(openPR) Am 22. März wurde der Verein Arbeit für Jugend e.V. für sein Engagement bei der Entwicklung eines Präventionspaketes zum Schutz von Mädchen und Jungen vor sexuellem Missbrauch mit dem AMYNA-Präventionspreis ausgezeichnet. Der Preis ist eine öffentliche Anerkennung für effiziente und nachhaltige Prävention von sexueller Gewalt. Er wird regelmäßig an eine Person oder Einrichtung verliehen, die sich in vorbildlicher Weise für die Prävention von sexuellem Missbrauch im Raum München verdient gemacht hat. Bereits zum vierten Mal in Folge war die Preisvergabe mit einem Scheck in Höhe von jeweils 3000 € Preisgeld verbunden, das von der Firma Betz-Chrom aus Gräfelfing zur Verfügung gestellt wurde.
Christine Rudolf-Jilg (AMYNA) betonte in ihrer Laudatio beim Festakt anlässlich der Verleihung, dass sich kein Kind alleine vor sexuellem Missbrauch schützen könne und es deshalb umso wichtiger sei, dass Erwachsene, die für Kinder und Jugendliche Verantwortung tragen, Schutzaufgaben übernehmen müssen.
„In den letzten Jahren gewinnen Patenschaftsprojekte immer mehr an Bedeutung“, so Rudolf-Jilg. Dies gelte besonders für Patenschaften, deren Zielgruppe Kinder und Jugendliche in sogenannten 1:1 Kontakten sind, sprich ein Kind wird von einer Patin oder einem Paten betreut. „Paten und Patinnen finden sich zunehmend“, so Rudolf-Jilg. „Immer mehr Menschen möchten einen ehrenamtlichen Beitrag dazu leisten, unsere Gesellschaft ein Stückchen gerechter zu machen.“ Die allermeisten PatInnen würden dabei aus lauteren Motiven handeln, aus dem Wunsch heraus, sich sozial zu engagieren und die Gesellschaft positiv zu verändern. Es gäbe jedoch auch Menschen, die den Rahmen von Patenschaftsprojekten für sexuelle Übergriffe und sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen nutzen würden. Rudolf-Jilg betonte, dass es nicht darum gehe, Patenschaftsprojekte grundsätzlich in Frage zu stellen. Es müsse jedoch schnellstmöglich für alle diese Projekte sichergestellt werden, dass Kinder und Jugendliche dort bestmöglich vor sexuellen Übergriffen geschützt sind.
Christine Rudolf-Jilg würdigte in diesem Zusammenhang die Bereitschaft und das Engagement des Vereins Arbeit für Jugend e.V., der sich bewusst dafür entschieden habe, umfassende Präventionsmaßnahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen zu entwickeln und umzusetzen. So habe der Verein bereits Ende 2010 spezifische Risiken, die in Patenschaftsprojekten bestehen, erkannt und den Schutz vor sexuellem Missbrauch im Rahmen der eigenen Vereinsaufgaben als sehr hoch bewertet.
Insgesamt habe der Verein mit ausgesprochener Ernsthaftigkeit und Professionalität einen Veränderungsprozess eingeleitet und ein sehr umfassendes Paket der Prävention und Intervention vorgelegt, das in seiner Konsequenz und Ernsthaftigkeit bei der Einführung innerhalb eines Patenschaftsprojekts mit Sicherheit als beispielhaft angesehen werden könne. „Mittlerweile gibt es einen selbst entwickelten Verhaltenskodex, den jede Person bei Beginn der Tätigkeit als Coach unterschreibt“, so Rudolf-Jilg. Ergänzend sei ein Krisenleitfaden mit AMYNA diskutiert und eingeführt worden, der klar regle, wie der Vorstand im Verdachtsfall kompetent und vernünftig reagieren könne. Besonderes Anliegen der Vereinsmitglieder und Coaches sei es gewesen, Schutzvereinbarungen zu entwickeln, die der besonderen Situation von 1:1 Patenschaften Rechnung tragen, aber auch in der Praxis funktionieren. Mit großer Eindeutigkeit und Klarheit habe sich sowohl der Vorstand, als auch Vereinsmitglieder und Coaches während des gesamten Entwicklungsprozesses auf Seiten des Kinderschutzes gestellt.
„Einen solchen Prozess in einem Ehrenamtsprojekt einzuleiten erfordert viel Engagement und einen langen Atem. So stellen wir uns Maßnahmen zum Schutz vor sexuellem Missbrauch in Patenschaftsprojekten vor!“, lobte Rudolf-Jilg.
Weitere Informationen gibt es bei AMYNA, Institut zur Prävention von sexuellem Missbrauch, Mariahilfplatz 9, 81541 München, fon (089) 57 45 113, unter
und auf der Website www.amyna.de .








