(openPR) Die Raumfahrt hat es vorgemacht: Das St. Franziskus-Hospital setzt nun ein System zur Überwachung von Herzleistung und Sauerstoffversorgung ein, das ohne aufwändige Punktionen auskommt.
Während einer Operation können sich die vom Anästhesisten überwachten Vitalwerte der Patienten schnell verändern. Ursache dafür können plötzliche heftige Blutungen oder aber Kreislaufversagen des Patienten sein. Der Anästhesist muss die Kreislauffunktion dann über den Blutdruck abschätzen und an die Bedürfnisse des Patienten anpassen.
Selbst wenn sie durch spezielle arterielle oder zentralvenöse Katheter vorgenommen wird, ist diese Untersuchung jedoch relativ ungenau. Denn: Der Blutdruck verrät nichts über den Blutfluss, die Herzleistung oder die Sauerstoffversorgung des Patienten. Aber genau darauf kommt es in einer kritischen Situation an. Bisher konnten diese Werte nur mit einem Rechtsherzkatheter oder anderen invasiven Verfahren ermittelt werden. Dabei mussten große Blutgefäße punktiert werden, was aufwändig und mit zahlreichen möglichen Komplikationen verbunden war.
In der Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie des St. Franziskus-Hospitals werden neue Wege beschritten: Aus der Raumfahrt steht nun das Nexfin-System zur total-nichtinvasiven Herzzeitvolumen-Messung zur Verfügung. Niederländische Ingenieure erforschten im Auftrag der NASA eine Methode, die Herzleistung und die Sauerstoffversorgung der Astronauten zu messen, ohne aufwändige, blutige und damit gefährliche Punktionen vornehmen zu müssen. Diese neue Methode steht nun auch in den Ehrenfelder OPs zur Verfügung. Mittels mehrerer Fingersensoren kann Herzschlag für Herzschlag die Pumpleistung des Patientenherzens ermittelt werden. Auch die Spannung der Blutgefäße kann bestimmt und ihre Änderung unter dem Einfluss von Medikamenten gemessen werden. Über die Fingerclips kann zudem durch die Haut der Hämoglobin-Wert des Patienten ermittelt und somit das Sauerstoffangebot berechnet werden. Dieser Wert ist wesentlich, um auch in schwierigen Operationssituationen die Sauerstoffversorgung des Patienten sicherzustellen. Somit lassen sich Infusions-, Medikamenten- und Blutbedarf optimaler steuern und die Sicherheit des Patienten in kritischen Situationen gewährleisten.
Das System wird im St. Franziskus-Hospital bei großen Leber-Resektionen, schwierigen Wirbelsäulen-OPs sowie bei Prothesenwechsel-OPs eingesetzt. Patienten mit einer Vorerkrankung des Herzens profitieren nun ebenfalls von der neuen Methode. Die Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie wird sich an internationalen Studien beteiligen, die die verbesserte Qualität der Narkoseüberwachung belegen sollen.








