openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Tarifabschlüsse belasten Kliniken mit 30 Millionen Euro

18.04.201213:08 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) Klinikverbund Hessen fordert in einem Fünf-Punkte-Papier von der Politik ein solides Finanzierungskonzept für Krankenhäuser
Ein auf Dauer solides und tragfähiges Finanzierungskonzept für Krankenhäuser fordern die im Klinikverbund Hessen zusammengeschlossenen Krankenhäuser in öffentlicher Trägerschaft als Konsequenz aus den Tarifabschlüssen für den Öffentlichen Dienst vor Ostern und für Ärzte vom Jahresanfang in einem jetzt vorgelegten Fünf-Punkte-Papier.



„Es ist ein Skandal, dass die Krankenhäuser trotz gewaltiger Sanierungsanstrengungen von der Bundesregierung im Stich gelassen werden, während die Gehälter steigen und die Kassen der Krankenversicherungen überquellen“, kritisiert Arist Hartjes, Geschäftsführer des Klinikverbundes Hessen.

Dabei müsse berücksichtigt werden, dass sich durch jede Tarifsteigerung auch die Sozialabgaben jedes Beschäftigten erhöhen, wodurch die Einnahmen der Krankenkassen zusätzlich steigen, während die Krankenhäuser auf den Lohnsteigerungen sitzen bleiben. „Es ist an der Zeit, das Finanzierungssystem an diesem Punkt zu ändern. Auch die Leistungserbringer müssen an den Einnahmezuwächsen beteiligt werden“, so die Kernforderung des Fünf-Punkte-Papiers. Ebenso könne es nicht angehen, dass die Krankenkassen nach eigenen Aussagen Rücklagen für schlechte Zeiten bilden und den Leistungserbringern für die Tarifsteigerungen eine teilweise Kompensation aus den Überschüssen versagt bleibe.

Nach einer Umfrage unter den 33 Krankenhäusern des Klinikverbundes in den vergangenen Tagen hat sich herausgestellt, dass die vor Ostern vereinbarten Tarifabschlüsse die Mitglieder des Klinikverbundes mit zusätzlich rund 30 Millionen Euro jährlich belasten werden. „Die Tarifabschlüsse bringen nicht nur unsere Mitglieder, sondern alle Krankenhäuser in Deutschland in größte Bedrängnis. Werden die Kliniken bei den Einnahmezuwächsen nicht beteiligt, kann eine Kompensation nur über einen Stellenabbau oder eine weiter zunehmende Arbeitsverdichtung zu Lasten der Mitarbeiter erfolgen. Darunter leiden am Ende Patienten und Mitarbeiter. Deshalb müssen Wege gefunden werden, wie dies vermieden werden kann“, so Hartjes. Die Krankenhäuser selbst haben in den vergangenen Jahren bereits viel zur Wirtschaftlichkeit des Gesundheitswesens beigetragen und werden dies weiterhin tun. Jetzt sei aber insbesondere der Gesetzgeber gefragt.

Als Sofortentlastung schlägt der Klinikverbund vor, im Gegenzug zu den Sanierungsabgaben der Kliniken an die Krankenkassen aus dem Jahr 2011 jetzt einen Teil der Überschüsse der gesetzlichen Krankenversicherungen an die Krankenhäuser zu überweisen. Künftig sollten Preise für Krankenhausleistungen gesetzlich an die allgemeinen Kostensteigerungen gekoppelt werden, welche die Tarifentwicklung berücksichtigen. So könne auf Dauer vermieden werden, dass Krankenhäuser immer wieder in wirtschaftliche Schieflage gerieten. „Darüber wollen wir mit den verantwortlichen Politikern sprechen. Um unseren Forderungen mehr Nachdruck zu verleihen, unterstützen wir die gegenwärtigen Protestaktionen und Unterschriftskampagnen der Deutschen, wie auch der Hessischen Krankenhausgesellschaft“, so Hartjes.

