(openPR) Der Literaturkritiker Werner Liersch, einige Jahre Chefredakteur der Zeitschrift „Neue Deutsche Literatur“ hat vor einigen Jahren den Stein ins Rollen gebracht: Erwin Strittmatter soll als Freiwilliger in der SS gedient haben. Wie dunkel sind aber nun die Flecken auf Strittmatters Vergangenheitsweste wirklich? Joachim Jahns versucht in seinem Buch „Erwin Strittmatter und die SS – Günter Grass und die Waffen-SS“ für einige Erhellung zu sorgen.
Legenden ranken sich um Erwin Strittmatter. Er hat es bis zu seinem Tode am 31. Januar 1994 versäumt, seine biografischen Unebenheiten rechtzeitig zu begradigen. Den ungeheuerlichen Vorwurf zauberte ausgerechnet Werner Liersch hervor, der einige Jahre das DDR-Schriftstellerverbandsorgan „Neue Deutsche Literatur“ geleitet hatte und als untadeliger Experte der ostdeutschen Literaturszene gilt. Liersch hat, nimmt man die neuerlichen Untersuchungen Jahns zur Grundlage, aus unerfindlichen Gründen dabei offenbar einige Male den Bogen überspannt und teilweise sehr wässrige Indizien aneinandergereiht. Unseriös, ruft es zwischen den Zeilen aus Jahns Buch hervor, zumindest aber fahrlässig.
Jahns macht keinen Hehl daraus, dass er „ein bekennender Strittmatter-Fan“ ist und die Werke des „Schulzenhofer Fabulierer“ - wie „Tinko“, „Ole Bienkopp“, „Der Wundertäter“, „Ponny Pedro“, „Der Schulzenhofer Kramkalender“ usw. – alle bestens kennt. Dennoch sei es ihm bei den Recherchen nicht darum gegangen, Indizien für die „Unschuld“ Strittmatters zu sammeln, sondern möglichst nah an die Wahrheit zu kommen. Ergebnisoffen, sozusagen. Die Kenntnis der Werke Strittmatters bergen für den Autor noch einen anderen, unschätzbaren Vorteil: Strittmatters nutzt authentische Darstellungen, um biografische Ansätze zu verpacken. Jahns lädt Historiker und Literaturwissenschaftler ein, unter diesem Gesichtspunkt dessen Romane und Erzählungen neu zu lesen und zu bewerten. (weiter auf diewanderbuehne.de)










