, den anwesenden Teilnehmern die Medientrends 2012. Phänomene, Entwicklungen & Tendenzen und ihre Auswirkungen auf PR & Kommunikation wurden den Gästen der Sitzung näher gebracht. „Viel zu häufig wird Journalismus und qualitative Information mit dem Transportmedium Papier gleichgesetzt. Es scheint, als würden viele denken, dass nur eine auf Papier gedruckte Information eine hochwertige Information sein kann. Bei genauerer Betrachtung gibt es jedoch nicht ein Kriterium für guten Journalismus, das dessen Ergebnisse an die Transportform Papier bindet. Die einzige Bindung an dieses Medium wird dadurch verursacht, dass die Verlage bis heute kein Geschäftsmodell gefunden haben, um digitalen Qualitätsjournalismus zu finanzieren.
Die Bedeutung von gutem Journalismus für unsere Gesellschaft kann man gar nicht hoch genug einschätzen und sie wird durch die digitale Verfügbarkeit von immer mehr Information aus immer mehr Quellen eher noch größer. Umso dramatischer ist es, dass durch das verzweifelte Festhalten am Transportmedium Papier dieser Qualitätsjournalismus nicht genügend zu den "digital Natives" (http://de.wikipedia.org/wiki/Digital_Native) durchdringt.
Papier ist geduldig und die neue Generation der Informationskunden ist es eben nicht. Nur wenn ein neuer digitaler Qualitätsjournalismus entsteht und die Verlage passende Geschäftsmodelle finden, kann der Journalismus die wichtige Funktion der "vierten Gewalt" auch im digitalen Zeitalter wahrnehmen. Die Voraussetzungen hierfür werden durch neue mobile Endgeräte wie Tablet-PCs, Smartphones und E-Book Reader jeden Tag günstiger. Ich bin mir sicher, dass die Verlage, die sich am konsequentesten auf eine neue, digitale Nachrichtenwelt einstellen, für lange Zeit die Nase im Wettbewerb vorn haben werden.“
Zuvor hatte der seit Beginn 2012 als Leiter des Zukunftskreises Medien & Kommunikation berufene Uwe Mommert das erste Thesenpapier des Zukunftskreises zum Thema „Anforderungen und Erwartungen an den Qualitätsjournalismus“ erstellt. In diesem Thesenpapier möchte der Frankfurter Zukunftsrat herausstellen, dass dem Journalismus – insbesondere dem politischen Journalismus –eine wichtige Kontrollaufgabe zukommt. Mit den dort formulierten Erwartungen und identifizierten Anforderungen will der Frankfurter Zukunftsrat die notwendigen Denkanstöße für einen Erhalt der journalistischen Kontrollfunktion in der Zukunft sorgen.