„Es ist wichtig, bei diesem Thema die Bevölkerung mit einzubeziehen, schließlich sind sie am Ende die Leittragenden, wenn sich durch das bestehende Finanzierungssystem mit seinen Fehlanreizen die medizinische Versorgung zunehmend verschlechtert“, so Hartjes weiter. „Es gilt deutlich zu machen, dass Krankenhäuser zum einen die medizinische Versorgung sicherstellen und zum anderen einen nicht unwesentlichen und stetig wachsenden Bestandteil der Volkswirtschaft darstellen und somit in mehrfacher Hinsicht zum Wohlstand unseres Landes beitragen.“

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 625321
 1401

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Tarifabschlüsse belasten Kliniken mit 30 Millionen Euro“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Klinikverbund Hessen

Pauschalierung löst allerdings nicht den Kapitalmangel als chronisches Grundproblem der Krankenhäuser
Pauschalierung löst allerdings nicht den Kapitalmangel als chronisches Grundproblem der Krankenhäuser
Nach wie vor zu knappe Mittel bremsen notwendige Investitionen in Qualitätssteigerung Die im novellierten Hessischen Krankenhausgesetz vorgesehene pauschalierte Investitionsfinanzierung reicht aus Sicht des Klinikverbundes Hessen nicht für die notwendigen Investitionen in den Krankenhäusern aus. Zu den jährlich in Hessen bereitgestellten 250 Millionen Euro müssten weitere 150 Millionen Euro hinzukommen, damit die Kliniken gezielt in ihre Wirtschaftlichkeit und die weitere Verbesserung der Qualität investieren können. Der medizinische Fortsch…
Bild: Klinikverbund Hessen: Hessisches Krankenhausgesetz ist ein Anfang, aber es muss weiter daran gearbeitet werdenBild: Klinikverbund Hessen: Hessisches Krankenhausgesetz ist ein Anfang, aber es muss weiter daran gearbeitet werden
Klinikverbund Hessen: Hessisches Krankenhausgesetz ist ein Anfang, aber es muss weiter daran gearbeitet werden
Das derzeit vom hessischen Landtag vorgestellte Hessische Krankenhausgesetz ist aus Sicht des Klinikverbunds Hessen ein sinnvoller Schritt, aber noch nicht ausreichend, erklärt Arist Hartjes, Geschäftsführer der Klinikverbund Hessen GmbH. „Wir begrüßen, dass die Landesregierung das Hessische Krankenhausgesetz anpassen will – das ist dringend notwendig. Doch die geplante Neuordnung muss zahlreiche weitere Aspekte umfassen, um die medizinische und pflegerische Qualität in unseren Krankenhäusern auf hohem Niveau zu halten und weiter zu verbesser…

Das könnte Sie auch interessieren:

