(openPR) „Unser Lifestyle der ist teuer, deshalb keine Reichensteuer!“, mit dieser und ähnlich satirischen Parolen zogen gut 30 AktivistInnen vom Bismarckplatz durch die Heidelberger Altstadt. Dagobert Duck verkündete dabei auf dem Fronttransparent das Motto der Demo: „Reichtum ist kein Verbrechen – Wohlstand muss sich wieder lohnen!“. Die DemonstrantInnen traten als Mitglieder des „Heidelberger Bündnis für Wohlstand und Leistung“ auf und hatten sich für diese Form des Straßentheaters extra in Schale geworfen: Der Dresscode bestand aus Anzug und Kostüm. Um das Gesamtbild abzurunden, gab es auch Champagner, Zigarren und Flyer in Form von 500-Euro-Scheinen, die großzügig an die PassantInnen verteilt wurden.
Veranstalter dieser Demonstration war die Heidelberger Campusgruppe von Attac, die mit dieser polarisierenden Aktion einen neuen Ansatz der Auseinandersetzung schaffen wollte. „An den Finanzmärkten werden trotz Krise weiterhin riskante Spekulationen betrieben. Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander und das Spardiktat der Troika führt zur Verarmung und Entdemokratisierung ganzer Staaten“, erklärt Attac Mitglied Michael Anger „ … doch die Politik scheint sich nur für die Interessen der Banken und Reichen zu interessieren.“ Durch die zynische Übertreibung der „Jubeldemo“ wurden die PassantInnen auf diese Probleme hingewiesen und für soziale Ungerechtigkeiten sensibilisiert.
Die Heidelberger BürgerInnen wussten zuerst nicht, was sie von der Demo halten sollten. Aber durch Plakate wie z.B. „We are the 1%“, „Eure Armut kotzt uns an!“ oder „Freier Markt für freie Menschen“ und Parolen wie z.B. „No Border, No Nation, Deregulation!“ oder „Bei den Griechen seid ihr fix, für die Reichen tut ihr nix!“ wurde die Situation schnell klar und die ZuschauerInnen nahmen interessiert die Flyer in Form der 500-Euro-Scheine.
Tilman Hartwig als Vertreter des fiktiven Heidelberger Bündnisses für Wohlstand und Leistung sprach sich in seiner Rede für die Abschaffung von Transferzahlungen, die Besteuerung von Armut und die Freiheit des Marktes aus. Die DemonstrationsteilnehmerInnen bejubelten diese Rede mit „Hört, hört!“-Rufen und dem immer wiederkehrenden Slogan „Sozial ist, was Arbeit schafft!“.
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