(openPR) Fotografische Arbeiten
Isabella Berr setzt in ihren fotografischen Arbeiten das Prinzip der Unschärfe konsequent ein: Während die Stärke der Fotografie traditionellerweise darin besteht, den einen Augenblick dokumentarisch festzuhalten, werden bei Berr feste Körper, Konturen und Details bis zur Auflösung verschleiert. Verbleibende narrative Elemente sowie die Andeutung von Orten und Räumen führen ins Unbestimmbare. Der Bezug zu den Motiven, die die Fotografien einfangen, und ihr Verhältnis zum Betrachter bleiben im Ungewissen. Die Bilder bewegen sich fortwährend im Spannungsfeld von Gegenständlichkeit und Abstraktion.
Ähnlich der literarischen Erzähltechnik scheint Berr Elemente der Wirklichkeit, wie Orte, Daten, Figuren, Ereignisse und Zusammenhänge zugunsten eines fiktionalen Geschehnisses zu verändern. Sie verfremdet und verkleidet das Gesehene und stellt dem Wirklichen das ihm innewohnende Mögliche gegenüber. Der Betrachter befindet sich dabei stets an der Schnittstelle von Erlebtem, Erinnertem und Geträumtem. Während durch die Unschärfe viele Details wie weg geschmolzen oder miteinander verschmolzen sind, treten andere bildkompositorische Elemente, Formen und Proportionen umso deutlicher hervor. Die Identitäten von Mensch und Ort bekommen einen neuen Zusammenhang, einen anderen Ausdruck und befinden sich in einem dauerhaften Schwebezustand.
Berr lässt eine vielfältige und faszinierende Bilderwelt entstehen, die zugleich verführerisch und irritierend wirkt und dabei immer den subjektiven Sinneseindruck betont.
Isabella Berr (*1963 in Schongau) lebt und arbeitet in München.
Seit 1992 ist sie als freie Fotografin tätig.