Mythen der Arbeitsmarktpolitik – Eurozone: Beschäftigungsentwicklung der vergangenen zehn Jahre
Mythen der Arbeitsmarktpolitik – Eurozone: Beschäftigungsentwicklung der vergangenen zehn Jahre
… betrifft. Christoph Eisenring, Wirtschaftskorrespondent der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) http://www.nzz.ch, nennt zwei Punkte, die zu einem Abbau der Arbeitslosigkeit geführt haben: Maßvolle Tarifabschlüsse und erste Reformen, welche zu einer Entregulierung am Arbeitsmarkt geführt hätten. Dadurch seien in der Euro-Zone in den vergangenen acht Jahren 12 …
Bild: Politik – nein Danke!Bild: Politik – nein Danke!
Politik – nein Danke!
… offensichtlich mit allem einverstanden? Die Einkommen der Beschäftigten haben in den letzten Jahren stagniert oder waren rückläufig, bei den unteren Nettoeinkommen sogar zwischen 16 und 22 Prozent. Die Tarifabschlüsse sind moderat und werden von Inflationsraten um 2,4 % - und gefühlten Teuerungsraten von 8 – 10 % - mehr als aufgezehrt. Auf der anderen Seite …
Bild: Neun kommunale Großkrankenhäuser von Berlin bis München starten eine Plakat- und AnzeigenkampagneBild: Neun kommunale Großkrankenhäuser von Berlin bis München starten eine Plakat- und Anzeigenkampagne
Neun kommunale Großkrankenhäuser von Berlin bis München starten eine Plakat- und Anzeigenkampagne
… Für 2008 beträgt beispielsweise diese Steigerung 0,64 Prozent, und davon gehen noch einmal 0,5 Prozent als Sanierungsbeitrag für die Krankenkassen ab. Auf der anderen Seite stehen Tarifabschlüsse, die um ein Vielfaches darüber liegen. „Das geht nun schon seit Jahren so, und die Personalkosten sind nicht die einzigen Kosten die steigen“, betont Schmitz …
Bild: Bund sollte Vorbild für das Land seinBild: Bund sollte Vorbild für das Land sein
Bund sollte Vorbild für das Land sein
komba saarland fordert wirkungsgleiche Umsetzung der Tarifabschlüsse für kommunale Beamte [Saarbrücken] Ein gutes Ergebnis für gute Arbeit, so das Fazit von Klaus Deschang, Landesvorsitzender der komba saarland zu den Tarifergebnissen für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst. Gleichzeitig widerspricht er auch der Kritik an diesem Ergebnis seitens …
Frischer Wind für kommunale Krankenhäuser
Frischer Wind für kommunale Krankenhäuser
… Privatkliniken bestehen. Die finanzielle Lage der kommunalen Krankenhäuser hat sich in den letzten Jahren verschlechtert. Die Gründe sind unter anderem steigende Kosten, neue Tarifabschlüsse und Sparmaßnahmen aus der Gesundheitsreform. Private Kliniken finanzieren ihre Ausstattung schon lange nicht mehr ausschließlich durch Kauf oder Kredite, sondern schließen …
Ärzte und Mitarbeiter der DRK Kliniken Berlin erhalten mehr Geld - Tarifabschluss mit ver.dii erzielt
Ärzte und Mitarbeiter der DRK Kliniken Berlin erhalten mehr Geld - Tarifabschluss mit ver.dii erzielt
… Ärzte gegeben, zuletzt in 2008 von über 4 Prozent. Angesichts des gesamtgesellschaftlichen Umfeldes und der besonderen Situation in der Gesund-heitswirtschaft müssen Tarifabschlüsse mit Augenmaß stattfinden; wer angesichts dieser Situation von „Leitwährungen“, wie der mb, spricht, verkennt, dass die Zeiten von bundeseinheitlichen Tarifvergü-tungen wie …
Krankenkassen sollen sich für Finanzhilfe revanchieren
Krankenkassen sollen sich für Finanzhilfe revanchieren
… ausgesetzt werden“, fordert der Geschäftsführer. „Schon jetzt schreibt in Deutschland jede fünfte Klinik rote Zahlen – eine Tendenz, die sich durch die jüngsten Tarifabschlüsse weiter verschärfen wird. Und die Leittragenden wären wieder einmal die Patienten.“ Mit dem GKV-Finanzierungsgesetz 2011 wurden die Einnahmen der Krankenhäuser erheblich gedeckelt. Dazu …
Bild: Axel Weber & Jürgen Stark gehen – und Angela Merkel?Bild: Axel Weber & Jürgen Stark gehen – und Angela Merkel?
Axel Weber & Jürgen Stark gehen – und Angela Merkel?
… 52 Cent oder 4 Euro Stundenlohn und diese müssen damit noch den privaten PKW finanzieren (Bsirske). Reinigungsfirmen zahlen 4 Euro Stundenlohn. Beide unterlaufen brutal Tarifabschlüsse. Hebammen gehen mit 750 Euro heim. • Der Solidaritätszuschlag von jährlich rund 10 Milliarden Euro sollte geändert werden. Während 5 Milliarden Euro pro Jahr für Mecklenburg-Vorpommern …
Geplante Entlastung für Krankenhäuser aus Sicht des Klinikverbundes „nur ein Tropfen auf den heißen Stein
Geplante Entlastung für Krankenhäuser aus Sicht des Klinikverbundes „nur ein Tropfen auf den heißen Stein
… richtige Richtung, angesichts der bundesweiten Finanzierungslücke von rund einer Milliarde Euro jedoch letztlich enttäuschend“, erklärte Hartjes weiter. So würden allein die Tarifabschlüsse die 33 Krankenhäuser des Klinikverbundes Hessen mit mindestens 30 Millionen Euro belasten. Der jetzt in Aussicht gestellte Tarifausgleich könne diese Mehrbelastung …
Bild: Krankenhausprivatisierung: 1 Jahr Klinikum Eilbek der Schön KlinikenBild: Krankenhausprivatisierung: 1 Jahr Klinikum Eilbek der Schön Kliniken
Krankenhausprivatisierung: 1 Jahr Klinikum Eilbek der Schön Kliniken
… Geplant ist weiterhin der Neubau eines Parkhauses. 4. Personal, Patienten und Betten Insgesamt wurden 214 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingestellt. Gleichfalls konnten erfolgreiche Tarifabschlüsse von mit den Gewerkschaften Verdi und Marburger Bund erzielt werden. Derzeit arbeiten im Klinikum Eilbek rund 1.000 Frauen und Männer. Sie betreuen …
Sie lesen gerade: Tarifabschlüsse belasten Kliniken mit 30 Millionen Euro